Aktuell ist bei den Jungen Wikingern Ried der Wurm drin. Nach einem soliden Saisonstart fanden die Innviertler zuletzt nicht mehr richtig in die Gänge und warten bereits seit Runde fünf auf den nächsten Punktezuwachs. Diese Durststrecke sollte möglichst schnell beendet werden – am besten im Auswärtsspiel der neunten Runde der Regionalliga Nord gegen den TSV St. Johann. Doch auch die Pongauer spielen bislang eine starke Saison und wollten ihre Heimstärke einmal mehr unter Beweis stellen. Schlussendlich setzte sich das Heimteam nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten mit 3:1 durch und verschärfte damit die Krise der Rieder.

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Ried mit Blitzstart und Pausenführung
Die Gäste aus dem Innviertel erwischten einen Traumstart und gingen bereits zu einem psychologisch idealen Zeitpunkt in Führung. Nicht einmal fünf Minuten waren gespielt, als Elias Krain einen Freistoß sehenswert zum 0:1 in die Maschen setzte (4.). Der Treffer brachte die Hausherren zunächst aus dem Konzept. Die Omic-Elf übernahm in weiterer Folge das Kommando, ließ Ball und Gegner gut laufen und setzte durch gezielte Tempoverschärfungen immer wieder offensive Akzente. Zählbares sprang daraus jedoch nicht mehr heraus. TSV-Coach Kletzl reagierte Mitte der ersten Hälfte mit einer taktischen Umstellung. Seine Mannschaft fand dadurch deutlich besser ins Spiel und kam selbst zu ersten gefährlichen Situationen. Der Ausgleich lag allerdings noch nicht wirklich in der Luft, weshalb es mit einer knappen 0:1-Führung für die Jungen Wikinger in die Kabinen ging.
St. Johann dreht auf und lässt Ried keine Chance
Was nach dem Seitenwechsel folgte, hätte in St. Johann wohl kaum jemand erwartet. Die Pongauer kamen mit enormer Intensität aus der Kabine, stellten ihr Visier kompromisslos auf Offensive und drängten sofort auf den Ausgleich. Die logische Konsequenz ließ nicht lange auf sich warten: Chukwudebelu Obasi Chukwurah traf in der 47. Minute zum 1:1. Doch damit nicht genug. Die Heimischen spielten sich nun regelrecht in einen Rausch und drehten die Partie innerhalb weniger Minuten. Bohdan Kuksenko vollendete in der 54. Minute zum viel umjubelten 2:1 und stellte das Spiel völlig auf den Kopf. Nach dieser furiosen Anfangsphase beruhigte sich die Begegnung kurz. Ried versuchte zwar, wieder mehr für die Offensive zu investieren, biss sich jedoch an der hervorragend organisierten Defensive der Gastgeber die Zähne aus. Kreative Lösungen blieben Mangelware, während St. Johann wie ausgewechselt auftrat und dem Kontrahenten kaum Luft zum Atmen ließ. In der 69. Minute sorgte schließlich Bercel Uzunov mit dem 3:1 für die Vorentscheidung. Damit war den Oberösterreichern endgültig der Stecker gezogen. Zwar warfen die Gäste nochmals alles nach vorne, doch gefährlich wurden sie kaum mehr. Auf der anderen Seite ließ St. Johann sogar noch ein, zwei Möglichkeiten liegen, um den Vorsprung weiter auszubauen. Nach einem bizarren Spielverlauf mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten feierten die Pongauer einen verdienten 3:1-Heimsieg.
Stimme zum Spiel:
Bernhard Kletzl (Trainer, TSV St. Johann):
„Der Spielverlauf war sehr konträr. In der ersten Hälfte war Ried spielbestimmend. Wir waren nach der Führung von Ried schon geschockt, weil wir uns mehr vorgenommen hatten. In der zweiten Hälfte war es von der Spielbestimmtheit und den Chancen eine verkehrte Welt. Wir waren sofort am Drücker und erzielten schnell den Ausgleich. Ab diesem Zeitpunkt war es eine Topperformance von uns. Wir haben hinten gar nichts mehr zugelassen und verdient 3:1 gewonnen. In der ersten Hälfte war ich weniger zufrieden, aber wir haben uns richtig in die Partie hineingebissen. Zuhause sind wir stark, da fühlen wir uns einfach sehr wohl. Ich weiß genau, was mit Gurten auf uns zukommt – da wartet brutale Robustheit gepaart mit guten Fußballern. Wir müssen eine Topleistung abrufen. Der heutige Sieg hat uns aber enorm viel positive Energie gegeben und wir wollen jetzt auch auswärts endlich anschreiben.“