Mit Toni Polster verliert die Wiener Viktoria eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Die österreichische Fußballlegende hat ihr Traineramt beim Regionalligisten mit sofortiger Wirkung zurückgelegt und damit eine außergewöhnliche Ära beendet.

Eineinhalb Jahrzehnte stand Ex-ÖFB-Stürmer Polster als Viktoria-Trainer an der Seitenlinie
In einem emotionalen Statement auf Facebook erklärte Polster die Beweggründe für seinen Abschied:
„Nach knapp 15 Jahren als Trainer der Wiener Viktoria habe ich mich dazu entschieden, ein neues Kapitel aufzuschlagen. Diese Entscheidung ist mir alles andere als leicht gefallen und war das Ergebnis vieler Gespräche und Überlegungen in den vergangenen Wochen und Monaten.“
Der ehemalige Rekordtorschütze des österreichischen Nationalteams betonte dabei die besondere Verbundenheit zum Verein. Gemeinsam habe man zahlreiche Höhepunkte erlebt, darunter Aufstiege, Meistertitel, Cup-Erfolge sowie viele unvergessliche Momente. Abschließend bedankte sich Polster bei Spielern, Mitarbeitern, Sponsoren, Fans und allen Wegbegleitern und wünschte dem Verein für die Zukunft alles Gute.
Auch die Wiener Viktoria verabschiedete ihren langjährigen Erfolgstrainer mit bewegenden Worten. Der Klub zeigte sich von der Entscheidung überrascht: „Diese Entscheidung trifft uns unerwartet und wir sind einerseits dankbar für 15 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit und andererseits traurig über diesen Abschied.“ Damit endet eine Zusammenarbeit, die den Verein nachhaltig geprägt hat und mit zahlreichen sportlichen Erfolgen verbunden bleibt.
Polster übernahm die Wiener Viktoria erstmals im Sommer 2011 und führte den Verein innerhalb kürzester Zeit zu den größten Erfolgen der jüngeren Klubgeschichte. Bereits in seiner ersten Saison gelang der Meistertitel in der Wiener Oberliga A sowie der Gewinn des Toto-Cups. Anschließend führte er die Viktoria zum Durchmarsch in die Wiener Stadtliga und schließlich in die Regionalliga Ost. Zudem sorgte der Klub im ÖFB-Cup mit dem Sieg über den damaligen Zweitligisten Kapfenberger SV österreichweit für Schlagzeilen.
Nach einem kurzen Intermezzo bei der Admira kehrte Polster Anfang 2014 zur Wiener Viktoria zurück und blieb dem Verein bis zu seinem Rücktritt treu.
Die Zahlen seiner Amtszeit unterstreichen die außergewöhnliche Konstanz: Polster stand in zwei Amtsperioden insgesamt bei 344 Pflichtspielen an der Seitenlinie der Wiener Viktoria. Zu seinen größten Erfolgen zählen zwei Meistertitel, mehrere Aufstiege sowie die nachhaltige Etablierung der Wiener Viktoria im österreichischen Fußball. Unter seiner Führung entwickelte sich der Verein von einem Unterhausklub zu einem etablierten Regionalligisten.
Die Nachfolge der österreichischen Fußballikone ist bereits geregelt. Künftig wird Dozhghar Kadir, der bislang als Co-Trainer fungierte, die sportliche Verantwortung übernehmen. Damit setzt die Wiener Viktoria auf eine interne Lösung und auf einen Mann, der die Mannschaft sowie die Vereinsphilosophie bestens kennt.
Auf Kadir wartet keine leichte Aufgabe. Er tritt in die Fußstapfen eines Trainers, der den Verein über eineinhalb Jahrzehnte geprägt und begleitet hat wie kaum ein anderer. Für die Wiener Viktoria endet damit eine der erfolgreichsten Epochen der Vereinsgeschichte – und gleichzeitig beginnt ein neues Kapitel.
Quelle/Foto: Wiener Viktoria