Regionalliga Ost

Regionalliga-Meister ohne Aufstiegsgarantie: Neuer Modus ab 2026/27

Der österreichische Fußball steht vor einer bedeutenden Strukturreform. Ab der Saison 2026/27 wird die dritte Leistungsstufe neu organisiert und umfasst künftig vier statt bisher drei Regionalligen. Damit ändert sich auch der Weg in die 2. Liga grundlegend: Ein Meistertitel allein garantiert künftig keinen Aufstieg mehr. Die neue Regionalliga-Landschaft setzt sich aus den Staffeln Nord, Ost, Süd und West zusammen. Während sich an der Zusammensetzung der Regionalliga Ost mit Vereinen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland nichts ändert, entsteht mit der Regionalliga Nord eine neue Spielklasse, die von den Landesverbänden Oberösterreich und Salzburg beschickt wird.


Die Play-off-Paarungen wurden heute im Rahmen einer Auslosung ermittelt. Es ergaben sich folgende Play-off-Spiele:


Regionalliga Ost vs. Regionalliga Süd (*)
Regionalliga West vs. Regionalliga Nord


Die Play-offs werden mit Hin- und Rückspiel gespielt. Die Spieltermine für die Hinspiele sind 1. und 2. Juni 2027, die Retoumatches steigen am 4. und 5. Juni 2027. Die Gewinner der jeweiligen Duelle sichern sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga für die Saison 2027/28.


(*) Sollte gem. der Auf- und Abstiegsbestimmungen (siehe § 4 Abs2) in Sonderfällen ein zusätzlicher Aufstiegsplatz frei werden, so steigt der Verlierer der erstgezogenen Partie ebenfalls in die zweithöchste Spielklasse auf.

Aufstieg künftig nur noch über Entscheidungsspiele

Die jeweils bestplatzierten und aufstiegsberechtigten Vereine der vier Regionalligen qualifizieren sich nach Saisonende für ein Aufstiegs-Play-off. In einer Auslosung wurden nun die Paarungen für die erste Austragung festgelegt. Dabei trifft der Vertreter der Regionalliga Ost auf den Meister der Regionalliga Süd, während sich die Regionalliga West mit der Regionalliga Nord duelliert.

Gespielt wird jeweils in Hin- und Rückspiel. Die ersten Begegnungen sind für den 1. und 2. Juni 2027 angesetzt, die Rückspiele folgen am 4. und 5. Juni. Die Sieger der beiden Duelle lösen ihr Ticket für die 2. Bundesliga 2027/28.

Eine Besonderheit gibt es bei der Paarung Ost gegen Süd: Sollte aufgrund spezieller Auf- und Abstiegsbestimmungen ein zusätzlicher Platz in der 2. Liga frei werden, würde auch der Verlierer dieses Duells vom Aufstieg profitieren.

Höhere Hürde für ambitionierte Vereine

Vor allem für die Klubs der Regionalliga Ost bedeutet die Reform eine zusätzliche Herausforderung. Während bislang der Meister direkt in die zweithöchste Spielklasse aufsteigen konnte, sofern die wirtschaftlichen und infrastrukturellen Voraussetzungen erfüllt wurden, ist künftig ein weiterer sportlicher Kraftakt notwendig.

Der neue Modus verlangt neben einer erfolgreichen Saison auch das Durchsetzen in zwei entscheidenden K.o.-Spielen. Damit steigt das sportliche Risiko für Vereine, die den Sprung in den Profifußball anstreben.

Weniger Bewegung in der 2. Liga

Die Reform wirkt sich auch auf die 2. Liga aus. Da künftig lediglich zwei Vereine aus den Regionalligen aufsteigen, reduziert sich automatisch auch die Anzahl der Absteiger. Statt bisher drei Mannschaften müssen künftig nur noch zwei Klubs den Gang in die Drittklassigkeit antreten.

Reaktion auf die Entwicklung der vergangenen Jahre

Die Neuregelung kommt nicht von ungefähr. In den vergangenen Saisonen zeigte sich immer wieder, dass zahlreiche sportlich qualifizierte Vereine auf einen Aufstieg verzichteten. Zuletzt beantragten aus der Regionalliga Ost lediglich wenige Klubs überhaupt eine Zulassung für die 2. Liga.

Mit der Einführung der vier Regionalligen und der Reduktion der Aufstiegsplätze reagiert der österreichische Fußball nun auf diese Entwicklung. Für ambitionierte Vereine wird der Weg nach oben zwar anspruchsvoller, gleichzeitig soll die neue Struktur langfristig für mehr Planungssicherheit und Stabilität im österreichischen Ligensystem sorgen.

Foto: Harald Dostal/fodo.media