Der SV Donau hat in der fünften Runde der Regionalliga Ost einen durchaus möglichen Heimsieg gegen den FCM Traiskirchen denkbar knapp verpasst. Die Gastgeber präsentierten sich gegen den spielstarken Gegner defensiv diszipliniert, gingen nach der Pause durch Paul Staudinger verdient in Führung und hatten über die gesamte Partie gesehen sogar die besseren Möglichkeiten. Weil Donau den Sack jedoch nicht zumachte und in der Schlussphase den Vorsprung nicht konsequent genug verwaltete, schlug Traiskirchen noch einmal zu. Raphael Schuster traf in der 93. Minute zum 1:1-Endstand und entriss den Hausherren damit unmittelbar vor dem Schlusspfiff zwei Punkte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Dass Traiskirchen über weite Strecken mehr vom Ball haben würde, kam für den SV Donau keineswegs überraschend. Die Gäste verfügen über viel individuelle und spielerische Qualität und versuchten von Beginn an, die Partie mit ihrem Ballbesitzspiel zu kontrollieren. Beinahe wäre dieser Ansatz schon in der Anfangsphase belohnt worden, doch ein Abschluss der Traiskirchner landete an der Latte.
Donau ließ sich davon nicht beeindrucken. Die Hausherren standen gegen den Ball kompakt, verschoben konsequent und schafften es über weite Strecken, den gegnerischen Ballbesitz in ungefährliche Räume zu lenken. Traiskirchen hatte zwar optisch mehr vom Spiel, zwingende Möglichkeiten blieben gegen die gut organisierte Defensive der Gastgeber jedoch überschaubar.
Auf der anderen Seite zeigte Donau, dass man keineswegs ausschließlich verteidigen wollte. Nach Ballgewinnen suchte die Mannschaft immer wieder zielstrebig den Weg nach vorne und kam selbst zu guten Situationen. Gemessen an den tatsächlichen Möglichkeiten hatte die Heimelf sogar Vorteile, einzig die nötige Konsequenz vor dem gegnerischen Tor fehlte.
Torlos ging es schließlich in die Kabinen. Ein Zwischenstand, mit dem Donau angesichts des Spielverlaufs durchaus leben konnte – gleichzeitig war bereits erkennbar, dass gegen die favorisierten Gäste an diesem Nachmittag mehr möglich war.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die grundsätzliche Rollenverteilung ähnlich. Traiskirchen wollte über Ballbesitz Lösungen finden, Donau verteidigte weiterhin konzentriert und setzte nach Ballgewinnen auf schnelles Umschalten. Genau daraus entstand in der 63. Minute die verdiente Führung.
Nach einem Umschaltmoment kam der Ball über die linke Seite in den Strafraum. Paul Staudinger nahm die Hereingabe auf und vollendete aus der Drehung zum 1:0. Ein stark herausgespielter Treffer, der die bis dahin überzeugende Vorstellung der Gastgeber belohnte.
Traiskirchen war nun gefordert und erhöhte zwangsläufig das Risiko. Eine große Gelegenheit zum Ausgleich entstand allerdings weniger aus einer spielerischen Kombination als aus einem Missverständnis in der Donau-Defensive. Nach einem hohen Ball waren sich die beiden Innenverteidiger nicht einig, plötzlich kam Philipp Hosiner zu einer hochkarätigen Möglichkeit. Donau-Schlussmann Matteo Hotop reagierte jedoch stark und verhinderte den Ausgleich.
Für die Gastgeber eröffneten sich mit zunehmender Spieldauer immer wieder Räume. Und genau hier lag rückblickend das große Ärgernis: Donau hatte genügend Möglichkeiten, um auf 2:0 zu stellen und die Partie vorzeitig zu entscheiden. Die Chancen blieben allerdings ungenutzt – und damit Traiskirchen bis zum Schluss am Leben.
In den letzten Minuten rückte deshalb immer stärker die Verwaltung des knappen Vorsprungs in den Mittelpunkt. Statt die verbleibende Zeit konsequent herunterzuspielen und die Partie möglichst weit vom eigenen Tor fernzuhalten, gelang es Donau nicht, den Sieg endgültig über die Ziellinie zu bringen.
Das sollte sich bitter rächen. Traiskirchen warf noch einmal alles nach vorne und kam tatsächlich zur letzten Antwort. Raphael Schuster erzielte in der 93. Minute das 1:1 und sorgte damit für einen späten Nackenschlag bei den Gastgebern.
Wenig später war Schluss – und die Gefühlslage entsprechend unterschiedlich. Traiskirchen rettete nach langer Zeit in Rückstand noch einen Punkt, während Donau einem möglichen zweiten Saisonsieg nachtrauerte.
Stimme zum Spiel:
Dardan Zariqi (Trainer SV Donau):