Spielberichte

Trotz Unterzahl: Wiener Viktoria ringt Gloggnitz einen Punkt ab

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SC Wiener Viktoria
SV Gloggnitz

Der SC Wiener Viktoria hat in der fünften Runde der Regionalliga Ost Moral bewiesen. Gegen den SV Gloggnitz erkämpften sich die Wiener ein 1:1 und trotzten dabei gleich mehreren Rückschlägen. Lange Zeit neutralisierte die kompakte Defensive der Hausherren die spielbestimmenden Gäste, ehe eine Rote Karte samt Elfmeter die Ausgangslage grundlegend veränderte. Gloggnitz konnte daraus jedoch kein entscheidendes Kapital schlagen. Stattdessen stemmten sich die Hausherren mit zehn Mann gegen die drohende Niederlage und kam durch Ali Sahintürk noch zum verdienten Ausgleich.

Ball der auf Rasen

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Viel Kontrolle, aber kaum Durchkommen für Gloggnitz

Die Rollen waren früh verteilt. Gloggnitz übernahm häufiger den Ball und versuchte, das Geschehen aus der eigenen Ordnung heraus zu bestimmen. Die Viktoria hatte damit allerdings keine größeren Probleme. Die Wiener verzichteten darauf, jedem Ballbesitz hinterherzulaufen, hielten vielmehr ihre Positionen und machten insbesondere die Räume rund um den eigenen Strafraum konsequent eng.

So entstand eine Begegnung, in der die Gäste zwar mehr Spielanteile verbuchten, daraus aber kaum gefährliche Situationen kreieren konnten. Die Viktoria zwang Gloggnitz immer wieder dazu, Angriffe neu aufzubauen, und verhinderte weitgehend, dass die Niederösterreicher mit Tempo in die entscheidenden Räume kamen.

Einmal lag der Ball dennoch im Wiener Tor. Nach einem Eckball köpfte Gerald Peinsipp ein, der Treffer wurde aufgrund einer Abseitsstellung allerdings nicht anerkannt. Es blieb die auffälligste Szene eines ersten Durchgangs, in dem beide Mannschaften defensiv wenig anboten.

Das torlose Pausenergebnis war daher keineswegs überraschend. Gloggnitz hatte mehr vom Spiel, die Viktoria ihren defensiven Plan bis dahin aber konsequent umgesetzt.

Ausschluss verändert die Ausgangslage komplett

Nach Wiederbeginn blieb die Begegnung zunächst eng – bis die 58. Minute alles veränderte. Noah Schindler wurde nach einem Foul in höchster Not des Feldes verwiesen, gleichzeitig zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt. Eine Entscheidung, mit der man auf Seiten der Viktoria nicht glücklich war.

Josef Pross ließ sich die Möglichkeit jedenfalls nicht nehmen und brachte Gloggnitz vom Punkt mit 1:0 in Führung. Binnen weniger Augenblicke hatten sich die Voraussetzungen damit massiv zugunsten der Gäste verschoben: Führung und numerische Überlegenheit – Gloggnitz schien alle Trümpfe in der Hand zu haben.

Doch genau daraus entwickelte sich überraschenderweise keine klare Dominanz. Die Gäste schafften es nicht, die Viktoria mit einem zweiten Treffer endgültig aus der Partie zu nehmen. Zwar kontrollierte Gloggnitz weiterhin viele Phasen, zwingende Abschlüsse blieben aber Mangelware. Michael Gotsiridse kam nach einer Hereingabe noch gefährlich zum Abschluss, traf jedoch nur das Außennetz.

Zehn Wiener werfen noch einmal alles hinein

Je länger die Entscheidung ausblieb, desto mehr witterte die Viktoria ihre Möglichkeit. Trotz Unterzahl blieben die Hausherren kompakt, hielten körperlich dagegen und investierten enorm viel, um zumindest noch einen Punkt mitzunehmen.

Die Belohnung folgte in der Schlussphase. Rund 20 Meter vor dem Gloggnitzer Tor bekam die Viktoria einen Freistoß zugesprochen. Ali Sahintürk übernahm und beförderte den Ball aus halblinker Position über die Mauer zum 1:1 ins Netz.

Plötzlich war der vermeintlich komfortable Vorteil der Gäste dahin. Gloggnitz hatte aus Führung und Überzahl zu wenig gemacht, während sich die Viktoria für ihren großen Aufwand mit dem Ausgleich belohnte.

Am Ende blieb es bei der Punkteteilung. Gloggnitz dürfte vor allem der verpassten Gelegenheit nachtrauern, nach dem 1:0 und der Roten Karte frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Für die Wiener Viktoria hingegen hatte das Remis einen ganz anderen Wert: Die Hausherren ließen sich von einer schwierigen Spielsituation nicht brechen, hielten auch zu zehnt an ihrer kompakten Spielweise fest und verdienten sich mit viel Einsatz noch einen Zähler.

Stimme zum Spiel:

Valerian Hüttner (Torwart SC Wiener Viktoria):

„Wir sind Gloggnitz heute auf Augenhöhe begegnet und haben defensiv sehr wenig zugelassen. Natürlich war die Situation mit dem aus unserer Sicht strittigen Elfmeter und der Roten Karte ein großer Rückschlag. Entscheidend war aber, wie die Mannschaft darauf reagiert hat. Wir sind auch mit zehn Spielern kompakt geblieben, haben weiter an unsere Chance geglaubt und enormen Kampfgeist gezeigt. Dass wir uns dann durch den Freistoß noch mit dem 1:1 belohnen, war aus meiner Sicht absolut verdient. Mit dieser Moral und der gesamten Leistung können wir sehr zufrieden sein.“

Regionalliga Ost: Wiener Viktoria : Gloggnitz - 1:1 (0:0)

  • 79
    Ali Sahintürk 1:1
  • 59
    Josef Pross 0:1