Der SV Leobendorf hat in der fünften Runde der Regionalliga Ost die nächste bittere Niederlage hinnehmen müssen. Eine Woche nach dem spektakulären 4:5 in Traiskirchen mussten sich die Niederösterreicher diesmal dem SV Oberwart mit 0:1 geschlagen geben. Spielerisch trennten die beiden Mannschaften nicht die Welten, in den entscheidenden Bereichen hatten die Burgenländer an diesem Nachmittag aber die Nase vorne. Oberwart agierte aggressiver, nahm die Zweikämpfe konsequenter an und belohnte sich kurz vor der Pause durch Nermin Bajraktarevic mit dem entscheidenden Treffer. Entsprechend groß war anschließend die Enttäuschung im Leobendorfer Lager.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Leobendorf hatte in den vergangenen Wochen durchaus gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Gegen Parndorf und Horn präsentierte man sich defensiv enorm stabil, beim wilden 4:5 in Traiskirchen bewies die Elf trotz zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand große Moral und offensive Durchschlagskraft. Gegen Oberwart gelang es diesmal allerdings nicht, diese Qualitäten konstant auf den Platz zu bringen.
Dabei trafen die Hausherren keineswegs auf einen Gegner, der sie spielerisch dominierte. Vielmehr entwickelte sich eine intensive und lange Zeit ausgeglichene Begegnung, in der Kleinigkeiten den Ausschlag geben sollten. Genau hier sah man auf Leobendorfer Seite nach dem Schlusspfiff auch das größte Problem.
Oberwart wirkte in den direkten Duellen entschlossener, ging aggressiver zu Werke und vermittelte über weite Strecken den Eindruck, die entscheidenden Meter mit noch größerer Konsequenz machen zu wollen. Dadurch erarbeiteten sich die Gäste Vorteile, ohne die Partie spielerisch an sich reißen zu müssen.
Kurz vor der Pause folgte schließlich die Belohnung. Nermin Bajraktarevic schlug in der 43. Minute zu und brachte die Burgenländer mit 1:0 in Führung. Für Leobendorf kam der Gegentreffer zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – wenig später ging es mit dem knappen Rückstand in die Kabinen.
Nach Wiederbeginn war klar, dass die Hausherren mehr investieren mussten. Leobendorf versuchte, den Druck zu erhöhen und Oberwart stärker in die Defensive zu drängen. Die Gäste zeigten jedoch genau jene Eigenschaften, die sie bereits vor der Pause ausgezeichnet hatten.
Oberwart verteidigte leidenschaftlich, blieb in den Zweikämpfen präsent und ließ sich auch mit fortschreitender Spielzeit nicht aus der Ruhe bringen. Wenn Leobendorf gefährlich wurde, war zudem Martin Kraus im Tor der Burgenländer zur Stelle.
Für die Hausherren wurde die Zeit zunehmend zum Gegner. Anders als eine Woche zuvor in Traiskirchen, als Leobendorf selbst einen Drei-Tore-Rückstand noch aufholen konnte und bis tief in die Nachspielzeit zurückschlug, fehlte diesmal jene Durchschlagskraft, mit der sich die Partie noch einmal hätte drehen lassen.
Auch sechs Minuten Nachspielzeit änderten daran nichts mehr. Oberwart brachte seinen knappen Vorsprung über die Ziellinie und durfte einen hart erarbeiteten 1:0-Auswärtserfolg feiern.
Stimme zum Spiel:
Patrik Batoha (Sektionsleiter SV Leobendorf):
„Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß. Wir haben gegen eine Mannschaft verloren, die aus meiner Sicht nicht besser war als wir, die den Sieg heute aber einfach mehr wollte. Oberwart war aggressiver, hat mehr Zweikämpfe angenommen und genau das war am Ende der Unterschied. Deshalb müssen wir auch sagen, dass wir verdient verloren haben.“