Der FC Marchfeld Donauauen setzt seinen beeindruckenden Saisonstart in der Regionalliga Ost fort. Beim SV Gloggnitz feierten die Marchfelder einen dramatischen 3:2-Auswärtssieg und holten damit den vierten Dreier in Serie. Rund 65 Minuten lang waren die Gäste die bessere Mannschaft und hätten angesichts zahlreicher Möglichkeiten durchaus höher führen können. Dann meldete sich Gloggnitz mit einem Doppelschlag eindrucksvoll zurück und stellte die Partie völlig auf den Kopf. Das letzte Wort gehörte allerdings Marchfeld: Der eingewechselte Meguru Odagaki sorgte in der Nachspielzeit für den umjubelten Siegtreffer.

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Die Gäste erwischten den besseren Start und setzten Gloggnitz früh unter Druck. Nach einer Viertelstunde wurde Simon Furtlehner im Strafraum von Lukas Grgic zu Fall gebracht - Elfmeter. Eldis Bajrami übernahm die Verantwortung und brachte Marchfeld sicher mit 1:0 in Führung.
Damit waren die Gäste endgültig in der Partie. Marchfeld erspielte sich immer wieder gefährliche Situationen und hätte den Vorsprung bereits vor der Pause ausbauen können. Simon Radostits traf Aluminium, einmal rettete Gloggnitz unmittelbar vor der eigenen Torlinie und bei einer scharfen Hereingabe fehlten nur Zentimeter zum zweiten Treffer.
Das 1:0 zur Pause war für die Hausherren dementsprechend ein durchaus schmeichelhafter Zwischenstand. Auch nach Wiederbeginn änderte sich zunächst wenig. Marchfeld blieb gefährlicher und hätte durch Zoran Mihailovic früh nachlegen müssen. Nach einer Hereingabe von rechts bot sich dem Angreifer vor dem beinahe leeren Tor eine ausgezeichnete Möglichkeit, der Ball wollte allerdings nicht hinein.
Wenig später fiel das längst überfällige 2:0 dann doch. Nach einem Missverständnis zwischen Christopher Stadler und Lind Hajdari kam es zum Pressball, Florian Freissegger reagierte am schnellsten und drückte den Ball in der 55. Minute über die Linie.
Bis weit in die zweite Halbzeit hinein hatte Marchfeld die Begegnung weitgehend im Griff. Die Gäste waren über rund 65 Minuten die bessere Mannschaft und hatten genügend Gelegenheiten vorgefunden, um die Partie frühzeitig zu entscheiden.
Weil der dritte Treffer jedoch ausblieb, bekam Gloggnitz noch einmal seine Chance – und nutzte sie. Die Hausherren wurden mutiger, erhöhten den Druck und sorgten innerhalb weniger Minuten dafür, dass aus einer scheinbar komfortablen Marchfelder Führung plötzlich wieder ein völlig offenes Spiel wurde.
Lukas Grgic setzte sich auf der Seite durch und bediente mit seiner Hereingabe den im Rückraum lauernden Antonin Svoboda, der in der 78. Minute auf 1:2 verkürzte. Gloggnitz hatte nun endgültig Blut geleckt.
Auch der Platzverweis gegen Trainer Edi Stössl wegen Kritik außerhalb der Coachingzone bremste die Hausherren nicht. Nach einem Eckball war Mathias Gruber zur Stelle und erzielte den umjubelten 2:2-Ausgleich. Binnen kurzer Zeit hatte Gloggnitz eine Begegnung, die lange klar in Richtung Marchfeld gelaufen war, wieder völlig geöffnet.
Nun war die Partie emotional aufgeladen – und plötzlich schien sogar Gloggnitz dem dritten Treffer näher. In der Schlussphase trieben die Hausherren noch einmal einen Angriff nach vorne, doch die Hereingabe von Jan Steinhuber wurde am ersten Pfosten abgefangen.
Was danach folgte, demonstrierte die Qualität, die Marchfeld derzeit auch von der Bank bringen kann. Die Gäste schalteten nach dem Ballgewinn blitzschnell um. Mateo Zetic setzte Meguru Odagaki in Szene, der eingewechselte Japaner verschaffte sich den nötigen Raum und vollendete in der 94. Minute zum 3:2.
Der Jubel kannte anschließend keine Grenzen. Nach der vergebenen 2:0-Führung, dem plötzlichen Gloggnitzer Comeback und einer turbulenten Schlussphase schlug Marchfeld doch noch einmal zurück und nahm drei Punkte mit nach Hause.
Stimme zum Spiel:
Michael Ettenauer (Sportlicher Leiter FC Marchfeld Donauauen):
„Über 65 Minuten waren wir für mich klar die bessere Mannschaft und hatten auch genügend Möglichkeiten, um mehr als zwei Tore zu machen. Dann kommt Gloggnitz auf, macht innerhalb kurzer Zeit zwei Treffer und plötzlich ist die Partie wieder komplett offen. Umso schöner ist es, dass wir aktuell auch von der Bank unglaublich viel Qualität bringen können und am Ende noch das Siegestor machen. Das waren natürlich Emotionen pur. Mit unserem Saisonstart können wir sehr zufrieden sein. Wir haben jetzt 19 Tore in sechs Spielen erzielt – da braucht man dann auch nicht groß über die Chancenverwertung zu diskutieren. Die Entwicklung passt und wir können mit dem bisherigen Weg wirklich sehr zufrieden sein.“