Der SC Wiener Viktoria hat in der sechsten Runde der Regionalliga Ost ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Gegen Scheiblingkirchen-Warth feierten die Wiener einen 5:1-Heimerfolg, dessen Deutlichkeit sich lange Zeit überhaupt nicht abgezeichnet hatte. Nach einer von Taktik und gegenseitiger Neutralisierung geprägten ersten Hälfte entwickelte sich nach dem Seitenwechsel eine völlig andere Begegnung. Selbst vom zwischenzeitlichen Ausgleich ließ sich die Viktoria nicht aus der Ruhe bringen. In der letzten Viertelstunde spielten sich die Hausherren schließlich in einen regelrechten Rausch und machten aus einem 1:1 noch einen Kantersieg.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Mit Scheiblingkirchen kam eine Mannschaft nach Wien, die erst eine Woche zuvor dem bis dahin makellosen Wiener Sport-Club die erste Saisonniederlage zugefügt hatte. Die Viktoria war entsprechend gewarnt und ließ sich von der robusten Spielweise des Aufsteigers nicht überraschen.
Vielmehr hielten sich beide Mannschaften zunächst gegenseitig vom eigenen Tor fern. Die Räume waren eng, die Defensivreihen aufmerksam und wirklich gefährliche Abschlüsse blieben Mangelware. Auch die Viktoria fand trotz ordentlicher Ansätze noch nicht jene Lösungen, mit denen die Gäste ernsthaft in Bedrängnis zu bringen waren.
Das torlose Remis zur Pause passte deshalb zum Geschehen. Für die Hausherren war gleichzeitig klar, dass es nach Wiederbeginn mehr Intensität und Entschlossenheit benötigen würde, um die Partie in die gewünschte Richtung zu bewegen.
Und genau das gelang.
Die Viktoria kam mit wesentlich mehr Feuer aus der Kabine und wurde dafür schnell belohnt. Ausgangspunkt war ein weiter Abschlag, nach dem sich die Hausherren weit vorne den Ball sicherten. Anschließend ging es quer durch den Strafraum zu Ali Sahintürk, der sich die Kugel noch einmal zurechtlegte und an Franz-Ferdinand Eselböck vorbei zum 1:0 einschob.
Die Führung schien die Partie zunächst in Richtung der Wiener zu lenken. Scheiblingkirchen bewies allerdings einmal mehr seine Widerstandsfähigkeit und benötigte nicht viele Gelegenheiten für eine Antwort.
Nach gut einer Stunde brachte Nico Kirner einen Eckball von rechts in den Strafraum, wo Gregor Simandl im Fallen zum 1:1 traf. Der Ausgleich verlieh den Gästen kurzfristig Auftrieb. Scheiblingkirchen wurde mutiger und fand nun auch die eine oder andere Situation vor, in der sogar eine vollständige Wende möglich schien.
Doch die entscheidende Phase sollte erst noch kommen.
Mit Beginn der Schlussviertelstunde zündeten die Hausherren offensiv die nächste Stufe. Nach einem schnellen Gegenstoß über die linke Seite wanderte der Ball über den Rückraum zu Sahintürk. Der Angreifer nahm von der Strafraumgrenze Maß und setzte seinen Abschluss zum 2:1 ins lange Eck.
Kaum war die Partie wieder freigegeben, schlug die Viktoria erneut zu. Scheiblingkirchen wollte den nächsten Angriff kontrolliert von hinten eröffnen, doch Deniz Pehlivan störte Torhüter Eselböck entscheidend, eroberte den Ball und stellte unmittelbar auf 3:1.
Binnen kürzester Zeit hatte sich die Ausgangslage damit komplett verändert. Die Viktoria spielte nun mit enormem Selbstvertrauen, während bei den Gästen nach dem Doppelschlag zunehmend die Ordnung verloren ging.
In der Schlussphase kannten die Wiener nur noch eine Richtung. Nach einer scharfen Hereingabe von links war erneut Pehlivan zur Stelle und schnürte mit dem 4:1 seinen Doppelpack. Den letzten Treffer des Abends steuerte schließlich Benedikt Martic bei, der unmittelbar vor dem Schlusspfiff den 5:1-Endstand herstellte.
Stimme zum Spiel:
Dozhghar Kadir (Trainer SC Wiener Viktoria):