Der SC/ESV Parndorf hat sich in der 11. Runde der Regionalliga Ost mit einem 1:1 gegen den Wiener Sport-Club getrennt. Nach der enttäuschenden Niederlage in Mattersburg präsentierten sich die Burgenländer diesmal deutlich zielstrebiger und erspielten sich vor allem in der ersten halben Stunde mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Ebrima Fofana brachte die Gastgeber schließlich mit einem sehenswerten Lupfer in Führung, ehe Kürsat Güclü kurz vor der Pause unter umstrittenen Umständen ausglich. Nach dem Seitenwechsel hatte der Wiener Sport-Club zwar mehr Ballbesitz, zwingende Torchancen blieben allerdings weitgehend aus. Für Parndorf blieb damit das Gefühl, dass bei besserer Chancenverwertung durchaus mehr möglich gewesen wäre.

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Anders als noch in der Vorwoche, als Parndorf bei der 0:1-Niederlage in Mattersburg vor allem nach der Pause deutlich überlegen gewesen war, entwickelte sich diesmal eine Begegnung mit veränderten Kräfteverhältnissen. Die Hausherren überließen dem Wiener Sport-Club phasenweise den Ball, setzten dafür aber auf schnelle, zielgerichtete Angriffe.
Dieser Plan ging zunächst gut auf. Parndorf kam innerhalb der ersten 30 Minuten zu drei hochkarätigen Möglichkeiten, ließ dabei allerdings die notwendige Konsequenz im Abschluss vermissen.
In der 31. Minute belohnten sich die Burgenländer schließlich doch. Ebrima Fofana setzte sich auf der rechten Seite durch, nutzte seine Geschwindigkeit und hob den Ball gefühlvoll über den herauslaufenden Sport-Club-Schlussmann Christoph Haas ins Netz. Ein sehenswerter Treffer, der Parndorf verdient mit 1:0 in Führung brachte.
Lange hielt der Vorsprung allerdings nicht. Kurz vor der Pause sorgte eine umstrittene Situation für den Ausgleich. Nach einer Hereingabe kam es im Strafraum zum Kontakt zwischen einem Spieler des Wiener Sport-Club und Parndorf-Torhüter Aleksandar Mirkovic. Der Schlussmann verlor dabei den Ball, Kürsat Güclü reagierte am schnellsten und traf zum 1:1. Aus Sicht der Gastgeber war Mirkovic bei dieser Aktion regelwidrig behindert worden, der Treffer zählte jedoch.
Nach dem Seitenwechsel veränderte sich das Spielgeschehen. Der Wiener Sport-Club übernahm zunehmend die Initiative und hatte nun deutlich mehr Ballbesitz. Die Gäste versuchten, über längere Kombinationen und ihre spielerische Qualität zum Erfolg zu kommen, fanden gegen die Parndorfer Defensive aber nur selten die entscheidenden Lücken.
Zwar sorgten einzelne Aktionen für Gefahr, wirklich zwingend wurde es vor dem Tor der Gastgeber allerdings kaum. Parndorf verteidigte aufmerksam und versuchte seinerseits, über schnelle Vorstöße gefährlich zu werden.
Vor allem Fofana blieb mit seiner Geschwindigkeit ein möglicher Unterschiedsspieler. Bei einem vielversprechenden Angriff setzte er sich erneut gut durch, der anschließende Querpass fand allerdings nicht den gewünschten Abnehmer. Damit blieb eine weitere Gelegenheit auf den möglichen Siegtreffer ungenutzt.
Auch in der Schlussphase gelang es keiner Mannschaft mehr, die entscheidende Aktion zu setzen. So blieb es beim 1:1, mit dem der Wiener Sport-Club angesichts der Parndorfer Möglichkeiten durchaus zufrieden sein konnte.
Für die Burgenländer war es zwar eine deutliche Steigerung gegenüber dem Auftritt in Mattersburg, dennoch fehlte erneut die letzte Konsequenz, um sich für den betriebenen Aufwand mit drei Punkten zu belohnen.
Stimme zum Spiel:
Lukas Eisenbarth (Co-Trainer SC/ESV Parndorf):
„Im Vergleich zur vergangenen Woche in Mattersburg war das heute ein ganz anderes Spiel. Dort waren wir vor allem nach der Pause klar überlegen, heute war die Partie anders angelegt. Wir haben in den ersten 30 Minuten drei richtig gute Chancen gehabt und hätten da eigentlich schon mehr daraus machen müssen. Das 1:0 von Fofana war dann super gemacht, wie er sich über rechts durchsetzt und den Ball über den Tormann hebt. Beim Ausgleich ist unser Tormann aus meiner Sicht klar gefoult worden. Er verliert durch den Kontakt den Ball und daraus entsteht das Tor. In der zweiten Halbzeit hatte der Wiener Sport-Club zwar mehr Ballbesitz, aber wirklich große Torchancen haben wir nicht mehr zugelassen. Wir hatten selbst noch Situationen, in denen wir mit einem besseren letzten Pass gefährlich werden können. Wenn wir unsere Möglichkeiten konsequenter verwerten, können wir dieses Spiel gewinnen. Momentan geht uns das alles einfach nicht so leicht von der Hand. Die Leistung war heute aber grundsätzlich in Ordnung. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns für solche Auftritte auch wieder mit Siegen belohnen.“
Daniel Seper (Trainer Wiener Sport-Club):
„Ich glaube, dass heute wahrscheinlich nicht viel mehr möglich gewesen wäre. Wir hatten zwar über weite Strecken viel Ballbesitz und haben auch defensiv sehr ordentlich gearbeitet, aber nach vorne waren wir einfach nicht zielstrebig genug. Wir sind zu selten in den Strafraum gekommen und haben es nicht geschafft, aus unserer spielerischen Überlegenheit wirklich gefährliche Situationen zu entwickeln. Parndorf hat sich eher auf die Defensive konzentriert und versucht, über Umschaltmomente zum Erfolg zu kommen. Man merkt mittlerweile schon, dass die Mannschaften großen Respekt vor uns haben und ihre Spielweise entsprechend anpassen. Gegen einen tief stehenden Gegner Lösungen zu finden, ist eine der schwierigsten Aufgaben im Fußball. Genau in diesem Bereich müssen wir uns noch verbessern. Insgesamt war das Unentschieden wohl gerecht, weil uns trotz des vielen Ballbesitzes die nötige Durchschlagskraft gefehlt hat.“