Der FCM Traiskirchen hat in der 11. Runde der Regionalliga Ost einen bereits greifbaren Heimsieg noch aus der Hand gegeben. Gegen den SV Oberwart musste sich die Mannschaft von Trainer Jürgen Halper trotz langer Überzahl mit einem 1:1-Unentschieden begnügen. Patrick Schmidt brachte die Gastgeber früh in Führung, ehe Traiskirchen nach einer Notbremse von Johannes Polster auch noch einen Elfmeter zugesprochen bekam. Maximilian Sax vergab jedoch die große Chance auf das 2:0. Statt die Partie vorzeitig zu entscheiden, ließen die Hausherren den Gegner im Spiel – und wurden in der Schlussphase durch den Ausgleich von Nermin Bajraktarevic bestraft.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Traiskirchen übernahm von Beginn an die Initiative und versuchte, mit viel Ballbesitz die Kontrolle über das Geschehen zu gewinnen. Die Gastgeber fanden auch früh den Weg zum Tor: In der 18. Minute sorgte Patrick Schmidt für die 1:0-Führung und brachte seine Mannschaft damit in eine vielversprechende Ausgangsposition.
Oberwart konzentrierte sich zunächst auf eine kompakte Defensive und versuchte, vor allem über Standardsituationen und schnelle Umschaltaktionen gefährlich zu werden. Noch vor der Pause schien die Begegnung allerdings endgültig in Richtung der Hausherren zu kippen.
Philipp Schobesberger war auf dem Weg zum Tor und wurde als letzter Mann zu Fall gebracht. Die Konsequenz: Rote Karte für Johannes Polster und Elfmeter für Traiskirchen. Maximilian Sax übernahm die Verantwortung, setzte seinen Versuch jedoch an die Stange. Statt mit einer Zwei-Tore-Führung und einem Mann mehr in die Pause zu gehen, musste sich Traiskirchen weiterhin mit dem knappen 1:0 begnügen.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich am grundsätzlichen Spielverlauf wenig. Traiskirchen hatte weiterhin mehr Ballbesitz, schaffte es allerdings zu selten, daraus wirklich gefährliche Aktionen zu entwickeln. Gerade die vertikalen Zuspiele in die Tiefe und hinter die gegnerische Abwehr fehlten, wodurch Oberwart trotz Unterzahl immer wieder Zeit bekam, sich defensiv zu organisieren.
Die Gäste blieben ihrerseits vor allem bei ruhenden Bällen gefährlich und hatten nach der Pause unter anderem einen Stangenschuss zu verzeichnen. Gleichzeitig deutete Oberwart bei schnellen Gegenstößen immer wieder an, dass die Partie noch längst nicht entschieden war.
Mit zunehmender Spieldauer fehlte den Hausherren die letzte Entschlossenheit, auf den zweiten Treffer zu gehen. Der Ball lief zwar häufig durch die eigenen Reihen, doch im entscheidenden Moment wurde zu selten der direkte Weg in den Strafraum gesucht.
In der 83. Minute rächte sich das schließlich. Oberwart nutzte einen seiner gefährlichen Umschaltmomente und kam durch Nermin Bajraktarevic zum überraschenden 1:1-Ausgleich. Traiskirchen konnte darauf keine entscheidende Antwort mehr finden und musste sich am Ende mit einem Punkt zufriedengeben.
Für die Gastgeber war es angesichts des Spielverlaufs eine besonders ärgerliche Punkteteilung. Nach der frühen Führung, der Roten Karte und dem vergebenen Elfmeter hatte Traiskirchen sämtliche Voraussetzungen für einen Heimsieg geschaffen, ließ aber die nötige Konsequenz vermissen. Oberwart bewies hingegen Moral und belohnte sich trotz langer Unterzahl mit einem späten Punktgewinn.
Stimme zum Spiel:
Jürgen Halper (Trainer FCM Traiskirchen):
„Für uns sind das heute ganz klar zwei verlorene Punkte. Wir gehen 1:0 in Führung, bekommen dann nach der Notbremse an Schobesberger eine Rote Karte für den Gegner und haben mit dem Elfmeter die riesige Möglichkeit, auf 2:0 zu stellen. Wenn du den machst, schaut das Spiel natürlich ganz anders aus. Aber bei einem 1:0 kann eben immer etwas passieren. Wir haben danach zwar viel Ballbesitz gehabt, aber daraus einfach zu wenig gemacht. Uns haben die vertikalen Bälle gefehlt, wir haben zu selten das Zentrum oder die Räume hinter der Abwehr gesucht. Ballbesitz alleine bringt dir nichts, wenn du damit nicht gefährlich wirst. Oberwart war vor allem bei Standards und im Umschaltspiel gefährlich, das haben wir gewusst. Trotzdem haben wir mit der Zeit etwas die Spannung verloren und den zweiten Treffer nicht konsequent genug gesucht. Dann reicht dem Gegner eine Umschaltsituation und plötzlich steht es 1:1. Das müssen wir uns heute selbst vorwerfen. Wir hatten alles in der eigenen Hand und hätten dieses Spiel gewinnen müssen.“