Spielberichte

Marchfeld knackt Viktorias Abwehrbollwerk und feiert klaren Heimsieg

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FC Marchfeld Donauauen
SC Wiener Viktoria

Der FC Marchfeld Donauauen hat in der 13. Runde der Regionalliga Ost die passende Antwort auf die Niederlage beim Wiener Sport-Club gegeben. Gegen den zuletzt formstarken SC Wiener Viktoria setzten sich die Niederösterreicher mit 3:0 durch und bewiesen dabei vor allem eines: Geduld. Lange Zeit taten sich die Gastgeber gegen die tief stehenden Wiener schwer, ehe Csaba Mester nach knapp einer Stunde den entscheidenden Bann brach. In der Folge nutzte Marchfeld die größer werdenden Räume konsequent aus und schraubte das Ergebnis durch Jakub Svec und Zoran Mihailovic noch in die Höhe.

Abstoß: Nahaufnahme auf Ball und Schuhe

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Marchfeld sucht geduldig nach der Lücke

Die Ausgangslage versprach eine interessante Begegnung. Während Marchfeld nach dem 0:2 beim Wiener Sport-Club wieder auf die Siegerstraße zurückkehren wollte, reiste die Wiener Viktoria mit viel Selbstvertrauen an. Die Gäste hatten in den vergangenen Wochen vor allem durch ihre defensive Stabilität überzeugt und lediglich drei Gegentreffer in acht Begegnungen hinnehmen müssen.

Entsprechend klar war auch der Plan der Wiener. Die Viktoria zog sich weit in die eigene Hälfte zurück, verteidigte in einem kompakten Block und versuchte, die Räume rund um den Strafraum möglichst eng zu halten.

Marchfeld übernahm von Beginn an die Initiative, hatte allerdings zunächst Schwierigkeiten, die gut organisierte Defensive auseinanderzuziehen. Die Gastgeber ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen, suchten immer wieder den Weg über die Außenbahnen und versuchten, mit schnellen Seitenwechseln Lücken zu schaffen.

Obwohl die Wiener ihre Defensivaufgaben über weite Strecken gut erledigten, kam Marchfeld bereits vor der Pause zu einigen vielversprechenden Möglichkeiten. Der entscheidende Abschluss wollte allerdings noch nicht gelingen.

Die Hausherren ließen sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Statt überhastet den Weg zum Tor zu suchen, blieben sie ihrer Spielweise treu und versuchten, den Gegner durch geduldige Kombinationen zunehmend in Bewegung zu bringen. Zur Halbzeit stand dennoch ein torloses Unentschieden.

Mester bricht den Bann – Marchfeld nutzt neue Räume

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig am Spielverlauf. Marchfeld bestimmte weiterhin das Geschehen, während sich die Wiener Viktoria auf ihre kompakte Defensivarbeit konzentrierte.

Die Gastgeber erspielten sich weitere Möglichkeiten, mussten aber bis zur 59. Minute auf den erlösenden Führungstreffer warten. Dann gelang jener Angriff, auf den Marchfeld lange hingearbeitet hatte: Mit einer hervorragend vorgetragenen Kombination wurde das Spiel von einer Seite auf die andere verlagert. Dadurch öffnete sich plötzlich das Zentrum, und Csaba Mester konnte alleine auf den gegnerischen Torhüter zulaufen. Der Offensivspieler behielt die Nerven und brachte seine Mannschaft mit 1:0 in Führung.

Der Treffer veränderte die Ausgangslage grundlegend. Wiener Viktoria musste die bislang konsequent eingehaltene defensive Ordnung etwas aufgeben und selbst mehr nach vorne investieren. Dadurch entstanden jene Räume, die Marchfeld zuvor über weite Strecken vergeblich gesucht hatte.

Nur zehn Minuten später nutzten die Hausherren eine weitere Gelegenheit. Diesmal wurde Jakub Svec über die linke Seite freigespielt. Mit einer geschickten Bewegung nach innen verschaffte er sich Platz und stand plötzlich alleine vor dem Torhüter. Der Abschluss zum 2:0 in der 69. Minute ließ den Gästen kaum noch Hoffnung auf eine Wende.

Mihailovic setzt den Schlusspunkt

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken konnte Marchfeld die Schlussphase wesentlich entspannter gestalten. Die Wiener Viktoria versuchte zwar, offensiv noch einmal Akzente zu setzen, musste dafür aber weitere Räume preisgeben.

Genau daraus entstand in der Nachspielzeit der dritte Treffer. Nach einem Ballgewinn schalteten die Gastgeber schnell um und spielten den Ball hinter die aufgerückte Abwehrkette. Zoran Mihailovic tauchte alleine vor dem Torhüter auf, schob den Ball an diesem vorbei und ließ auch dem zurückeilenden Innenverteidiger keine Möglichkeit mehr einzugreifen.

Mit dem 3:0 in der 92. Minute war der Schlusspunkt unter einen letztlich deutlichen Heimerfolg gesetzt.

Stimme zum Spiel:

Michael Ettenauer (Sportlicher Leiter FC Marchfeld Donauauen):

„Wir haben gewusst, dass uns gegen die Wiener Viktoria ein richtiges Geduldsspiel erwartet. Sie haben sehr tief und kompakt verteidigt, und gerade in der ersten Halbzeit war es nicht einfach, diesen Block zu knacken. Trotzdem hatten wir schon vor der Pause unsere Möglichkeiten. Mir hat gefallen, dass wir nicht nervös geworden sind, sondern immer weitergespielt und versucht haben, den Gegner durch unsere Kombinationen und Seitenwechsel auseinanderzuziehen. Natürlich war es mit zunehmender Spieldauer schon ein bisschen nervenaufreibend, weil wir unsere Chancen hatten, aber das Tor einfach nicht machen konnten. Das 1:0 war dann überragend herausgespielt. Wir verlagern den Ball von einer Seite auf die andere, dadurch geht das Zentrum auf und Mester steht plötzlich alleine vor dem Tormann. Danach musste die Viktoria etwas aufmachen, und das hat uns natürlich geholfen. Beim zweiten Tor spielen wir die linke Seite schön frei, und beim dritten nutzen wir nach einem Ballgewinn den Raum hinter der Abwehrkette. Genau solche Situationen wollten wir haben. Am Ende war das ein verdienter Sieg, auch wenn es lange nicht danach ausgeschaut hat, dass das Ergebnis so deutlich ausfallen würde. Wir haben die Geduldsprobe bestanden und können mit unserer Leistung sehr zufrieden sein.“

Regionalliga Ost: FC Marchfeld Donauauen : Wiener Viktoria - 3:0 (0:0)

  • 92
    Zoran Mihailovic 3:0
  • 69
    Jakub Svec 2:0
  • 59
    Csaba Mester 1:0