Der Wiener Sport-Club hat seinen Erfolgslauf in der Regionalliga Ost fortgesetzt, dabei allerdings für deutlich mehr Spannung gesorgt als notwendig. In der 13. Runde feierten die Hernalser beim SV Horn einen 4:3-Auswärtssieg, obwohl sie das Spiel über weite Strecken klar dominierten und zwischenzeitlich bereits mit drei Treffern in Führung lagen. Die Gäste überzeugten mit spielerischer Qualität, enorm viel Ballbesitz und sehenswerten Kombinationen, machten sich das Leben durch individuelle Fehler in der Defensive jedoch selbst schwer. Am Ende standen drei verdiente Punkte, aber auch einige Erkenntnisse, die trotz des Erfolgs für Gesprächsstoff sorgen dürften.

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Nach dem überzeugenden 2:0-Heimerfolg gegen Tabellenführer Marchfeld wollte der Wiener Sport-Club auch in Horn nachlegen. Die Gastgeber befanden sich nach vier Niederlagen in Folge in einer schwierigen Situation und konzentrierten sich von Beginn an vor allem darauf, die Räume in der eigenen Hälfte eng zu halten.
Das führte zu einer Begegnung mit einer äußerst klaren Rollenverteilung. Die Hernalser hatten phasenweise rund 80 Prozent Ballbesitz, ließen den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und bestimmten sowohl das Tempo als auch die Richtung des Spiels.
Horn beschränkte sich weitgehend auf die Defensivarbeit und fand kaum Möglichkeiten, selbst längere Ballbesitzphasen aufzubauen. Der Sport-Club zeigte sich dagegen kombinationsfreudig und erspielte sich immer wieder gute Offensivaktionen.
In der 20. Minute wurden die Bemühungen der Gäste erstmals belohnt. Konstantin Kerschbaumer brachte den Wiener Sport-Club mit 1:0 in Führung und sorgte damit für die verdiente Belohnung einer bis dahin überlegenen Vorstellung. Auch danach änderte sich wenig am Spielgeschehen. Die Hernalser blieben spielbestimmend und hielten Horn über weite Strecken vom eigenen Tor fern. Noch vor dem Seitenwechsel erhöhte Jesse Richards nach einem Eckball per Kopf auf 2:0.
Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schlug der Wiener Sport-Club erneut zu: Darijo Pecirep ließ in der 47. Minute bereits das 3:0 folgen.
Zu diesem Zeitpunkt deutete alles auf einen ungefährdeten Auswärtssieg hin. Die Gäste hatten die Begegnung spielerisch im Griff, während Horn offensiv weiterhin kaum Akzente setzen konnte.
Doch anstatt die Partie ohne größere Schwierigkeiten zu Ende zu spielen, brachten individuelle Unachtsamkeiten die Gastgeber wieder zurück ins Spiel. In der 63. Minute gelang David Budimir mit einem sehenswerten Schuss ins Kreuzeck der Anschlusstreffer zum 1:3.
Der Wiener Sport-Club ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken und stellte in der 74. Minute den alten Abstand wieder her. Kerim Abazovic traf per Kopf zum 4:1 und schien damit endgültig für klare Verhältnisse gesorgt zu haben.
Allerdings folgte nur vier Minuten später der nächste defensive Aussetzer. Alexander Mankowski verkürzte in der 78. Minute auf 2:4 und sorgte dafür, dass die Gastgeber trotz ihrer spielerischen Unterlegenheit noch einmal Hoffnung schöpfen konnten.
In der Nachspielzeit wurde es schließlich tatsächlich noch einmal eng. Felix Buxbaum erzielte das 3:4 und machte aus einer lange Zeit einseitigen Begegnung zumindest auf dem Papier einen echten Krimi.
Für einen weiteren Treffer reichte die verbleibende Spielzeit allerdings nicht mehr. Der Wiener Sport-Club brachte den knappen Vorsprung über die Zeit und durfte sich über den nächsten Auswärtssieg freuen.
Der Erfolg in Horn unterstrich einmal mehr, welches Potenzial im Wiener Sport-Club steckt. Über weite Strecken präsentierten sich die Hernalser spielerisch auf einem ausgezeichneten Niveau, kontrollierten die Begegnung nahezu vollständig und ließen den Gegner kaum zur Entfaltung kommen.
Dass am Ende dennoch ein 4:3 auf der Anzeigetafel stand, lag weniger an einer anhaltenden Druckphase der Horner als vielmehr an vermeidbaren Fehlern der Gäste. Gerade angesichts der klaren Überlegenheit und des zwischenzeitlichen Drei-Tore-Vorsprungs hätte die Begegnung wesentlich souveräner zu Ende gespielt werden müssen.
Mit dem Sieg gegen Horn bestätigte der Sport-Club seine gute Verfassung und nahm weiteres Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben gegen Traiskirchen und Oberwart mit. Gleichzeitig zeigte die Partie aber auch, dass sich die Mannschaft trotz ihrer offensichtlichen Qualität nicht auf ihrer spielerischen Überlegenheit ausruhen darf.
Stimme zum Spiel:
Daniel Seper (Trainer Wiener Sport-Club):
„Spielerisch war das über weite Strecken eine richtig starke Leistung von uns. Wir hatten ungefähr 80 Prozent Ballbesitz, haben das Spiel komplett kontrolliert und Horn eigentlich fast nur zum Verteidigen gezwungen. Wenn du dir anschaust, wie wir kombiniert und unsere Tore herausgespielt haben, dann war das wirklich sehr gut. Aber wenn du aus so einer Partie mit drei Gegentoren herausgehst, dann kann ich damit natürlich nicht zufrieden sein. Das waren vor allem individuelle Fehler, die uns einfach nicht passieren dürfen. Wir führen 3:0, bekommen ein Gegentor, machen dann sogar das 4:1 und kassieren trotzdem noch zwei weitere Treffer. Das darf bei aller spielerischen Überlegenheit nicht passieren. Natürlich können wir jetzt darüber lachen, weil wir die drei Punkte geholt haben, aber wir dürfen nicht ständig mit dem Feuer spielen. Ich muss die Mannschaft da auch immer wieder warnen. Gegen Traiskirchen und Oberwart warten die nächsten schwierigen Aufgaben, und da können solche Fehler richtig teuer werden. Unterm Strich war es ein verdienter Sieg und spielerisch eine sehr gute Vorstellung. Wir müssen nur lernen, solche Spiele auch entsprechend souverän zu Ende zu bringen.“