Die SPG Krems/Getzersdorf hat in der 13. Runde der Regionalliga Ost einmal mehr ihre derzeitige Stärke unter Beweis gestellt. In einer turbulenten Begegnung gegen den SR Donaufeld kämpften sich die Niederösterreicher nach einem frühen 0:2-Rückstand eindrucksvoll zurück, gingen noch vor der Pause selbst in Führung und mussten anschließend erneut den Ausgleich hinnehmen. Als vieles bereits auf eine Punkteteilung hindeutete, sorgte Thomas Alexiev in der Nachspielzeit für den umjubelten 4:3-Heimsieg. Damit feierte Krems den vierten Ligaerfolg in Serie und bestätigte neben seiner spielerischen Qualität auch eine bemerkenswerte Moral.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Gäste aus Wien präsentierten sich von Beginn an als unangenehmer Gegner. Donaufeld störte den gewohnten Spielaufbau der Kremser und nutzte die anfänglichen Unsicherheiten der Hausherren konsequent aus.
Bereits in der 17. Minute brachte Ilija Petkovic die Gäste mit 1:0 in Führung. Krems versuchte zwar, die Kontrolle über die Begegnung zu übernehmen, fand zunächst aber nicht die gewohnte Sicherheit im eigenen Ballbesitzspiel.
Nur sieben Minuten später folgte der nächste Rückschlag. Armin Domuzeti erhöhte in der 24. Minute auf 2:0 und stellte die Gastgeber damit vor eine schwierige Aufgabe.
Doch anstatt sich von diesem Fehlstart aus dem Konzept bringen zu lassen, fand Krems zunehmend zu seinen spielerischen Stärken zurück. Die Niederösterreicher ließen den Ball wieder besser durch die eigenen Reihen laufen, erhöhten das Tempo und suchten entschlossener den Weg in die Offensive.
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in der 26. Minute verkürzte Jan-Sebastian Koppensteiner nach einer Flanke auf 1:2 und brachte seine Mannschaft damit zurück in die Begegnung.
Der Anschlusstreffer setzte bei den Gastgebern zusätzliche Kräfte frei. Krems kombinierte nun deutlich flüssiger, fand immer wieder Räume zwischen den gegnerischen Linien und setzte Donaufeld zunehmend unter Druck.
Nur wenige Minuten nach dem ersten Treffer gelang Mateo Zilic der Ausgleich. Der Kremser ließ auf der Seite einen Gegenspieler aussteigen und zog vom Strafraumeck ab. Sein sehenswerter Abschluss schlug über die Unterkante der Latte im Bereich des Kreuzecks ein – ein Treffer der Marke Traumtor zum 2:2.
Damit war die spektakuläre Aufholjagd allerdings noch nicht beendet. Krems blieb am Drücker und belohnte sich noch vor dem Halbzeitpfiff mit der erstmaligen Führung.
Nach einer gelungenen Kombination wurde der Ball vor dem Tor quergelegt, der gegnerische Schlussmann ausgespielt und Marcel Pemmer musste nur noch zum 3:2 einschieben.
Innerhalb kurzer Zeit hatten die Gastgeber einen Zwei-Tore-Rückstand in einen Vorsprung verwandelt. Die Zuschauer bekamen eine erste Halbzeit mit fünf Treffern und mehreren Wendungen zu sehen.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung ereignisreich. Donaufeld zeigte sich vom zwischenzeitlichen Verlust seiner Führung keineswegs beeindruckt und kam entschlossen aus der Kabine.
Bereits in der 51. Minute gelang Marcel Holzer der Treffer zum 3:3. Für Krems bedeutete das einen weiteren Rückschlag, nachdem man zuvor mit großem Aufwand die Partie gedreht hatte.
In der Folge entwickelte sich ein intensives Duell, in dem beide Mannschaften nach dem entscheidenden Treffer suchten. Krems versuchte weiterhin, mit seinem Ballbesitzspiel die Kontrolle zu übernehmen, während Donaufeld ein unangenehmer und hartnäckiger Gegner blieb.
Die Partie war von zahlreichen Unterbrechungen geprägt, wodurch es beiden Mannschaften nicht immer gelang, einen konstanten Spielfluss zu entwickeln. Als die Begegnung bereits auf ein Unentschieden zuzusteuern schien, hatte Krems jedoch noch eine letzte Antwort parat.
In der 93. Minute setzte Dominik Starkl seinen Mitspieler Thomas Alexiev in Szene. Dieser nahm den Ball stark an und versenkte ihn zum viel umjubelten 4:3 im Netz.
Wenig später war Schluss und die Kremser durften einen Heimsieg feiern, der angesichts des Spielverlaufs besonders emotional ausfiel.
Mit dem vierten Meisterschaftssieg in Folge setzte Krems seinen beeindruckenden Lauf fort. Dabei war es diesmal weniger eine über 90 Minuten dominante Vorstellung als vielmehr die Fähigkeit, auf Rückschläge die richtige Antwort zu finden, die den Ausschlag gab.
Nach dem frühen 0:2 bewahrte die Mannschaft die Ruhe und fand über ihr gewohntes Ballbesitzspiel zurück in die Begegnung. Dass man nach dem neuerlichen Ausgleich ebenfalls nicht aufgab, sprach für die Mentalität und den Zusammenhalt innerhalb des Teams.
Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern scheint derzeit ausgezeichnet zu funktionieren. Trotz vermeidbarer Fehler und einer zwischenzeitlich schwierigen Ausgangslage bewies Krems, dass die Mannschaft sowohl spielerisch als auch mental über beträchtliche Qualität verfügt.
Stimme zum Spiel:
Stefan Maierhofer (Trainer SPG Krems/Getzersdorf):
„Ich habe der Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass wir richtig viel Qualität in unseren Reihen haben und diese auch auf dem Platz zeigen wollen. Wir haben eine ausgezeichnete Mischung aus älteren und jüngeren Spielern, und momentan funktioniert das als Team wirklich hervorragend. Natürlich dürfen uns die Fehler bei den ersten beiden Gegentoren so nicht passieren, aber entscheidend ist, wie die Mannschaft darauf reagiert hat. Donaufeld war richtig unangenehm zu bespielen, und wir haben ein bisschen gebraucht, um uns wieder zu fangen. Dann haben wir uns aber auf unsere Stärken besonnen und genau jenen Ballbesitzfußball gespielt, der uns auszeichnet. Wie wir den Rückstand noch vor der Pause gedreht haben, war richtig stark. Umso ärgerlicher war natürlich, dass wir danach wieder den Ausgleich bekommen haben. Dazu kamen viele Unterbrechungen, durch die aus meiner Sicht wenig Spielfluss aufgekommen ist. Aber die Jungs haben nie aufgehört, an den Sieg zu glauben. Sie wollen marschieren, sind richtig bissig und halten auch dann zusammen, wenn Fehler passieren. Das Siegtor war schließlich hervorragend gemacht: Starkl spielt auf Alexiev, der nimmt den Ball stark an und haut ihn rein. So ein Comeback ist der Verdienst der gesamten Mannschaft. Wir haben aus diesem Spiel wieder einiges gelernt und können auf diesen Zusammenhalt wirklich stolz sein.“
Josef Michorl (Trainer SR Donaufeld):
„Das war ein unglaubliches Spiel, das meiner Meinung nach keinen Verlierer verdient gehabt hätte. Wir haben alles gesehen, was diesen Sport so spannend und faszinierend macht. Leider haben wir es in der ersten Halbzeit verabsäumt, die Partie frühzeitig zu unseren Gunsten zu entscheiden. Stattdessen hatten wir zehn richtig schlechte Minuten, in denen wir den Gegner wieder ins Spiel gebracht haben. Nach der Pause haben wir die Kontrolle zurückgewonnen und uns mit dem Ausgleich belohnt. Umso bitterer ist es, dass eine Unachtsamkeit in der Nachspielzeit sofort bestraft wurde und wir dadurch um den verdienten Lohn für unsere harte Arbeit gebracht wurden. Jetzt gilt es, diese Enttäuschung zu verarbeiten, neue Kräfte zu sammeln und noch einmal alle Energie für die letzten beiden Spiele zu mobilisieren.“