Nach einem intensiven Duell ordnet Trainer Werner Kaser die Partie mit klaren Worten ein: „In der zweiten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft.“ Und weiter: „Es war kein foules Spiel aber ein typisches Derby, welches sehr lauf- und kampfintensiv war, in dem meine Mannschaft die meisten Kilometer abgespult hat.“ Prägend war der Ausschluss in der 71. Minute – danach übernahm seine Elf die Kontrolle. In der 1. Klasse Mitte-West traf die Union SGS Dorf an der Pram auf den SV DSV Road Kallham; Kasers Fazit nach dem späten 3:3: „Am Ende fühlt sich das Unentschieden eher wie eine Niederlage an.“

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Kaser sah eine erste Hälfte mit Vorteilen für Dorf und einen deutlichen Umschwung nach Wiederbeginn. Den Wendepunkt verortete er vor allem nach dem Ausschluss in der 71. Minute, als Union-Spieler Thomas Spannlang vom Platz musste. Von da an lag das Ballbesitzverhältnis aus seiner Sicht klar auf Kallhams Seite. In der Schlussphase traf Agron Daka glücklich in der 91. Minute zum 3:3. Strittige Elfmeter- oder Abseitssituationen registrierte Kaser nicht: „Es gab eigentlich keine einzige strittige Szene im Strafraum.“
Im Chancenvergleich sprach Kaser von einem offenen Spiel: „Großchancen auf unserer Seite waren sicher sechs bis sieben, aber auch Dorf hatte über den gesamten Spielverlauf gesehen ähnlich viele Möglichkeiten. Gerade in der ersten Halbzeit war Dorf mit mehr zwingenden Torchancen vorne, in der zweiten Halbzeit lagen diese klar auf unserer Seite.“ Die Gastgeber gelten als stark bei Standards – Kallham verteidigte konsequent: „Wir wussten von Anfang an, dass Dorf bei Standardsituationen extrem gefährlich ist, vor allem bei Ecken, wo sie zwei bis drei hervorragende Kopfballspieler haben. Aber wir konnten alle Standardsituationen sehr gut verteidigen. Offensiv hatten wir bei ruhenden Bällen nicht so viele Szenen, defensiv war das Verhalten meiner Mannschaft hervorragend gegen eine Mannschaft mit so vielen extrem starken Spielern in der Offensive. Generell ein pauschales Lob an den Einsatz und die Einstellung der ganzen Mannschaft".
An der Grundordnung hielt Kaser fest: „Taktisch haben wir nichts geändert.“ Geplant war „in der zweiten Halbzeit auf der Außenbahn einen Wechsel vorzunehmen, was wir dann auch durchgeführt haben“, um das laufintensive Pressing noch konsequenter umzusetzen. Zum nächsten Auftritt gegen Ampflwang meint er: „Da haben wir, wie man so schön sagt, noch eine Rechnung offen. Das 0:4 damals war sehr unglücklich und ein schlechtes Spiel von uns – dennoch sind wir guter Dinge.“ Begleitet wird die aktuelle Phase von einer besonderen Personalgeschichte im Tor: „Wir mussten kurzfristig einen neuen Tormann reaktivieren, der seit drei Jahren nicht mehr gespielt oder trainiert hat.“ Zugleich blickt Kaser zuversichtlich auf Entlastung: „Jetzt kommen langsam die Stammtorleute zurück – das wird uns sicher helfen für den weiteren Verlauf der Meisterschaft.“