Im Duell der 1. Klasse Mitte-West zog der SK Stratex Gallspach gegen Spitzenreiter TSV Baugruppe Schmid Frankenburg mit 0:2 den Kürzeren. Nach einer frühen Roten Karte und einem Doppelschlag der Gäste war die Partie zur Pause entschieden. Trainer Jürgen Ließ sprach von strittigen Entscheidungen, von Schiedsrichter Gerald Winkler, rund um das 0:1, lobte aber zugleich die eigene Leistung: „Man sah in keiner Phase, dass hier der Letzte gegen den Tabellenführer spielt.“ Gallspach spielte rund 70 Minuten in Unterzahl, stellte mehrfach um – und kam dennoch zu dicken Möglichkeiten auf den Anschluss.

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Der Auftakt war wild. „Frankenburg hatte gleich eine Topchance, danach hatten wir zwei Hundertprozentige“, ärgerte sich Jürgen Ließ über die ausgelassenen Möglichkeiten und forderte mehr Konsequenz im Abschluss. In Minute 20 der erste harte Schlag: Rote Karte für Gallspach, laut offiziellem Ticker gegen Peter Pal Rauf – Torraub. „Das war in Ordnung“, räumte der Trainer fair ein. Brisant wurde es kurz darauf beim Führungstreffer. Das 0:1 erzielte Strassl (Eigentor 33.). Ließ schilderte die Entstehung als hoch umstritten: „Unser Verteidiger lag blutend neben dem Feld, das Spiel war Minuten unterbrochen. Plötzlich pfeift der Schiedsrichter an obwohl wir wechseln wollten, keiner bereit war außer der Tormann (der genau sah, dass wir nicht bereit waren und wechseln wollten, selbst der gegnerische Linienrichter stand in unserer Hälfte) der Tormann nimmt den Ball, schlägt aus und aus meiner Sicht steht der Stürmer 2-3 Meter im Abseits. Der Schiedsrichter war an diesem Tag leider ein Skandal und hat uns Punkte gekostet“ Die Gallspacher waren danach „richtig auf 180“, wie der Coach sagte – und in dieser Phase legte Frankenburg durch Balázs Szemere (38.) das 0:2 nach. Zur Pause stand es 0:2, der Spitzenreiter hatte mit seiner Effizienz den Unterschied gemacht.
Nach dem Seitenwechsel stemmte sich Gallspach in Unterzahl mit allem, was da war, gegen die Niederlage. Ließ musste nach eigenen Angaben in der Pause „die komplette Abwehrreihe austauschen“ und trotzdem blieb sein Team stabil. „Ich kann meiner Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Wir haben in der zweiten Halbzeit besser gespielt als Frankenburg“, betonte der Trainer. Beleg dafür waren zwei dicke Möglichkeiten: eine Topchance um die 50. Minute und in der 80. Minute ein Abschluss, der auf der Linie geklärt wurde – beide Male fehlte nur das letzte Quäntchen. „Wir waren siebzig Minuten in Unterzahl und haben trotzdem ein echt starkes Spiel abgeliefert. Leider haben wir uns nicht belohnt“, so Ließ. Zur Spielleitung meinte er, der Unparteiische habe nach der Pause „merklich gutmachen wollen“, habe aber „den Bock aus Halbzeit eins nicht mehr gutmachen“ können; aus seiner Sicht blieb zudem ein Strafstoß für Frankenburg ungeahndet. "Wenn er noch 1-2 meiner Spieler mit Gelb/Rot vom Platz schickt wäre es auch ok gewesen, er hatte, nach seinen Fehlern nicht den Mut dazu". Seine Kritik war deutlich, blieb aber eingebettet in viel Lob für die eigene Leistung.
In der Summe entschied Frankenburg die Partie mit seiner Effizienz im Sechzehner und zwei Treffern in der fünfminütigen Druckphase vor der Pause. Dass der Tabellenführer mit nun 45 Punkten vorneweg marschiert, passt ins Bild. „Frankenburg ist eine Topmannschaft, sie sind spielerisch gut und kommen über die Seiten“, sagte Ließ, der zugleich den Fair-Play-Gedanken beim 0:1 infrage stellte: „Das war aus meiner Sicht nicht Fair Play, auch nach dem Spiel ein sehr fragwürdiges Verhalten aller Frankenburger inklusive Anhang.“ Fakt ist: Die Frankenburger nutzten ihre Chancen eiskalt, Gallspach ließ seine liegen. Trotz Frust klang der Coach zum Schluss kämpferisch: „Wenn wir nächste Woche auswärts genauso auftreten, mit dieser Leidenschaft und Zweikampfstärke, dann werden wir dort gewinnen. Davon bin ich überzeugt.“