Nach Platz zehn in der 1. Klasse Mitte-West zieht die Union Pizza & Baguette Haag/Hausruck eine ehrliche Zwischenbilanz. Obmann Walter Heigl sieht die Stärken klar im Angriff, wo Emir Muminovic herausragt. Gleichzeitig macht der Funktionär kein Geheimnis daraus, dass im Mittelfeld und in der Abwehr noch Arbeit wartet. Dazu kommen offene Personalfragen, eine bittere Verletzung und ein klarer Fokus auf den eigenen Nachwuchs.

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Walter Heigl redet die Lage bei Union Haag/Hausruck nicht schön, aber auch nicht schlechter, als sie ist. Der zehnte Platz nach 26 Runden passt zu einer Saison, in der sich die Mannschaft nach einem Start im hinteren Tabellenbereich zunächst nach vorne gearbeitet hat, zwischenzeitlich bis auf Rang sieben kam und sich danach über viele Wochen rund um Platz zehn eingependelt hat. Genau in diese Richtung geht auch die Einschätzung des Obmanns. „Gut funktioniert hat unser Angriff vorne mit unserem Stürmer. Der ist einfach perfekt, der hat die meisten Liga-Tore geschossen“, sagt Heigl. Gemeint ist Emir Muminovic, den der Verein laut Heigl unbedingt halten wollte. Genauso klar benennt der Obmann aber auch jene Bereiche, in denen Union Haag/Hausruck noch zulegen muss. „Verbesserungspotenzial haben wir im Mittelfeld und in der Abwehr“, hält Heigl fest. Damit ist die Linie für die Analyse gesetzt: Vorne hat die Mannschaft ihre Qualität gezeigt, dahinter ist die Arbeit noch nicht abgeschlossen.
Dass die Saison der Union Haag/Hausruck nicht geradlinig verlaufen ist, zeigt auch der Blick auf die letzten Wochen. In den vergangenen fünf Spielen gab es zwei Siege, gegen Union Bruckmühl und gegen SV Pichl 1963, daneben aber auch Niederlagen gegen TSV Frankenburg, SK Gallspach und Union Taiskirchen. Diese Schwankungen passen zu einer Mannschaft, die immer wieder gute Ansätze gezeigt hat, sich aber nicht dauerhaft nach vorne absetzen konnte. Auch deshalb bleibt der Sommer personell spannend. „Das Spielerkarussell dreht sich noch. Genauer kann ich es noch nicht sagen, wer uns im Sommer verlässt“, sagt Heigl. Stand jetzt zeichnet sich nur eine Veränderung konkreter ab. „Wahrscheinlich wird Luca Klingsberger uns verlassen“, so der Obmann. Auf der Zugangsseite hält sich der Verein noch bedeckt. „Es sind noch Gespräche mit Spielern, aber es ist noch nichts finalisiert. Sobald wir es wissen, werden wir es bekannt geben.“ Vieles ist also noch in Bewegung, fix ist derzeit noch wenig.
Zumindest im Trainerteam und im Vereinsumfeld setzt Union Haag/Hausruck auf Kontinuität. Der bisherige Trainer bleibt im Amt, auch im Vorstand soll sich nichts verändern. Heigl formuliert das ohne Umschweife: „Wir sind alle zufrieden mit ihm und im Vereinsvorstand bleibt alles wie gehabt.“ Diese Ruhe abseits des Platzes ist für einen Verein in dieser Phase nicht unwichtig, weil sportlich ohnehin genug Themen auf dem Tisch liegen. Am schwersten wiegt dabei die personelle Situation rund um verletzte Spieler. Heigl spricht von einigen Ausfällen, macht aber auch deutlich, dass sich nicht alle Fälle gleich darstellen. Besonders einschneidend ist die Situation bei Alexander Heigl. „Alexander muss aufgrund seiner Hüftprobleme leider die Karriere beenden“, sagt der Obmann. Bei anderen angeschlagenen Spielern ist die Aussicht besser. „Im Großen und Ganzen werden die Spieler, die leicht angeschlagen sind, wieder fit.“ Zwischen Kontinuität im Verein und Rückschlägen im Kader liegt damit genau die Lage, die den Sommer bei Union Haag/Hausruck prägt.
Wenn Walter Heigl über die nächsten Monate spricht, dann landet er schnell bei zwei Themen, die für Union Haag/Hausruck zentral sind: Emir Muminovic und der eigene Nachwuchs. Beim Stürmer macht der Obmann keinen Hehl daraus, welchen Stellenwert er im Spiel der Mannschaft sieht. „Emir ist ein hervorragender Stürmer. Da haben wir geschaut, dass er bei uns bleibt“, sagt Heigl. Gleichzeitig soll der Blick nicht nur auf einen Leistungsträger gehen. „Wir setzen viel auf den Nachwuchs und hoffen, dass in den nächsten Jahren einige Junge den Sprung in die Kampfmannschaft schaffen.“ Das ist ein klarer Hinweis darauf, wie der Verein seine Zukunft anlegen will. Dass Heigl auf die Frage nach dem beeindruckendsten Team der Liga sofort TSV Frankenburg nennt, passt ins Bild seiner bodenständigen Analyse. „TSV Frankenburg“, sagt er knapp. Große Sprüche sind von ihm nicht zu hören. Die Richtung ist trotzdem klar: Union Haag/Hausruck will die offensive Stärke behalten, in Mittelfeld und Abwehr zulegen und dabei Schritt für Schritt mit dem eigenen Unterbau arbeiten.