In der 1. Klasse Mitte-West hat der SV Schlüßlberg gegen die Union VTA Rottenbach nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden geholt. Für Trainer Roland Lindenbauer geht das Remis zwar in Ordnung, zufrieden war er damit aber nur bedingt. Seine Mannschaft kam ordentlich hinein, glich den Rückstand auf, ließ die Überzahl in der Schlussphase jedoch ungenutzt und vergab damit die Chance auf mehr.

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Roland Lindenbauer sah seine Mannschaft zunächst ordentlich in der Partie. "Wir sind eigentlich relativ gut ins Spiel gekommen und hatten anfangs mehr Spielanteile", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Viel Ertrag sprang daraus für Schlüßlberg aber nicht heraus, und genau das ärgerte ihn im Rückblick. Zusätzlichen Frust gab es schon in der Anfangsphase, als in der zehnten Minute ein Treffer nach einem Freistoß nicht anerkannt wurde, weil der Schiedsrichter auf Stürmerfoul entschied. Lindenbauer bewertete diese Szene klar anders, ordnete die Leistung des Unparteiischen insgesamt aber trotzdem als "in Ordnung" ein. Statt einer möglichen Führung lag Schlüßlberg später hinten: In Minute 29 traf Laurenz Wimmer zum 0:1 für Rottenbach, in der 39. Minute legte derselbe Spieler das 0:2 nach. Lindenbauer sprach beim zweiten Gegentor von einer Unachtsamkeit, die der Gegner konsequent genutzt habe.
Für die Gastgeber war deshalb entscheidend, dass noch vor der Pause der Anschluss gelang. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte verkürzte Florian Winkler auf 1:2 und gab seiner Mannschaft damit genau jenen Impuls, den sie nach dem doppelten Rückschlag gebraucht hatte. Lindenbauer nannte dieses Tor "wichtig", weil es die Partie wieder geöffnet habe. Kurz nach dem Seitenwechsel legte Schlüßlberg sofort nach, und erneut war es Winkler, der in der 52. Minute zum 2:2 traf. Danach blieb die zweite Halbzeit ausgeglichen, ganz so, wie es der Trainer auch insgesamt empfand. Einen großen Anteil daran hatte Patrick Aichinger. Der Schlussmann verhinderte laut Lindenbauer kurz nach der Pause das mögliche 1:3 und war auch in der 90. Minute zur Stelle, als ein Rottenbacher alleine auf ihn zulief. "Er hat sicher einen Großteil zu diesem Punkt beigetragen", betonte der Schlüßlberg-Coach ausdrücklich.
Ab der 61. Minute spielte Schlüßlberg dann auch noch in Überzahl, weil Rottenbachs Lukas Kramer die Rote Karte sah. Gerade in dieser Phase hatte Lindenbauer das Gefühl, das seine Mannschaft das Spiel noch auf die eigene Seite hätte ziehen können. "Wir hatten 30 Minuten Überzahl, konnten daraus aber keinen Vorteil erzielen", sagte er offen. Darin lag für ihn ein wesentlicher Grund, warum es am Ende beim Remis blieb. Der Trainer machte kein Geheimnis daraus, dass er sich mehr erwartet hatte. "Es ist ein gerechtes Unentschieden, aber erwartet hätten wir uns mehr", sagte Lindenbauer. Vor allem vor dem Tor fehlte ihm die letzte Konsequenz. Genau dort sah er auch den Unterschied zwischen einem Punkt und einem möglichen Heimsieg, denn nach dem Ausgleich stand die Partie weiter offen und hätte laut seiner Einschätzung in beide Richtungen kippen können.
Bei aller Enttäuschung über die verpasste Chance hob Lindenbauer auch positive Dinge hervor. "Mannschaftlich waren wir geschlossen, jeder hat für den anderen gekämpft", sagte er, und genau das zeigte sich vor allem nach dem 0:2-Rückstand. Der SV Schlüßlberg fiel nicht auseinander, sondern arbeitete sich zurück ins Spiel. Verbesserungsbedarf sieht der Trainer dennoch klar im eigenen Ballbesitz. Zu viele Pässe seien wieder beim Gegner gelandet, insgesamt müsse seine Mannschaft ruhiger und sauberer spielen. Auch die Chancenverwertung sprach er noch einmal an: "Wir haben die Abschlüsse nicht voll ausschöpfen können." Der Union Rottenbach zollte Lindenbauer gleichzeitig Respekt. Der bisherige Tabellenführer sei mit seinen vielen hohen Bällen immer gefährlich, in der Innenverteidigung gut besetzt und grundsätzlich sehr effizient. Dazu passte auch seine Gesamteinschätzung, dass beide Teams defensiv ordentlich standen und es nicht viele ganz klare Möglichkeiten gab. So blieb es bei einem 2:2, mit dem Schlüßlberg leben muss, aus dem der Trainer aber auch klare Aufgaben für die nächsten Spiele mitnimmt.