In der 1. Klasse Mitte hat die Union Leonding am Samstagnachmittag gegen die ASKÖ Fußballschule Linz mit 0:2 verloren. Zur Pause war noch nichts entschieden, erst nach dem Seitenwechsel zog der Aufsteiger und Tabellenführer das Spiel auf seine Seite. Obmann-Stellvertreter Semih Mehmedi sprach von einer schweren Aufgabe, die auch nach der Roten Karte gegen Leonding nicht leichter wurde, weil die Gastgeber tief standen und dem Ligaprimus wenig Raum gaben.
Vieles deutete in der ersten Hälfte noch nicht auf einen klaren Auswärtssieg hin. Mehmedi schilderte eine zähe Partie, in der seiner Mannschaft lange wenig gelang. „Die erste Halbzeit war ziemlich schwer, es ist nicht recht viel gelungen“, sagte der Obmann Stv. der Linzer nach dem Schlusspfiff. Dazu kam ein Gegner, den er ausdrücklich stark einstufte. Leonding sei „einer der besseren Gegner in der Liga“ gewesen, sehr robust, sehr körperlich und nur schwer zu bespielen. Auch die Rote Karte gegen Jozo Marijanovic in der 38. Minute machte die Aufgabe aus seiner Sicht nicht automatisch einfacher. „Nach der roten Karte ist es nur schwieriger geworden, weil sie sehr tief gestanden sind“, erklärte Mehmedi. Genau so entwickelte sich auch die Partie bis zur Pause: viel Arbeit, wenig Räume und ein 0:0, das aus Sicht der Gäste erst einmal Geduld verlangte.
Nach dem Seitenwechsel sah Mehmedi dann aber eine klare Steigerung seiner Mannschaft. „Wir sind aus der Kabine sehr gut rausgekommen, haben dann das Spiel dominiert“, sagte er, und mit dieser Einschätzung lässt sich auch der weitere Verlauf gut zusammenfassen. Fußballschule Linz übernahm nun mehr und mehr das Kommando und belohnte sich in der 63. Minute mit dem Führungstor. Hasib Seperovic traf laut Mehmedi mit einem „schönen Tor“ aus rund 25 Metern und brachte die Gäste damit auf Kurs. Danach blieb Linz am Drücker und ließ hinten laut dem Obmann Stv. „nichts anbrennen“. Die Entscheidung fiel schließlich in der 86. Minute. Mehmedi hob dabei vor allem das Pressing hervor: Nach einem Ballgewinn von Donjet Mavraj landete der Ball bei Hidayet Bulut, der zum 0:2 abschloss. Für die Gäste war das der passende Schlusspunkt einer zweiten Hälfte, in der sie das Spiel deutlicher auf ihre Seite zogen.
Auch wenn das Ergebnis am Ende klar wirkt, sprach Mehmedi keineswegs von einer leichten Angelegenheit. Im Gegenteil: Er zollte den Gastgebern viel Respekt und betonte, dass die Union Leonding „auch zwei, drei Chancen gehabt“ habe. Vor allem körperlich und kämpferisch sei das aus seiner Sicht „die stärkste Mannschaft, die wir bis jetzt gehabt haben“. Umso wichtiger war für ihn der eigene Auftritt als Kollektiv. „Als Mannschaft sind wir sehr gut aufgetreten. Das war der Knackpunkt“, sagte Mehmedi. Dazu passte auch seine zweite Kernaussage: „Wir haben 90 Minuten lang bis zur letzten Minute gekämpft.“ Ein Lob hatte er außerdem für den Unparteiischen parat. Die „Leistung von Schiedsrichter Nebel war super für beide Seiten“, meinte der Funktionär. Mit dem 2:0 nimmt die ASKÖ Fußballschule Linz nicht nur drei Punkte aus Leonding mit, sondern bleibt nach neun Spielen mit 22 Zählern weiter an der Tabellenspitze. Für Mehmedi war es damit vor allem ein Sieg der Geduld, der Geschlossenheit und des konsequenten Auftretens nach der Pause.