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"Die Tore, die man nicht schießt, kriegt man nachher" – Union Leonding rettet in der 94. Minute einen Punkt

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Blaue Elf Wels
Union Leonding

In der 1. Klasse Mitte hat der ASK Blaue Elf Wels gegen die Union Leonding 2:2 gespielt. Aus Sicht der Gäste blieb nach diesem Punkt aber mehr als nur Erleichterung über den späten Ausgleich. Sportchef Gerald Trummer sah seine Mannschaft vor allem vor der Pause klar im Vorteil und kam nach dem Schlusspfiff auf ein Thema immer wieder zurück: Leonding ließ die besten Chancen liegen und brachte sich damit selbst um mehr.

Zwei Fußball im Zweikampf

Image by Phillip Kofler from Pixabay

Leonding ist vor der Pause klar am Drücker

Wer nur auf das Ergebnis schaut, übersieht laut Trummer, wie deutlich Leonding vor der Pause am Drücker war. "In der ersten Halbzeit waren wir spielbestimmend und haben in den ersten 15 Minuten zwei hundertprozentige Chancen gehabt. Die haben wir leider nicht gemacht", sagte er. Für den Funktionär war das gleich der erste Knackpunkt des Samstagnachmittags. Seine Mannschaft hatte mehr vom Spiel, kontrollierte die Partie über weite Strecken und ging in der 22. Minute dennoch auf eher ungewöhnliche Art in Führung: Das 0:1 durch Tadej Grlic sei "echt glücklich aus einer Flanke und einem abprallenden Ball" entstanden. Am Eindruck änderte das für Trummer nichts. "Wir haben eigentlich die ganze erste Halbzeit total beherrscht", sagte er, weshalb die Pausenführung für ihn zwar verdient, gemessen an den Möglichkeiten aber sogar zu knapp ausfiel.


Ausgleich verändert Partie

Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel aus Leondinger Sicht aber schnell. Schon in der 50. Minute glich Ivan Zeko für den Aufsteiger zum 1:1 aus, und genau diese Szene blieb bei Trummer hängen. "Für mich war das klar abseitsverdächtig. Ich bin zufällig auf der Höhe gestanden", sagte er. Mehr als seine Wahrnehmung wollte er daraus aber nicht machen, denn gleich danach räumte er auch ein: "Der Schiedsrichter hat das Tor gegeben und somit zählt es auch." Wels wurde nach diesem Treffer laut Trummer stärker, kam besser in die Partie und stellte in der 81. Minute durch Emanuil Metodiev auf 2:1. Trotzdem verteidigte der Leondinger Funktionär die Leistung seiner Mannschaft grundsätzlich. "Defensiv sind wir eigentlich ganz gut gestanden", meinte er, und auch dem Gegner stellte er ein ordentliches Zeugnis aus: Wels sei eine aggressive Mannschaft mit guten Fußballern gewesen, insgesamt habe er ein faires Spiel gesehen.

Tanasic rettet Punkt, Chancen bleiben Thema

Dass die Union Leonding am Ende dennoch nicht leer ausging, lag an einer Schlussoffensive, die Trummer fast schon als logische Reaktion auf den Verlauf sah. "Am Schluss haben wir immer gedrückt", sagte er, ehe Marko Tanasic in der 94. Minute noch das 2:2 erzielte. Ganz zufrieden klang der sportliche Leiter trotzdem nicht. "Aufgrund der ersten Halbzeit und unseres großen Chancenplus hätte man vielleicht einen Sieg verdient", sagte er, schob aber ebenso klar nach: "Fakt ist, dass das Spiel 2:2 ausgegangen ist." Der Grund, warum es nur bei einem Punkt blieb, war für ihn schnell gefunden. "Das einzige Manko ist die Chancenauswertung", meinte Trummer und formulierte es mit einem alten Fußballsatz, der zu diesem Nachmittag passte: "Die Tore, die man nicht schießt, kriegt man nachher." Leonding bleibt damit bei 16 Punkten auf Rang fünf, wobei Trummer den späten Ausgleich zwar mitnimmt, den vergebenen Möglichkeiten aber deutlich mehr nachtrauert als diesem einen Zähler.

1. Klasse Mitte: B.Elf Wels : U. Leonding - 2:2 (0:1)

  • 94
    Marko Tanasic 2:2
  • 81
    Emanuil Metodiev 2:1
  • 50
    Ivan Zeko 1:1
  • 22
    Tadej Grlic 0:1