In der 1. Klasse Mitte setzte es für die SPG Wilhering/Mühlbach bei Tabellenführer ASKÖ Fußballschule Linz eine klare 0:4-Niederlage. Trainer Alexander Oppolzer wollte das Ergebnis aber nicht als Bild einer einseitigen Partie stehen lassen. Aus seiner Sicht lag der Unterschied vor allem vor dem Tor: Seine Mannschaft kam zu Möglichkeiten, die Gastgeber nutzten ihre Chancen deutlich konsequenter.

Image by Daniel Allgyer from Pixabay
Gerade deshalb war Oppolzer mit dem Verlauf besonders unzufrieden, weil die Gäste nach seiner Einschätzung vor dem ersten Gegentor selbst die Chance auf die Führung hatten. „Entscheidend war natürlich das 1:0. Wir haben vorher ein, zwei Chancen, wo wir vielleicht in Führung gehen können“, sagte der Trainer. Stattdessen brachte Hasib Seperovic die Fußballschule in der 25. Minute in Front. Wilhering/Mühlbach fand danach nach Ansicht des Trainers wieder gut hinein, leistete sich dann aber den nächsten Rückschlag. Hidayet Bulut erhöhte in der 32. Minute auf 2:0, womit die Linzer auch mit diesem Vorsprung in die Halbzeit gingen. Für Oppolzer war genau diese Phase prägend, weil sein Team zwar im Spiel blieb, sich aber für den eigenen Aufwand nicht belohnte.
Nach dem Seitenwechsel wollte Wilhering/Mühlbach noch einmal zurückkommen. Oppolzer verwies darauf, dass seine Mannschaft in den vergangenen Wochen öfter gute zweite Hälften gezeigt habe und sich deshalb auch diesmal einiges vorgenommen hatte. Dieses Vorhaben bekam aber früh den nächsten Dämpfer, als Gregor Neuböck in der 49. Minute das 3:0 erzielte. „Mit dem 3:0 ist uns schon ein bisschen der Stecker gezogen worden“, brachte es der Trainer auf den Punkt. Trotzdem, und das war ihm wichtig zu betonen, sei sein Team nicht auseinandergefallen. Die Gäste spielten weiter, kamen laut Oppolzer wieder zu „ein, zwei richtig guten Chancen“, brachten den Ball aber erneut nicht unter. In der 68. Minute folgte dann das 4:0 durch Seperovic, das Oppolzer als „richtig schönes Freistoßtor“ bezeichnete. Selbst danach war die Partie aus seiner Sicht noch nicht völlig tot, weil Wilhering/Mühlbach weiter nach vorne spielte und in der Schlussphase auch noch einen Elfmeter vergab.
In der Analyse nach Spielende wollte Oppolzer den Fokus deshalb nicht auf Ballbesitz oder reine Spielanteile legen, sondern auf die fehlende Effizienz seiner Mannschaft. Er hatte sich die entscheidenden Szenen nach dem Spiel noch einmal über das Videosystem angesehen und kam zu einem klaren Schluss. „Vom Spiel und auch von der Statistik her war es viel ausgeglichener, als das Ergebnis zeigt“, sagte er. Am Ende bleibe aber eben ein 0:4 stehen. „Ganz klar die Tore“ hätten gefehlt, meinte der Trainer, und genau dort sei die Fußballschule an diesem Tag besser gewesen. „Da waren richtig klare Chancen dabei. Wenn man die nicht verwertet, dann fehlt es an der Kaltschnäuzigkeit. Die Fußballschule hat uns gezeigt, wie man das besser macht.“ Für ihn passt das auch zu den vergangenen Wochen, in denen seine Mannschaft immer wieder einem Rückstand nachlaufen musste und sich das Leben damit zusätzlich erschwerte.
Ganz ohne positive Punkte wollte Oppolzer den Auftritt seiner Mannschaft trotz des deutlichen Resultats nicht stehen lassen. Ihm gefiel, dass Wilhering/Mühlbach über die gesamte Spielzeit versuchte, das eigene Spiel und vor allem das Umschalten durchzuziehen. „Positiv war, dass wir trotzdem weitergespielt haben, dass wir unser Umschaltspiel über neunzig Minuten gemacht haben und wir Chancen herausspielen. Das war sehr ordentlich“, sagte er. Der Trainer erkannte zugleich die Qualität des Gegners offen an. Die Fußballschule sei „besonders in der Offensive eine sehr gute Mannschaft“, stehe „nicht umsonst auf Platz eins“ und befinde sich derzeit in einem Lauf, den ein Tabellenführer eben habe. Zum Schluss hob er noch eine Szene aus dem Reservespiel hervor: Dort habe ein Spieler der Fußballschule in der letzten Sekunde einen Elfmeter absichtlich verschossen, wodurch die Partie 3:3 endete. Für Oppolzer war das „eine richtig tolle Fair-Play-Geste“ – und zumindest abseits des klaren Ergebnisses ein Punkt, der ihm an diesem Nachmittag ebenfalls wichtig war.