Spielberichte

Matthias Lindtner (Trainer Union Ried in der Riedmark): "Wir drehen das 2:4"

Union Ried/Riedmark
U. Königswiesen

Spektakel in der 1. Klasse Nord-Ost: Union Ried in der Riedmark bezwang den Tabellenzweiten Union Agora Königswiesen mit 5:4 und lieferte ein Comeback, das am Sportplatz noch lange Thema sein wird. Trainer Matthias Lindtner sprach von „Leidenschaft pur“ und hob die frühe Führung und den wuchtigen Schlussspurt hervor. „Wir haben sehr schnell das 1:0 gefunden und sind unserem Plan treu geblieben“, sagte er – und freute sich besonders darüber, dass seine Mannschaft nach Wochen des Tormangels eiskalt fünfmal zuschlug.

Fußballspieler in grünem Trikot mit einer Grätsche

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Frühe Führung, Rückstand zur Pause – und dann ein wilder Schlussspurt

Ried erwischte den Traumstart: Bereits in Minute 5 traf Felix Alexander Haider zum 1:0. Königswiesen antwortete jedoch rasch – Markus Hackl stellte in der 21. Minute auf 1:1. „Das 1:1 war ein bisschen strittig, der Linienrichter hatte kurz die Fahne oben, dann wurde doch auf Tor entschieden“, erzählte Lindtner, der die insgesamt unaufgeregte Leitung des Unparteiischen dennoch positiv bewertete. Kurz vor der Pause kippte das Match erstmals, als Yannic Haslinger in der 44. Minute auf 1:2 stellte. Nach Wiederbeginn schien es endgültig in Richtung der favorisierten Gäste zu laufen: Borislav Simic erhöhte in der 73. Minute auf 1:3. Doch die Hausherren gaben nicht auf, David Andraschko verkürzte in der 75. Minute zum 2:3. Als Simic in Minute 82 das 2:4 drauflegte, brauchte Ried einen großen Endspurt – und bekam ihn: Gerald Haider stellte in der 85. Minute auf 3:4, Felix Alexander Haider glich in der 89. Minute zum 4:4 aus, ehe Patrick Werner in der 90.+3 tatsächlich das 5:4 besorgte. „Die Schlussphase war Leidenschaft pur, jeder ist für jeden gelaufen“, so Lindtner.

Matchplan aufgegangen: kompakt stehen, verschieben, umschalten – und endlich kaltschnäuzig

Lindtner hatte seiner Mannschaft einen klaren Weg mitgegeben – tief, kompakt, konsequent in den Zweikämpfen und mit Tempo nach Ballgewinn. „Wir wussten, wie Königswiesen spielt. Besonders gut funktioniert hat unser Verschiebemuster, wir haben wenig aus dem Spiel heraus zugelassen“, erklärte der Coach. Den frühen Treffer nannte er den Türöffner: „Das 1:0 war entscheidend. Wir konnten uns auf die Defensive konzentrieren und schnell in die Umschaltmomente kommen.“ Sorgenkind waren lange Zeit die Standards gegen Königswiesen: „Wir wussten um ihre Stärke, trotzdem haben wir drei Standardtore bekommen – das ist schwer zu verteidigen.“ Umso mehr freute ihn die Effizienz: „Wochenlang hat es an den Toren gelegen, jetzt machen wir fünf. Das ist eine große Errungenschaft gegen so einen Gegner.“ Dass seine Elf nach dem 2:4 nicht auseinanderfiel, sondern im Pressing nachlegte und Schritt für Schritt zurückkam, passt für ihn zum Bild des Abends: „Der absolute Wille bis zum Schluss hat heute den Ausschlag gegeben.“

Respekt für den Favoriten, kleiner Aufreger – und Rückenwind für den Abstiegskampf

Bei allem Jubel fand Lindtner respektvolle Worte für den Gegner: „Königswiesen war die spielbestimmende, technisch sehr starke Mannschaft, mit hoher Qualität vorne. Sie können sich immer auf ihre Standards verlassen, die kommen richtig gut.“ Den kurzen Aufreger um das 1:1 hakte er ab: „Ob Abseits oder nicht – egal, am Ende hat es gepasst.“ Wichtiger war ihm das Gesamtbild: „Heute war es eine echte Mannschaftsleistung. Jeder bekommt ein Pauschallob – von den Einwechselspielern bis zu jedem einzelnen Fan.“

Der Sieg gegen den Zweiten soll im Tabellenkeller tragen: „So muss man den Abstiegskampf annehmen. Mit drei Siegen am Stück sind wir gewappnet und freuen uns auf die nächsten Aufgaben.“ Die Botschaft ist klar: Ried hat sich mit harter Arbeit zurückgemeldet – und will den Schwung nun in die restlichen Runden mitnehmen.

1. Klasse Nord-Ost: Union Ried/Riedmark : Königswiesen - 5:4 (1:2)

  • 93
    Patrick Werner 5:4
  • 89
    Felix Alexander Haider 4:4
  • 85
    Gerald Haider 3:4
  • 82
    Borislav Simic 2:4
  • 75
    David Andraschko 2:3
  • 73
    Borislav Simic 1:3
  • 44
    Yannic Haslinger 1:2
  • 21
    Markus Hackl 1:1
  • 5
    Felix Alexander Haider 1:0