In der 1. Klasse Nord-Ost hat sich TSU SCRIMO Wartberg / A. mit Rang drei eine starke Ausgangslage erarbeitet. Trainer Dominik Grössling zieht deshalb eine insgesamt positive Bilanz, spricht aber auch den wichtigsten Punkt offen an: Vor dem Tor blieb in mehreren Spielen zu viel liegen. Das Top-fünf-Ziel wurde erreicht, am Ende standen 48 Punkte auf dem Konto und damit ein Platz in der Spitzengruppe hinter Union Lasberg und U. Königswiesen.

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Dass Wartberg am Ende sogar auf Platz drei gelandet ist, passt gut zu einer Saison, in der die Mannschaft immer wieder gezeigt hat, dass sie in dieser Liga vorne mitspielen kann. Nach der ersten Runde stand das Team noch auf Rang neun, danach pendelte man sich lange im Bereich der Top fünf ein, rutschte zwischenzeitlich auch einmal auf Platz sieben ab, blieb aber in Schlagdistanz. Gerade das Finish war dann stark. Aus den letzten fünf Spielen holte Wartberg vier Siege. Auf die Niederlage gegen ASKÖ Mauthausen folgte eine klare Antwort mit dem 4:0 gegen Baumgartenberg, dem 5:1 in Schenkenfelden und dem 3:0 bei Union Bad Zell. Dazwischen stand auch noch ein 1:0 gegen SPG Pregarten 1b. Genau dieser Lauf hat die Mannschaft im Endspurt noch einmal nach vorne geschoben.
Trotz dieses starken Tabellenbilds will Grössling den Rückblick nicht nur über die Platzierung definieren. Der Trainer sagt klar: „Unser Ziel vor der Saison war, die Top fünf zu erreichen, und das haben wir geschafft.“ Damit ist die Grundlinie der Analyse positiv. Gleichzeitig bleibt für ihn aber ebenso klar, wo noch Luft nach oben ist. „Uns haben die Tore gefehlt“, bringt er es auf den Punkt. Grössling will das nicht über komplizierte Details im Offensivspiel erklären, sondern über die letzte Konsequenz in den entscheidenden Momenten. „Ich will gar nicht im Detail vom Ansetzen reden. Wir hatten in diversen Spielen Möglichkeiten, in denen wir Tore hätten erzielen können, haben sie aber durch Unkonzentriertheiten nicht gemacht.“ Genau dort will Wartberg ansetzen. „Wir werden noch einmal an der Entschlossenheit, an der Genauigkeit und an der Kaltschnäuzigkeit arbeiten“, kündigt Grössling an. Die Richtung ist also klar: Die Basis stimmt, im letzten Drittel soll noch mehr Ertrag herausschauen.
Auch personell bewegt sich in Wartberg einiges. Mit Harald Fragner hört ein langjähriger Spieler auf, zudem werden Jonathan Schuster und Manuel Lamplmayr kürzertreten beziehungsweise ebenfalls aufhören. Philipp Pilgerstorfer und Benedikt Brunner verlassen den Verein, außerdem wird mit Lukas Nys noch ein weiterer Verteidiger kürzertreten. Auf der Zugangsseite konnte Wartberg laut Grössling aber ebenfalls nachlegen. "Mit Stürmer Christoph Kasbauer kehrt ein Ex-Wartberger zurück und wird uns gerade in der Spitze viele Optionen bieten". Besonders interessant findet der Trainer zwei junge Neuzugänge: Torhüter Ben Ruckendorfer (SV Freistadt) und Fabio Himmelbauer von OÖ-Ligist Pregarten. „Diese zwei jungen Spieler werden sehr interessant für die Zukunft des Vereins“, sagt Grössling. Dazu kommt, dass zwei bis drei Spieler, die über längere Zeit gefehlt haben, an ihrem Comeback arbeiten. Grössling ist „guter Dinge“, dass diese Akteure bald wieder zurückkehren, was aus seiner Sicht auch die Trainingsqualität sofort anheben würde. Auch aus dem Nachwuchsbetrieb werden junge Kicker hinaufgezogen, die sich über die 1b etablieren sollen. Im Umfeld setzt der Klub dagegen auf Kontinuität. Das Trainerteam bleibt bestehen, ebenso gibt es im Funktionärsbereich keine Änderungen. „Die Kommunikation zwischen Trainerteam und Sektionsleiterteam ist sehr offen und sehr gut“, betont Grössling. Zum Start der Saison ist außerdem ein kleines Fest mit Cornholeturnier geplant.
Wenn Grössling auf einzelne Spieler blickt, hebt er vor allem Tobias Rammer heraus. „Sportlich würde ich Tobias Rammer nennen, der gerade im Frühjahr einen unglaublichen Sprung gemacht hat“, sagt der Trainer. Für ihn ist Rammer ein Beispiel dafür, wie sich junge Spieler in Wartberg entwickeln sollen. „Er ist vom letztjährigen Jugendfußballer jetzt im Erwachsenenfußball komplett angekommen, und in diesem jungen Kicker steckt unglaubliches Potenzial.“ Menschlich will Grössling dagegen bewusst keinen Einzelnen voranstellen. „Menschlich zählt für mich die ganze Mannschaft. Bei uns werden oft offene Gespräche geführt“, sagt er. Diese Offenheit sieht er als wichtigen Teil des internen Klimas. Den Blick in die Liga richtet er ebenfalls nüchtern. Besonders beeindruckt hat ihn Union Lasberg, das sich laut Grössling den Meistertitel „verdient“ geholt hat. Dass Lasberg stark ist, sei für ihn keine Überraschung gewesen, „dass es dann zum Meister reicht, war für mich eher ein bisschen überraschend“. Für Wartberg heißt das nach einer starken Saison: Die Richtung passt, die Basis ist da, und wenn die Chancen in Zukunft konsequenter genutzt werden, soll der nächste Schritt folgen.