In der 1. Klasse Nord-Ost hat sich die Union Ried/Riedmark gegen den ASV Hagenberg lange ordentlich gewehrt, stand beim 1:3 aber schon nach sechs Minuten mit dem Rücken zur Wand. Genau dort setzte Trainer Matthias Lindtner nach dem Spiel an: Zwei frühe Gegentore, machten die Aufgabe gegen den Tabellenführer von Beginn an schwer, obwohl er seiner Mannschaft spielerisch und kämpferisch wenig vorwerfen wollte.

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Ried wusste vor dem Anpfiff genau, was auf die Mannschaft zukommt. Lindtner erinnerte daran, dass Hagenberg als Tabellenführer in den bisherigen Spielen oft schon in den ersten 20 Minuten entscheidend zugeschlagen hatte. Genau deshalb war der Ärger über den Start besonders groß. Nach vier Minuten köpfte Dominik Mayrwöger nach einem Eckball von rechts zum 0:1 ein, nur zwei Minuten später erhöhte Robin Tucho nach einer Unachtsamkeit in der Defensive auf 0:2. „Wenn du nach sechs Minuten 0:2 hinten liegst, tut dass schon weh.“, sagte Lindtner. Besonders bitter war für ihn, dass seine Mannschaft auf diese Phase eigentlich vorbereitet war: "Wir wussten von Hagenbergs frühen Pressingphasen, dass diese jedoch gleich so schnell und erfolgreich zu Ende geht zeigt auch von Qualität."
Danach war die Partie für die Gastgeber aber noch lange nicht erledigt. Lindtner hob ausdrücklich hervor, dass seine Mannschaft sich trotz des frühen Rückstands nicht hängen ließ. „Wir haben uns nicht aufgegeben“, sagte der Trainer, und genau das rechne er seiner Elf hoch an. Ried fand nach dem 0:2 laut Lindtner wieder besser in die Partie, hatte viel Ballbesitz und kam zumindest zu Halbchancen. Bis zur Pause blieb es dennoch beim 0:2. Nach dem Seitenwechsel folgte in der 63. Minute der nächste Rückschlag, als Mayrwöger nach einem weiteren Eckball, wieder per Kopf, auch noch das 0:3 erzielte. Vier Minuten später kam Ried aber noch einmal heran: Nach einer Aktion über die linke Seite landete der Ball über Moritz Seyer im eigenen Tor, damit stand es nur noch 1:3.
Am grundsätzlichen Urteil änderte der Anschlusstreffer für Lindtner aber nichts mehr. Für ihn lag der Unterschied „ganz klar in der Chancenauswertung und in der Effizienz vorm Tor“. Vor allem bei Standards sieht er Hagenberg derzeit auf einem sehr hohen Niveau. „Sie haben vorne eine überragende Qualität und nutzen das eiskalt aus“, sagte der Ried-Coach. Auch deshalb stufte er den Sieg des Tabellenführers als verdient ein. Gleichzeitig wollte er der eigenen Mannschaft „vom Kämpferischen und vom Spielerischen nicht viel vorwerfen“. Vielmehr gefiel ihm, dass Ried mutig blieb, sich spielerisch nicht versteckte und auch nach dem dritten Gegentor noch einmal alles versuchte. Die Leistung des Schiedsrichters bezeichnete Lindtner außerdem als „grundsätzlich unaufgeregt“ und damit nicht als Thema des Abends.
Darauf will die Union Ried nun aufbauen. Lindtner betonte nach dem Spiel, dass ihn die Leistung „sehr positiv für die nächsten Aufgaben“ stimme. Gerade weil seine Mannschaft zuletzt mit Schweinbach und nun mit Hagenberg zwei Gegner aus der Spitzengruppe hatte, nimmt er aus diesen Spielen trotz überschaubarer Punkteausbeute einiges mit. Entscheidend ist für ihn, dass seine Elf den Willen nicht verloren hat und auch nach Rückschlägen bei ihrem Spiel geblieben ist. „Genau das möchte ich sehen, ganz egal, wie es steht“, sagte er. Nach fünf Runden hält Ried damit bei sieben Punkten und liegt auf Rang sechs. Die Erkenntnis aus dem Freitagabend ist klar: Gegen Spitzenteams kann Ried mithalten und an einem guten Tag auch gewinnen, siehe Katsdorf vor vier Wochen.