In der 1. Klasse Nord-Ost hat sich die TSU SCRIMO Wartberg/Aist gegen die Union Bad Zell mit 2:1 durchgesetzt. Zur Pause lagen die Gastgeber bereits 2:0 vorne, am Ende wurde es in einem wechselhaften Spiel durch den späten Anschlusstreffer aber noch eng. Trainer Dominik Grössling sprach danach von „zwei verschiedenen Halbzeiten“ und fand gerade für den Auftritt nach dem Seitenwechsel klare Worte.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Für Grössling hatte die Partie von Beginn an eine klare Wartberger Richtung, zumindest bis zur Pause. „In der ersten Halbzeit waren wir die stärkere Mannschaft“, sagte der Trainer. Schon in der 3. Minute brachte Fabio Himmelbauer sein Team mit 1:0 in Führung. Laut Grössling fiel der Treffer nach einem Standard, und genau dieses frühe Tor habe seiner Mannschaft Sicherheit gegeben. „Nach dem schnellen 1:0 hatte ich ein sehr gutes Gefühl“, erklärte er. Wartberg habe ansehnlichen Fußball gezeigt und Bad Zell zunächst gut vom eigenen Tor ferngehalten. In der 23. Minute legte Himmelbauer das 2:0 nach. Dieses Tor gefiel dem Wartberger Coach besonders, weil es nach mehreren Kombinationen über die Seite zustande kam. „So ein Tor hat uns den ganzen Herbst gefehlt“, sagte Grössling. Für ihn war es „eines der schönsten Tore“, das seine Mannschaft in diesem Herbst erzielt hat.
Nach dem 2:0 zur Pause änderte sich das Spiel aber deutlich. Grössling machte keinen Hehl daraus, dass ihm die zweite Hälfte gar nicht gefallen hat. „Eigentlich war nur die erste Halbzeit gut von uns. Die zweite Halbzeit hat dann mehr oder weniger Bad Zell gehört“, sagte er offen. Die Gäste traten nach dem Seitenwechsel aktiver auf und kamen laut Wartbergs Trainer deutlich besser in die Partie. Seine Mannschaft habe die Abläufe aus den ersten 45 Minuten nicht mehr auf den Platz gebracht. „Die Automatismen, die wir in der ersten Halbzeit hatten, haben in der zweiten nicht mehr funktioniert, nur weil der Gegner ein bisschen höher gestanden ist“, erklärte Grössling. Dass Bad Zell in der 87. Minute durch Paul Höfer noch auf 2:1 verkürzte, passte deshalb ins Bild dieser Schlussphase.
Besonders ärgerte den Wartberger Trainer, dass seine Mannschaft nach den Umstellungen des Gegners den Zugriff im Zentrum verlor. Bad Zell habe in der zweiten Hälfte „gerade im zentralen Mittelfeld“ etwas verändert, sagte Grössling, und genau dort habe sein Team keine Antworten mehr gefunden. Dazu kam, dass die Gäste nun in den Zweikämpfen und bei den zweiten Bällen besser waren. Gerade dieser Punkt erklärt aus seiner Sicht, warum Wartberg nach einer starken ersten Halbzeit nicht mehr dieselbe Kontrolle hatte. Dabei sah Grössling durchaus, was seine Mannschaft vor der Pause richtig gemacht hatte. „Wir konnten den Gegner sehr weit von unserem Tor entfernt halten und immer wieder Akzente setzen“, sagte er. Auch die Defensive habe in dieser Phase gute Lösungen gefunden, um Bad Zell zu verteidigen.
Trotz des Sieges wollte Grössling das Spiel deshalb nicht einfach abhaken. „Wir müssen uns auf die erste Halbzeit konzentrieren“, sagte er, legte aber sofort nach: „Die zweite Halbzeit können wir vergessen.“ Die TSU Wartberg habe sich nach der Pause zwar gewehrt, besser werden müsse dieser Abschnitt trotzdem. Auch darum nahm der Trainer aus dem 2:1 nicht nur die drei Punkte mit, sondern vor allem eine klare Aufgabe für die kommenden Wochen: gegen höher stehende Gegner wieder mehr Ruhe und mehr Zugriff zu finden. Mit dem Heimsieg hält Wartberg nach neun Runden bei 13 Punkten, die Union Bad Zell bei elf. Strittige Szenen sah Grössling keine, auch mit der Leistung des Schiedsrichters war er einverstanden: „Referee Hotzl hat alles gut gesehen, deshalb ist das für mich in Ordnung.“