In der 1. Klasse Nord-Ost hat die ASKÖ Mauthausen gegen die Union Autohaus Aumayr Schönau mit 1:2 verloren und damit nach Ansicht von Trainer Szabolcs Szegletes vor allem an sich selbst zu knabbern. Nach torloser erster Hälfte entschieden zwei Gästetreffer die Partie, ehe Marius Bogdan spät nur noch verkürzte. „Über 90 Minuten waren wir nicht gut“, brachte es der Coach auf den Punkt.

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Dass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging, änderte an der Einschätzung des Trainers nichts. Szegletes sprach von einem klaren Fehltritt seiner Mannschaft und fand dabei deutliche Worte. „Wir haben einen schlechten Tag erwischt. Die erste Halbzeit war ganz schlecht“, sagte er. Vor allem mit dem Spiel seiner Mannschaft nach vorne war er überhaupt nicht einverstanden. Mauthausen verlor laut seinem Trainer viele Bälle, war nicht konzentriert genug und brachte vor allem das sonst vorhandene Tempo nicht auf den Platz. „Wir sind nicht so wirklich nach vorne gekommen mit dem Tempo, das wir bis jetzt immer gehabt haben“, erklärte Szegletes. Besonders bitter aus seiner Sicht: Die Stürmer seien über weite Strecken zu sehr auf sich allein gestellt gewesen, weil aus dem Mittelfeld zu wenig Unterstützung und zu wenig klare Bälle kamen.
Die Partie kippte dann kurz nach Wiederbeginn. In der 51. Minute traf Jonas Ruemer für die Gäste zum 0:1, und genau dieser Moment war für Szegletes ein schwerer Schlag. „Wenn du aus der Kabine kommst und nach fünf Minuten über einen Standard das Tor bekommst, wird es schwierig“, sagte der Mauthausen-Trainer. Er betonte dabei auch, dass aus seiner Sicht bei dieser Situation „nicht einmal wirklich etwas drin war“. Danach wurde seine Mannschaft zwar etwas aktiver, ganz zurück in die Partie fand sie aber nicht. Szegletes sprach von mehreren Möglichkeiten in der zweiten Hälfte, bei denen entweder das Tor nicht getroffen wurde oder der letzte Fuß eines Verteidigers beziehungsweise der Torhüter noch entscheidend dazwischen war. Als Lukas Gaisrucker in der 81. Minute das 0:2 erzielte, war Mauthausen endgültig ins Hintertreffen geraten. Szegletes meinte zwar, über die Abseitsstellung beim zweiten Gegentor könne man diskutieren, machte aber zugleich klar, dass die Niederlage nicht am Schiedsrichter festzumachen sei: „Sonst war keine strittige Situation. Der Schiedsrichter hat gut gepfiffen.“
In seiner Analyse legte sich der Trainer vor allem auf einen Mannschaftsteil fest. „Das komplette Mittelfeld war bei uns heute schlecht“, sagte Szegletes unverblümt. Gerade dort habe seiner Elf die Frische, die Spritzigkeit und auch die Verbindung nach vorne gefehlt. Hinten habe Mauthausen aus seiner Sicht noch ordentlich gestanden, doch was davor passierte, reichte nicht. „Nichts ist nach vorne gegangen. Unsere Stürmer waren komplett alleingelassen“, so der Coach. Dazu kamen personelle Ausfälle, die er zwar erwähnte, aber ausdrücklich nicht als Ausrede gelten lassen wollte. Mit Marko Lucic und Noah Jöbstl fehlten zwei wichtige Kräfte, außerdem musste der Kapitän zur Pause ausgewechselt werden. „Das tut bei jedem Verein weh, aber das ist keine Ausrede“, stellte Szegletes klar. Vielmehr sei das Entscheidende gewesen, dass seine Mannschaft insgesamt zu wenig Dynamik auf den Platz brachte. „Wir haben müde ausgeschaut. Es war keine Spritzigkeit, keine Schnelligkeit da. Ohne richtigen Sprint über 90 Minuten kannst du verlieren“, sagte er.
Dass die ASKÖ Mauthausen in der 88. Minute durch Marius Bogdan noch auf 1:2 verkürzte, änderte an der grundsätzlichen Bewertung des Spiels nichts. Der Treffer brachte die Gastgeber zwar noch einmal heran, doch die Selbstkritik des Trainers fiel auch danach klar aus. „Knackpunkt waren heute insgesamt die 90 Minuten. Wir waren nicht gut, ganz einfach“, sagte Szegletes. Gleichzeitig fand er für den Gegner anerkennende Worte. Die Union Schönau habe vor allem kämpferisch überzeugt und gezeigt, wie wichtig diese Punkte für die Gäste waren. Für Mauthausen bleibt damit eine Heimniederlage, die im Lager der Gastgeber weniger mit einzelnen Szenen als mit einer insgesamt schwachen Leistung erklärt wird. In der Tabelle bleibt Mauthausen nach neun Runden zwar weiter vorne dabei, doch genau deshalb wird diese Partie besonders ärgern: Weil Szegletes nicht das Gefühl hatte, dass der Gegner unschlagbar war, sondern weil seine Mannschaft am Samstagnachmittag weit unter ihrem eigenen Niveau blieb.