In der 1. Klasse Nord-Ost hat Union Bad Zell das Derby gegen SC BT-Bau Tragwein/Kamig mit 2:0 gewonnen und damit den zweiten Derbysieg eingefahren. Nach einer zerfahrenen ersten Hälfte legten die Gastgeber nach der Pause deutlich zu, gingen früh in Führung und zogen wenig später nach. Trainer Kevin Buchberger hob danach vor allem hervor, wie seine Mannschaft nach der Roten Karte zusammenrückte.

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Zur Pause stand es 0:0, und Kevin Buchberger machte nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis daraus, dass ihn die ersten 45 Minuten fußballerisch nicht überzeugt hatten. „In der ersten Halbzeit war es für mich kein gutes Spiel beider Mannschaften, Highlight war ein Lattentreffer unseres Kapitäns“, sagte der Bad Zeller Trainer. Er sprach von vielen Ballverlusten auf beiden Seiten und davon, dass weder ein richtiger Spielaufbau noch ein echter Spielfluss zustande gekommen sei. Genau so entwickelte sich auch das Ergebnis bis zur Pause. Vieles blieb Stückwerk, klare Vorteile waren in dieser Phase nicht zu sehen. Bad Zell kam zunächst ebenso wenig richtig in die Partie wie Tragwein, weshalb das torlose Remis zur Halbzeit gut zum Bild dieser ersten Hälfte passte.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild dann aber spürbar. Buchberger sagte: „In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel besser. Wir wussten, wer das erste Tor macht, wird dieses Spiel voraussichtlich gewinnen. So sind besser reingekommen, haben gleich das eins zu null gemacht, dann das zwei zu null.“ Damit beschrieb er die entscheidende Phase des Nachmittags ziemlich genau. In der 49. Minute brachte ein Eigentor von Daniel Mitterbauer die Bad Zeller mit 1:0 in Front. Nur sieben Minuten später legte Markus Einfalt das 2:0 nach. Aus einem zähen Derby wurde damit innerhalb kurzer Zeit ein Spiel, das auf die Seite der Gastgeber kippte. Bad Zell nutzte die Phase nach Wiederbeginn wesentlich besser und verschaffte sich damit jenen Vorsprung, der am Ende hielt.
Richtig heikel wurde es für Bad Zell dann in der 76. Minute, als David Holzer die Rote Karte sah und die Gastgeber das Derby in Unterzahl zu Ende bringen mussten. Genau diese Phase war für Buchberger der wichtigste Punkt des Spiels. „Dass wir nach dem Ausschluss unseres Kapitäns so agiert haben, war der wichtigste Moment“, sagte er. Zugleich betonte er, dass Holzer bis dahin ein gutes Spiel gemacht habe. Umso höher ordnete er die Reaktion seiner Mannschaft ein: „Nach der Roten Karte unseres Kapitäns sind wir als Mannschaft aufgetreten. In Unterzahl war das eine grandiose Leistung meiner Mannschaft – vom Verteidigen bis zum Umschalten in die Offensive.“ Für den Trainer war das umso bemerkenswerter, weil Bad Zell ersatzgeschwächt in die Partie gegangen war. „Man hat gesehen, dass wir an Qualität nicht verlieren, wenn alle an einem Strang ziehen und alle denselben Weg gehen“, meinte Buchberger.
Dass das Derby nach der Roten Karte nicht mehr einfach werden würde, war den Aussagen des Bad Zeller Trainers ebenfalls anzumerken. Buchberger sprach dem Gegner ausdrücklich Respekt aus und hielt fest: „Tragwein hat nie aufgegeben, bis zum Schluss gefightet, an sich geglaubt und wurde nicht belohnt.“ Genau das macht diesen 2:0-Erfolg aus Sicht der Gastgeber noch wertvoller. Bad Zell hatte sich den Vorsprung nach der Pause erarbeitet, musste ihn danach aber mit einem Mann weniger verteidigen. Am Ende überwog daher nicht nur die Freude über drei Punkte, sondern auch über den Rahmen dieses Nachmittags. „Ich möchte mich bei unseren großartigen Fans bedanken. Wir konnten jetzt unseren zweiten Derbysieg feiern. Das ist natürlich das Schönste für uns – für Bad Zell“, sagte Buchberger. Für Bad Zell war es damit ein Derby, das vor allem wegen der geschlossenen zweiten Hälfte in Erinnerung bleiben wird.