Im Duell von Union R&R Web Neukirchen/W. und SV Guschlbauer Waizenkirchen in der 1. Klasse Nord-West sprach Trainer Roland Ulrich von einem starken Beginn, vielen ausgelassenen Möglichkeiten und einer nervenzehrenden Schlussphase mit späten Emotionen. Der Gegner hatte etwas mehr Ballbesitz, seine Elf blieb jedoch über Umschaltmomente stets gefährlich. Der späte Ausgleich dämpfte zwar die Enttäuschung, doch im Tenor des Trainers überwog Frust über Eigenfehler und ungenutzte Großchancen – ein Remis, das sich wie ein verpasster Sieg anfühlt.

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Ulrichs Fazit zum Start ist eindeutig: „Wir haben das Spiel richtig gut angefangen. In der ersten Halbzeit haben wir eine sehr, sehr gute Leistung gezeigt. Wir hätten normalerweise zur Pause mit zwei oder drei Toren Unterschied führen müssen.“ Bereits in der 7. Minute lag die Führung auf dem Fuß seiner Mannschaft, später folgten weitere klare Möglichkeiten. Die Gäste belohnten sich in Minute 18: David Stockinger traf zum 1:0 – ein Ergebnis, das bis zur Pause Bestand hatte. Kurz vor dem Seitenwechsel verpasste Moritz Wolfsteiner in der 43. Minute eine weitere Hundertprozentige, die den Vorsprung hätte ausbauen können. Aus Ulrichs Sicht hatte der Hausherr im ersten Abschnitt nur eine richtig große Gelegenheit – sie fiel spät, um Minute 44. Waizenkirchen überzeugte mit wuchtigem Umschaltspiel, hoher Energie und Tempo über die Flügel – ein erster Durchgang im Gefühl klarer Überlegenheit, das sich auf der Anzeigetafel zu wenig niederschlug.
Nach dem Wiederanpfiff verschob sich die Statik phasenweise. Ulrich ordnete die Kräfteverhältnisse so ein: „Neukirchen hat ein bisserl mehr Ballkontrolle gehabt. Die haben mehr Ballbesitz gehabt.“ Ins Bild passte, was den Ausgleich einleitete: ein grober Tormannfehler, den Ulrich offen benannte und der das 1:1 ermöglichte. Den Treffer setzte Sebastian Probst in der 49. Minute. Der Gastgeber blieb dran und drehte die Partie: Dominik Tomsu traf in der 57. Minute präzise – aus Waizenkirchener Sicht stand es 1:2. Gleichzeitig sah der Trainer genug offensive Lebenszeichen und beschrieb, wie seine Elf nach der kurzen Schwächephase wieder zupackte: „In der zweiten Halbzeit haben wir dominiert.“ Sinnbildlich für den Nachmittag stand auch das Aluminiumpech – „zwei-, dreimal Aluminium getroffen“ –, bezeichnend für fehlende Effizienz und Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.
Mit fortschreitender Spieldauer wurde es zum physischen Kraftakt, den Ulrich als „sehr, sehr intensives Spiel“ mit harten, aber fairen Zweikämpfen beschrieb. Einige seiner Spieler seien in der Schlussphase „komplett am Limit“ gewesen. Das Derby bot dem Publikum reichlich Torraumszenen – „ein sehr, sehr gutes Derby für die Zuschauer“, wie Ulrich befand. Seine Mannschaft stemmte sich gegen die drohende Niederlage, erhöhte Schlagzahl und Risiko – mit Wirkung: In der 90. Minute stellte Fabio Traunwieser auf 2:2 und rettete damit einen Punkt, der die Defizite im Abschluss nicht vollständig überdeckte. Ulrich blickte dennoch konstruktiv nach vorn. Er hob die mannschaftliche Geschlossenheit hervor und nannte mit Bence Koronczi einen Innenverteidiger, der „wieder sehr gut gespielt“ habe – Sinnbild für Intensität und Arbeit gegen den Ball. In der Offensive bleibt für ihn die größte Stellschraube: die Chancenverwertung. „Wir haben diese Woche viele Flanken- und Torabschlussübungen trainiert, um unsere Möglichkeiten besser zu nutzen. Leider ist uns das erneut nicht gelungen. Wir müssen weiter daran arbeiten, vor dem Tor ruhiger zu bleiben und große Chancen konsequenter zu Ende zu spielen – dann schießen wir auch mehr Tore.“ Der Blick nach vorne endet mit einer klaren Zielsetzung: „Wir arbeiten einfach weiter und hoffen, dass wir nächste Woche den ersten Dreier in der Rückrunde feiern können.“