Im Derby der 1. Klasse Nord-West trennten sich der UFC St. Agatha und der SV Guschlbauer Waizenkirchen mit 1:1. Vor einer starken Kulisse mit „zwischen 800 und 900 Zuschauern“, wie Gästecoach Roland Ulrich betonte, lieferten sich beide Teams ein intensives Derby. Waizenkirchen ging vor der Pause in Führung, St. Agatha schlug kurz nach Wiederbeginn zurück. Ulrich sah sein Team „über Konter immer wieder gefährlich“, haderte aber mit der Chancenverwertung.

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Die Anfangsphase gehörte nach Ulrichs Eindruck dem auswärts antretenden SVW. „Wir haben das Spiel sehr gut angefangen“, sagte der Trainer und stellte zugleich fest: „Agatha hatte in beiden Halbzeiten mehr Ballbesitz, aber unser Konterspiel war immer wieder gefährlich.“ Waizenkirchen lauerte klug, stand kompakt und setzte über Umschalten und Standards die Nadelstiche. „Wir hatten drei, vier sehr gute Standardsituationen“, so Ulrich, der seine Elf für die Defensivarbeit ausdrücklich lobte: „Unsere Verteidigung und das Mittelfeld haben unglaublich gut gearbeitet.“ Die Führung fiel in Minute 40 nach einem Eckball – und zwar genau so, wie es die Gäste geplant hatten. „Das 1:0 war eine einstudierte Ecke. Manuel Reiter ist auf die kurze Ecke gegangen und hat den Ball per Kopf ins lange Eck gesetzt. Ein sehr schönes Tor“, beschrieb Ulrich die Szene zufrieden. Mit dem 0:1 ging es auch in die Pause, die Gäste hatten ihr Konzept bis dahin voll durchgezogen.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte St. Agatha die Schlagzahl und kam rasch zum Ausgleich. In der 51. Minute traf Paul Baschinger zum 1:1. Ulrich ordnete den Gegentreffer so ein: „Das war auch ein schöner Treffer. Meiner Meinung nach hätte unser Torwart den abgefälschten Ball fangen können, der Schuss ging ins kurze Eck.“ Waizenkirchen blieb dennoch brandgefährlich, vor allem über schnelles Umschalten. „Wir waren über die Konter immer wieder dran“, sagte Ulrich. David Stockinger ließ eine Hundertprozentige aus, dazu verzeichnete Angreifer Makszim Perevuznik mehrere Abschlüsse – das zweite Tor wollte nicht fallen. Um die 80. Minute reklamierte Waizenkirchen nach einem Zweikampf mit Stockinger im Strafraum Elfmeter. „Für mich war das ein klarer Elfer“, meinte Ulrich, relativierte aber im selben Atemzug: „Der Schiedsrichter muss in einer Sekunde entscheiden. Insgesamt hat das Team sehr gut gepfiffen.“
In seiner Analyse hob Ulrich vor allem die mannschaftliche Geschlossenheit hervor. „Unsere Mannschaft war unglaublich motiviert. Wir haben sehr gut gekämpft, sind viel gelaufen und haben die taktischen Vorgaben richtig gut umgesetzt“, sagte der Coach. Einziger dicker Wermutstropfen bleibt der Abschluss. „Unsere Chancenverwertung ist momentan leider ganz schlimm. Wir brauchen fünf, sechs oder mehr Chancen, um ein Tor zu schießen. Das müssen wir ändern, sonst wird die Meisterschaft noch hart. Wir brauchen Siege und Punkte.“ Gleichzeitig fand Ulrich anerkennende Worte für den Gegner: „Agatha hat mit der besten Aufstellung gespielt und ist eine sehr gute Mannschaft. Ich hoffe, sie bleiben in der Liga.“ Besonders positiv strich er die Nachwuchsarbeit beider Vereine heraus: „Beide können stolz sein, jedes Jahr eigene Spieler hochzuziehen – das braucht’s im Unterhaus.“ In der Tabelle liegt Waizenkirchen nach Runde 20 mit 26 Punkten im gesicherten Mittelfeld, St. Agatha folgt mit 24 Zählern knapp dahinter. Für Waizenkirchen bleibt die Aufgabe klar: Defensiv weiter so stabil stehen – und vorne konsequenter zuschlagen.