Hitze, Kampf und am Ende das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre: In der 1. Klasse Nord-West trennte sich Union Josko Kopfing daheim 0:0 von UFC Haibach ob der Donau. Nach einer zähen ersten Hälfte legte Kopfing nach der Pause zu, vergab aber in der Schlussphase zwei Riesenchancen. „Unentschieden ist gerecht, aber mit ein bisschen Glück gewinnen wir das“, sagte Trainer Firzet Hadžić, der trotz verpasstem Sieg den Punkt einordnete – auch mit Blick auf die Tabelle und die eigene Serie.

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Die Rahmenbedingungen passten nicht: brütende Hitze, viel Laufarbeit und einige ungewohnte Fehler. „Es war sehr heiß, das hat man gemerkt. Wir sind nicht richtig ins Spiel gekommen“, erklärte Firzet Hadžić. Kopfing wollte den dritten Platz absichern und zugleich Druck auf den Zweiten machen: „Wir haben gewusst, dass wir unseren dritten Platz verteidigen können und Schärding unter Druck setzen.“ Fußballerisch blieb es vor dem Seitenwechsel aber mager. „Viele Fehlpässe, wenig zwingend – von beiden Seiten ein zerfahrenes Spiel“, so Hadžić. Besonders schmerzlich: der Ausfall von Leonhard Hauser. „Uns ist vorne Leonhard Hauser abgegangen. Er hat sich letzte Woche wehgetan, ist schon operiert worden und fällt bis Saisonende aus.“ Zur Pause stand es folgerichtig 0:0 – völlig ohne klare Hochkaräter.
Hadžić reagierte zur Halbzeit und brachte Valentin Kramer und Julian Ringer, um das Spiel nach vorne anzuschieben. „Wir wollten mehr Tiefe und mehr Aktionen im letzten Drittel“, erklärte der Coach. Kopfing kam tatsächlich besser aus der Kabine: Ein Abschluss von Adam Kozselka strich knapp vorbei, später setzte sich der Stürmer links stark durch und flankte ideal an die zweite Stange. Der große Aufreger kam rund um die 80. Minute nach dem Comeback des Kapitäns. „Ich habe unseren Kapitän nach sieben Wochen Verletzungspause gebracht. Er war keine zwei Minuten am Feld und hat eine hundertprozentige Chance aufs leere Tor leider nicht gemacht“, schilderte Hadžić Kurz darauf folgte die nächste Topgelegenheit: „Ein Kopfball aus kurzer Distanz an die Querlatte.“ Haibach blieb vor allem aus der Distanz gefährlich, doch Keeper Philipp Eder hielt stark. „Der Philipp hat einen Weitschuss super abgewehrt“, lobte der Trainer seine Nummer eins. Am Ende fehlte dem Heimteam die letzte Präzision. „Wenn er die erste Chance macht, ist das Spiel vorbei. Haibach hätte nicht mehr viel entgegenzusetzen gehabt.“
In der Analyse war Hadžić ehrlich: „Wir haben gut verteidigt und nichts zugelassen, aber vorne hat uns das Spiel ohne Ball, das schnelle Umschalten und die Eins-gegen-eins-Durchschlagskraft gefehlt. Wir hatten zu viele Fehlpässe.“ Zum Gegner fand er respektvolle Worte: „Haibach ist zweikampfstark, robust, kompakt. Sie haben sich bemüht, aber keine zwingenden Chancen herausgespielt, weil wir hinten gut standen.“ Auch der Unparteiische bekam ein Lob. „Der Schiedsrichter war sehr gut, hatte das Spiel im Griff.“ Eine Szene sah er anders: „In der ersten Halbzeit im Sechzehner war Adam Kozselka aus meiner Sicht zuerst am Ball und wird gelegt. Ich dachte, er gibt Elfmeter, aber er pfiff Foul für den Tormann. Kann sein, dass ich das falsch gesehen habe – sonst war alles in Ordnung.“
Trotz verpassten Sieges überwog die Zuversicht. „Wir sind seit Wochen ungeschlagen und können mit dem Punkt leben“, sagte Hadžić. Die eigene Linie will Kopfing beibehalten: „Ich möchte meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen. Viele Junge haben heuer den Sprung geschafft. Und wir haben heute mit neun Spielern aus Kopfing gespielt – genau das ist unser Weg.“ Für die nächsten Tage ist der Plan klar: „Regeneration, dann viel Passspiel und Arbeit am Spiel ohne Ball. Wir wollen die Jungs aufrichten.“
Der Blick richtet sich nach vorne: „Am Freitag kommt St. Roman, das wird schnell. Wir wollen unser Heimspiel gewinnen, die 40-Punkte-Marke knacken und die Chance auf Platz zwei nutzen.“ Und vielleicht fällt dann genau jener Treffer, der gegen Haibach noch gefehlt hat.