Der späte Klassenerhalt hat der Union Wesenufer noch einmal Luft verschafft, nun soll in der 1. Klasse Nord-West aus dem nervenaufreibenden Saisonfinale ein stabilerer Alltag werden. Im Gespräch mit Ligaportal zeichnet Trainer Nikolaus Weissenböck das Bild einer Mannschaft, die eine turbulente Spielzeit nur mit Mühe überstanden hat, deren Stimmung nach dem starken Finish aber wieder deutlich besser ist. In der Vorbereitung setzt der Coach vor allem auf Zusammenhalt, klare Leitlinien und ein gefestigtes Innenleben.

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Wer die vergangene Saison der Wesenuferer beschreiben will, kommt um ein Wort nicht herum: Unruhe. Weissenböck spricht selbst von einem „stetigen Auf und Ab“. Der Herbst begann mit einem Ausrufezeichen, nach vier Spielen stand die Union sogar an der Tabellenspitze. Die Euphorie hielt allerdings nicht lange. „Nach vier Spielen waren wir Tabellenführer, dann ist das Ganze etwas eingebrochen“, sagt der Trainer. Im Winter folgte der Trainerwechsel, im Frühjahr keimte mit dem neuen Mann an der Seitenlinie zwar noch einmal Hoffnung auf, doch nach ordentlichen ersten Auftritten riss der Faden erneut.
Die Folge war eine prekäre Lage am Tabellenende. Erst in der Schlussphase kam wieder Bewegung in die Mannschaft. Weissenböck übernahm selbst und brachte das Team mit drei Siegen aus den letzten vier Partien doch noch positiv über die Linie. Besonders das 2:1 im Saisonfinale gegen St. Marienkirchen blieb hängen. „Zum Glück haben wir von den letzten vier Spielen drei gewonnen und den Abstieg vermeiden können“, sagt Weissenböck. Dieses Finish ist nun der Bezugspunkt für alles, was im Sommer aufgebaut werden soll.
Dass der Trainer in den ersten Wochen nicht zuerst über Systeme oder Tabellenregionen spricht, sondern über Umgangsformen, passt zur Ausgangslage. Weissenböck rückt, wie er selbst sagt, die Gruppendynamik und damit das Miteinander in den Mittelpunkt. Die Mannschaft sei heterogen zusammengesetzt, mit Spielern aus unterschiedlichen Bereichen, darunter auch mehreren aus Tschechien und aus dem Raum Eferding. Gerade deshalb will er an einem gemeinsamen Fundament arbeiten. „Respekt, Wertschätzung und gemeinsamer Umgang“ nennt er als Leitlinien. Sein Kernsatz für den Sommer ist klar: „Gruppenerfolg steht über allem bei uns.“
Am Platz befindet sich die Union derzeit noch in der Grundlagenarbeit. Im Aufbau und im Ausdauerbereich werde in den nächsten Wochen intensiv gearbeitet, sagt Weissenböck. Wichtig für den Neustart: Personell kann er aktuell aus dem Vollen schöpfen. „Derzeit sind alle spielbereit“, betont der Trainer. Nach den letzten vier Runden habe sich zudem eine positive Stimmung gehalten, die man nun in die neue Saison mitnehmen wolle. Im Betreuerteam gibt es eine Änderung. Mit Christoph Staufer stößt ein neuer Tormanntrainer dazu, der Weissenböck unterstützt. Für Spezialtrainings konnte ein ehemaliger Trainer verpflichtet werden.
Im Kader selbst fällt der Umbruch vorerst überschaubar aus. Tormann Reinhard Perndorfer wechselt nach Hofkirchen/M., Labinot Hoti hat seine Karriere beendet. Weitere Abgänge erwartet der Verein nach aktuellem Stand nicht. Auf der Zugangsseite hält sich Weissenböck noch bedeckt. Ein offensiver Spieler steht vor dem Abschluss, genannt werden soll er aber erst, wenn alles fix ist.
Öffentlich formuliert der Trainer das Saisonziel bewusst nüchtern. Die Union will sich stabilisieren und diesmal früher Ruhe in die Saison bringen. „Das Grundziel ist immer, mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben“, sagt Weissenböck. Darüber hinaus gebe es intern zwar bereits weiterführende Ziele, diese wolle er aber vorerst nicht nach außen tragen. Für die Fans ist die Richtung trotzdem erkennbar: Wesenufer setzt nicht auf große Ankündigungen, sondern auf eine Mannschaft, die nach einem wilden Jahr erst einmal verlässlicher werden soll. Wenn die Energie aus dem Saisonfinale tatsächlich in den Herbst hinüberreicht, wäre das ein erster Fortschritt.