Spielberichte

„Nach dem 2:0 war das Spiel auf unserer Seite“ – Schärding bleibt trotz Fehlstarts vorne

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Union Wesenufer
Schärding SV

In der 1. Klasse Nord-West hat Union eFiT Wesenufer gegen Schärding SV lange auf eine Überraschung hoffen dürfen, am Ende setzte sich der Tabellenführer aber mit 3:1 durch. Trainer Horst Dieter Gruber sprach von einer „ersten Halbzeit zum Vergessen“, sah nach dem Seitenwechsel aber eine klare Steigerung. Vor allem das 2:0 von Benjamin Suljanovic habe das Spiel dann deutlich auf Schärdinger Seite gezogen.

Zwei Fußballspieler im Zweikampf

Foto von Amr Taha™ auf Unsplash

Vor der Pause hatte Wesenufer die besseren Antworten

Wer nur auf das Endergebnis blickt, würde den Spielverlauf nach Einschätzung von Horst Dieter Gruber zu einfach lesen. Der Trainer der Gäste machte nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis daraus, dass sein Team in den ersten 45 Minuten große Probleme hatte. „Es war eine ganz schwere erste Halbzeit für uns. Wir hatten überhaupt keinen Zugriff, keine Körperlichkeit, sehr viele Fehler im Aufbauspiel. Man merkte uns an, dass der ein oder andere Stammspieler fehlt.“, sagte Gruber. Schärding sei in dieser Phase sogar „etwas glücklich“ mit dem 0:0 in die Kabine gegangen. Für ihn war klar, dass Wesenufer zur Pause eigentlich führen musste. Dazu passte auch eine Szene, die Gruber ausdrücklich als Schlüsselmoment nannte: Ein Schärdinger Verteidiger rettete den Ball noch auf der Linie. So blieb es beim 0:0, obwohl die Gastgeber laut Gruber griffiger auftraten, viele gute weite Bälle spielten und auch im Spielaufbau den besseren Eindruck hinterließen.


Das 1:0 als Dosenöffner, das 2:0 als klare Wende

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aus Sicht der Gäste aber deutlich. Schon in der 48. Minute brachte Benjamin Suljanovic Schärding mit 1:0 in Führung, ein Treffer, den Gruber rückblickend als ersten echten Türöffner für sein Team sah. „Das 1:0 war natürlich ein bisschen der Dosenöffner“, sagte er. Ganz gekippt sei die Partie für ihn dann aber erst später. In der 67. Minute traf erneut Suljanovic, diesmal laut Gruber mit einem „Traumabschluss“ aus der Distanz, „unhaltbar in den Winkel oben rechts“. Dieses 2:0 habe spürbar etwas verändert. „Nach dem 2:0 merkte man dann schon: Das Spiel ist jetzt auf unserer Seite“, so der Schärdinger Trainer. Schärding hatte nun mehr Spielanteile, spielte nach seiner Einschätzung auch die Konter cleverer aus und legte in der 73. Minute durch Semir Dedic das 0:3 nach. Dass Wesenufer durch Simon Peham in der 75. Minute noch auf 1:3 verkürzte, änderte für Gruber nichts mehr am grundsätzlichen Eindruck dieser Phase. Zwar habe der Gegner weiterhin gute Akzente nach vorne gesetzt, insgesamt sei das Spiel nach dem zweiten Treffer aber sehr stark in Richtung der Gäste gelaufen.

Mehr Mut von Beginn an bleibt die klare Forderung

Gerade weil der Sieg nach so schwacher erster Hälfte noch zustande kam, hob Gruber vor allem die Reaktion seiner Mannschaft hervor. „Die größte Stärke lag darin, dass wir in der zweiten Halbzeit trotz dieser verkorksten ersten Halbzeit nicht aufgegeben haben und trotzdem an uns geglaubt haben“, sagte er. Schärding sei nach der Pause griffiger geworden, körperlicher aufgetreten und habe „einen ganz anderen Fußball gespielt, so wie wir es normalerweise können“. Gleichzeitig beließ es der Trainer nicht beim Lob. Er sprach offen an, wo seine Mannschaft noch zulegen muss: „Wir müssen von Anfang an gleich körperlich in das Spiel reinfinden. Wir müssen unser Spiel machen.“ Zu viele einfache Abspielfehler im Aufbau und zu wenig Mut mit und gegen den Ball dürften sich nicht wiederholen. Dass Schärding trotz dieser offenen Punkte die drei Zähler mitnahm und nach fünf Runden mit 13 Punkten an der Tabellenspitze bleibt, nahm Gruber natürlich gerne mit. „Unterm Strich waren wir in der ersten Halbzeit glücklich mit dem 0:0, und in der zweiten Halbzeit hat meine Mannschaft Moral bewiesen“, fasste er zusammen.

1. Klasse Nord-West: Wesenufer : Schärding SV - 1:3 (0:0)

  • 75
    Simon Peham 1:3
  • 73
    Semir Dedic 0:3
  • 67
    Benjamin Suljanovic 0:2
  • 48
    Benjamin Suljanovic 0:1