Spielberichte

Nach gutem Beginn fehlt Union Schardenberg die Griffigkeit: „Wenn du keine Zweikämpfe führst, wird es sehr schwierig“

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Union Schardenberg
Sigharting/Andorf 1b

In der 1. Klasse Nord-West musste sich die Union Steinbrunn Schardenberg am fünften Spieltag der SPG Sigharting/Andorf 1b mit 0:2 geschlagen geben. Zur Pause war beim Stand von 0:0 noch alles offen, nach dem Seitenwechsel zogen die Gäste aber davon. Trainer Maximilian Ammerl sprach danach von einer „absolut verdienten Niederlage“ und machte vor allem fehlende Zweikampfführung, zu wenig Aggressivität und den mangelnden Fokus auf das eigene Spiel als Hauptgründe aus.

Fußballspieler legt sich den Ball auf

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Anfang machte Hoffnung, Ertrag blieb aus

Aus Sicht der Gastgeber begann die Partie noch mit einer Phase, in der durchaus mehr möglich gewesen wäre. Ammerl verwies direkt nach dem Spiel auf die ersten zehn bis fünfzehn Minuten, in denen seine Mannschaft „zwei, drei richtig gute Chancen“ hatte. Gerade diese Anfangsphase blieb ihm deshalb hängen, weil Schardenberg dort die Möglichkeit hatte, das Spiel in die gewünschte Richtung zu bringen. Stattdessen blieb der Ertrag aus, und genau das passte für den Trainer ins größere Bild der bisherigen Probleme. „Wir haben sie wieder mal nicht nutzen können“, sagte er. Dass es trotz dieser Möglichkeiten mit einem 0:0 in die Pause ging, hielt die Partie zwar offen, doch schon in seiner ersten Einordnung machte Ammerl deutlich, dass dieser Zwischenstand für ihn nicht darüber hinwegtäuschen konnte, wie sich das Spiel insgesamt entwickelt hatte. „Unterm Strich kann man von einer absolut verdienten Niederlage sprechen“, stellte er klar.


Nach der Pause schlagen Gäste zu

Die entscheidende Phase folgte dann kurz nach dem Seitenwechsel. In der 50. Minute brachte Ege Muhammet Özdemir die Gäste mit 1:0 in Führung, und nur zehn Minuten später legte Richard Lukacs das 2:0 nach. Damit hatte die Partie aus Schardenberger Sicht eine klare Richtung bekommen. Besonders über das erste Gegentor ärgerte sich Ammerl deutlich, weil es für ihn sinnbildlich zeigte, was seiner Mannschaft in vielen Aktionen fehlte. „Da trippelt der Innenverteidiger durch fünf Mann von uns durch und schießt dann aus zwanzig Metern ein Fernschusstor. Das darf in der Art und Weise einfach nicht passieren“, sagte der Trainer. Für ihn war diese Szene nicht nur wegen des Tores ärgerlich, sondern auch wegen der fehlenden Gegenwehr. „Da muss ich halt einfach einmal ein taktisches Foul ziehen und mich dagegen wehren“, meinte Ammerl. Aus seiner Sicht war das einer jener Momente, in denen Schardenberg zu passiv blieb und dem Gegner zu viel Raum ließ.

Coach Ammerl richtet Blick klar auf eigene Mannschaft

Noch deutlicher wurde der Schardenberg-Coach bei der Frage, wo das Spiel letztlich verloren ging. Er sprach weniger über einzelne Spielszenen als über Grundtugenden, die aus seiner Sicht gefehlt haben. „Wenn du beim Fußball keine Zweikämpfe führst, am Gegner nur daneben herläufst und keine Griffigkeit und Aggressivität reinbekommst, dann wird es in der Liga sehr schwierig, Spiele zu gewinnen“, sagte Ammerl offen. Damit legte er den Finger genau in die Wunde. Für ihn war nicht nur die Chancenverwertung in der Anfangsphase ein Problem, sondern vor allem die Art, wie seine Mannschaft danach den Zugriff verlor. Auch beim Thema Konzentration auf die eigene Leistung fand er klare Worte. „Jeder muss sich um seine eigenen Aufgaben kümmern. Da waren wir heute nicht gut genug. Wir kümmern uns um viele andere Dinge, aber nicht um die Hauptaufgabe, nämlich einfach ein gutes Fußballspiel zu machen“, sagte der Trainer. Positiv blieb für ihn damit nur die kurze Anfangsphase, denn danach war Schardenberg, wie er selbst formulierte, „weitestgehend abgemeldet“.

Klare Selbstkritik statt Ausreden

Bemerkenswert war nach dem 0:2 vor allem, wie konsequent Ammerl die Verantwortung bei der eigenen Mannschaft suchte. Über die Gäste wollte er bewusst nichts weiter sagen und auch Diskussionen über den Unparteiischen machte er nicht auf. Im Gegenteil: „Schiedsrichter Riegler hat ein perfektes Spiel gemacht“, hielt der Trainer fest. Damit blieb als Kern des Sonntagnachmittags eine schonungslose Selbstanalyse. Die Union Schardenberg hatte zu Beginn ihre Möglichkeiten, ging torlos in die Pause und verlor die Partie dann in einer schwachen Phase nach Wiederbeginn. Die beiden Treffer von Özdemir und Lukacs sorgten schließlich für klare Verhältnisse. Für die kommenden Aufgaben ist die Botschaft aus Schardenberger Sicht damit eindeutig. Wenn die Union in dieser Liga wieder punkten will, braucht es mehr Zweikämpfe, mehr Aggressivität und vor allem mehr Konzentration auf das, was auf dem Platz wirklich zählt.

1. Klasse Nord-West: Schardenberg : Sigharting/Andorf 1b - 0:2 (0:0)

  • 60
    Richard Lukacs 0:2
  • 50
    Ege Muhammet Özdemir 0:1