In der 1. Klasse Nord-West hat sich der UFC Haibach ob der Donau im Nachtrag der abgebrochenen Partie gegen Union Raiffeisen Prambachkirchen mit einem 1:1 begnügen müssen. Haibach nahm eine 1:0-Führung in die letzten 30 Minuten mit, brachte den Vorsprung aber nicht über die Zeit. Trainer Markus Hinterleitner sprach danach von einem „ganz speziellen Spiel“ und sah vor allem die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor als Grund dafür, dass am Ende nur ein Punkt blieb.
Die Partie hatte von vornherein einen besonderen Rahmen. Nach dem Spielabbruch wurde nicht neu begonnen, sondern nur mehr die ausstehenden 30 Minuten gespielt. Für Hinterleitner war genau das spürbar. „Das war ein ganz spezielles Spiel. Es war das erste Mal, dass wir nach einem Spielabbruch weiterspielen. Das war ganz komisch einzustellen, weil natürlich nur 30 Minuten gespielt werden“, sagte der Haibach-Trainer. Seine Mannschaft ging mit dem 1:0 aus der ersten Hälfte in diese Fortsetzung und fand laut ihrem Coach auch diesmal gleich wieder gut hinein. Haibach war im Spiel, startete ordentlich und hatte mehrere Möglichkeiten, um den Vorsprung auszubauen. Weil daraus aber kein zweiter Treffer wurde, blieb Prambachkirchen in Reichweite. In der 90. Minute gelang Richard Öberseder dann noch das 1:1.
Gerade dieser späte Treffer passte aus Sicht von Hinterleitner zum gesamten Verlauf. Er machte nicht eine einzelne Aktion zum entscheidenden Punkt, sondern sah ein bekanntes Problem über mehrere Szenen hinweg. „Wir haben gut gestartet und einzelne Chancen gehabt, haben sie aber nicht ganz sauber fertig gespielt“, erklärte er. Vor allem im letzten Drittel sei mehr drinnen gewesen. „Gefehlt haben uns einfach die Entschlossenheit und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor im Abschluss“, sagte der Trainer deutlich. Dazu kam, dass Haibach aus seiner Sicht einen möglichen vorentscheidenden Angriff nicht sauber fertig ausspielte. „Spielen wir den letzten Pass sauber in die Tiefe, gehen wir alleine aufs Tor zu. Im Gegenzug kriegen wir dann natürlich bitter den Ausgleich“, so Hinterleitner. Dass Prambachkirchen mit wenigen Möglichkeiten zum Punkt kam, machte die Sache für ihn noch bitterer.
Trotz des Ärgers über die zwei verlorenen Punkte wollte der Haibach-Coach die positiven Ansätze nicht unter den Tisch fallen lassen. Ihm gefiel, dass seine Mannschaft wieder geordnet auftrat, aggressiv war und den eigenen Fußball auf den Platz bringen wollte. „Wir waren sehr geordnet, aggressiv und haben versucht, wieder Fußball zu spielen. Das ist mir sehr wichtig“, betonte Hinterleitner. Den Gegner ordnete er nüchtern ein: Wer nach 60 Minuten 0:1 hinten liegt, könne freier aufspielen und habe weniger Druck. Gleichzeitig hielt er fest, dass Haibach nur wenig zugelassen habe. „Wir haben eigentlich nur zwei Chancen zugelassen, und eine davon ist dann natürlich hineingegangen“, sagte er. Diskussionen rund um den Unparteiischen gab es für ihn nicht. Hinterleitner sprach von einem „sehr guten Spielleiter“, strittige Szenen habe es gar keine gegeben. So blieb nach dem 1:1 vor allem ein Satz hängen, der den Abend treffend zusammenfasste: „Schade, dass sich die Mannschaft nicht für diesen Aufwand belohnt hat.“ Und doch klang im selben Gespräch auch Zuversicht an: „Die Richtung stimmt auf jeden Fall.“