In der 1. Klasse Nord-West ist der UFC Haibach/Donau am Samstagnachmittag gegen den SV Waizenauer Taufkirchen/Pram nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Nach dem 1:0 zur Pause ließ Haibach den frühen Ausgleich nach dem Seitenwechsel zu. Trainer Markus Hinterleitner sprach danach von einem schwierigen, hektischen Spiel, in dem seine Mannschaft „unsere Grundprinzipien nicht auf den Platz gebracht“ habe und das Remis deshalb in Ordnung gehe.
Schon in seiner ersten Einordnung machte Hinterleitner klar, dass es für seine Mannschaft kein Nachmittag war, an dem viel zusammengelaufen ist. „Es war ein schwieriges Spiel. Wir sind von der ersten bis zur letzten Minute überhaupt nicht ins Spiel gekommen“, sagte der Coach. Gerade zu Beginn sah er den bisherigen Tabellenletzten im Vorteil. Taufkirchen habe „vom Beginn weg eigentlich mehr gewollt“. Trotzdem ging Haibach in der 35. Minute in Führung, als Andreas Rathmayr mit einem abgefälschten Schuss das 1:0 erzielte. Diese Führung nahm der Gastgeber auch mit in die Pause, weil er sich danach laut Hinterleitner „gut gegen den Ball positioniert“ und das Spiel bis zur Halbzeit verwaltet habe. Wirklich Sicherheit brachte das aber nicht, denn nach Wiederbeginn folgte sofort der Rückschlag: David Cerveny traf in der 49. Minute zum 1:1. „Wir haben in der zweiten Halbzeit wieder eher schlecht gestartet, haben dann gleich den Ausgleich bekommen“, brachte es Hinterleitner auf den Punkt. Danach sei die Partie immer unruhiger geworden, „viel Hektik“ habe das Spiel bestimmt, und bis zum Schluss sei es kaum noch wirklich ruhiger geworden.
Dass Hinterleitner mit dem eigenen Auftritt insgesamt wenig anfangen konnte, zog sich durch das ganze Gespräch. Er redete nicht um den Punkt herum, sondern benannte sehr direkt, was ihm gefehlt hat. „Es war mehr Kampf und Krampf“, sagte er, und genau so habe sich die Partie aus seiner Sicht auch angefühlt. Haibach habe seine Grundprinzipien vermissen lassen und vor allem nicht die Ruhe gefunden, um das Spiel in geordnete Bahnen zu bringen. „Einfach mal Ball und Gegner laufen lassen, einmal Ruhe“, nannte der Trainer als das, was seine Mannschaft gebraucht hätte. Stattdessen sei alles „sehr, sehr hektisch“ gewesen. Gerade im Spielaufbau habe ihm die Konsequenz gefehlt. Hinterleitner sprach von einem „kontrollierten Spielaufbau“ und davon, Angriffe auch einmal sauber fertigspielen zu müssen. Doch genau das gelang laut seiner Analyse über die gesamten 90 Minuten nicht. So blieb nach der Führung nicht das Gefühl, das Spiel in der Hand zu haben, sondern eher der Eindruck, dass Haibach nie richtig in den eigenen Rhythmus fand. „Das ist uns leider in 90 Minuten nicht wirklich gelungen“, sagte er dazu nüchtern.
Auch bei der Frage nach dem möglichen Sieger blieb der Trainer bei seiner sachlichen Linie. Er sah den SV Taufkirchen vor allem in der ersten Halbzeit etwas entschlossener, meinte aber auch, dass die Gäste nach der Pause „nimmer so bestimmend“ und „nimmer so druckvoll“ gewesen seien. Damit war für ihn auch erklärt, warum das 1:1 am Ende stehen blieb. „Wir haben halt unsere paar Chancen, die wir dann gehabt haben, nicht genützt und im Endeffekt geht das Unentschieden in Ordnung“, sagte Hinterleitner. Positiv fiel aus seiner Sicht noch am ehesten die Arbeit gegen den Ball aus. „Die Defensive war trotzdem eher wieder das, was funktioniert hat“, meinte er, schob aber gleich nach, dass es „sicher nicht unser bester Tag“ gewesen sei. Den Gegner beschrieb er als aggressiv gegen den Ball und stabil in der Abwehr. „Sie haben uns nicht viel angeboten“, sagte Hinterleitner über Taufkirchen und verwies auch darauf, dass die Gäste vorne mit ihrem Stürmer immer gefährlich bleiben können. Strittige Szenen spielten in seiner Analyse keine Rolle. Für den UFC Haibach steht damit nach sieben Runden ein Zähler mehr auf dem Konto, insgesamt sind es nun neun Punkte und Rang sieben. Der Auftritt gegen Taufkirchen dürfte intern aber trotzdem vor allem eines hinterlassen: das klare Gefühl, dass mit mehr Ruhe und mehr Kontrolle deutlich mehr möglich gewesen wäre.