In einem Derby der 1. Klasse Nord-West setzte sich der SV Guschlbauer Waizenkirchen beim UFC St. Agatha mit 2:1 durch und nahm in Runde sieben drei wichtige Punkte mit. Trainer Roland Ulrich sprach nach dem Auswärtssieg von einem hitzigen Derby, sah seine Mannschaft nach der Pause mit mehr Ballbesitz und mehr Chancen und erklärte: "Nach dem Elfmeter hatten wir das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen."

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Schon Ulrichs erster Eindruck sagte viel über diesen Nachmittag aus. "Das war ein richtiges Derby", sagte der Trainer von Waizenkirchen und meinte damit nicht nur das Ergebnis, sondern auch die ganze Stimmung rund um die Partie. Schönes Wetter, viele Zuschauer und zwei Mannschaften, die den Sieg unbedingt wollten, ergaben genau die Mischung, die man in solchen Spielen erwartet. Waizenkirchen kam nach Einschätzung des Trainers sehr gut hinein und hatte vor allem in der Anfangsphase Vorteile. In der 25. Minute brachte Bence Koronczi die Gäste mit 1:0 in Führung. Ulrich hob dabei nicht nur den Treffer hervor, sondern auch die Entstehung: Es sei eine Eckballvariante gewesen, die man ein wenig geübt habe, ehe Koronczi "superschön" per Dropkick in die kurze Ecke traf. St. Agatha blieb aber im Spiel und glich durch Steven Mahringer in der 35. Minute zum 1:1 aus. Für Ulrich war dieser Zwischenstand stimmig, weil er die erste Hälfte insgesamt als offen und ausgeglichen einordnete: "Wir haben das Spiel richtig gut angefangen, danach hat St. Agatha uns ein bisschen in den Griff bekommen."
Während Ulrich die erste Halbzeit noch als Spiel auf Augenhöhe beschrieb, war seine Sicht auf den zweiten Durchgang deutlich klarer. Aus seiner Sicht hatte Waizenkirchen nach dem Seitenwechsel mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz und auch die größere Zahl an Möglichkeiten. "Wir haben viel mehr Chancen gehabt, wir haben Ballbesitz gehabt, wir haben richtig gut nach vorne gespielt", sagte der Trainer. Lange blieb die Partie trotzdem offen, weil der zweite Treffer aus Sicht der Gäste auf sich warten ließ und das 1:1 bis in die Schlussphase Bestand hatte. Genau darin lag für Ulrich auch der Spannungsbogen dieses Derbys: Waizenkirchen war nach seiner Einschätzung näher am nächsten Tor, schaffte es aber zunächst nicht, den Aufwand in eine klare Vorentscheidung umzumünzen. In der 84. Minute fiel dann doch noch das 1:2 durch David Stockinger. Ulrich verband diesen Treffer direkt mit dem Gefühl auf seiner Seite: "Nach dem Elfmeter hatten wir das Gefühl, dass wir das Spiel gewinnen." Damit war die Partie spät, aber aus Sicht der Gäste doch noch in ihre Richtung gekippt.
Trotz des Auswärtssieges sprach Ulrich die Punkte offen an, die seiner Mannschaft noch fehlen. Er sah viele Dinge, die ihm gefallen haben: eine kompakte Ordnung, viel Laufarbeit und eine Mannschaft, die bis zum Schluss gearbeitet hat. "Wir haben kompakt gestanden. Wir haben bis zum Schluss gekämpft. Wir sind bis zum Schluss gelaufen", sagte der Waizenkirchen-Coach. Gleichzeitig machte er aber ebenso klar, warum das Spiel bis zum Ende eng blieb. Vor allem nach dem 1:0 habe es aus seiner Sicht zwei oder drei richtig gute Möglichkeiten gegeben, die besser zu Ende gespielt werden mussten. Ulrich sprach sogar von Situationen, "wo wir nur drei gegen eins oder vier gegen eins fertig spielen sollen". Genau dort sieht er das größte Verbesserungspotenzial. Dass seine Mannschaft solche Szenen überhaupt herausspielen konnte, wertete er dennoch positiv. Für ihn ist das ein Zeichen, dass der kombinative Aufbau stimmt und die Mannschaft in diese Räume kommt. Was noch fehlt, ist für ihn die letzte Konsequenz, um aus guten Ansätzen auch wirklich große Torchancen und vielleicht frühere Entscheidungen zu machen.
Zum Spiel gehörten nach Ulrichs Einschätzung auch zwei Szenen, über die gesprochen wurde. Er erinnerte an eine Situation um die 60. Minute, in der zunächst auf Elfmeter entschieden worden sei, ehe es nach Reklamationen Freistoß für Waizenkirchen außerhalb des Strafraums gegeben habe. Ulrich blieb dabei bewusst vorsichtig und sagte, man habe diese Entscheidung akzeptiert. Auch beim späten Strafstoß zum Siegtor hielt er sich bei der Abseitsfrage zurück. "Ich war weit weg. Ich kann nicht sagen, ob es Abseits war oder nicht", meinte er, stellte aber ebenso klar, dass für ihn das Foul selbst eindeutig gewesen sei. Schiedsrichter Lukic bewertete er insgesamt dennoch ordentlich und sprach von einer "guten Leistung" mit Ausnahme dieser strittigen Momente. Bemerkenswert war auch, wie Ulrich über den Gegner sprach. Der UFC St. Agatha hat eine sehr gute Mannschaft und deutlich besser, als es die aktuelle Tabellensituation vermuten lasse. Für den SV Waizenkirchen sind die drei Punkte trotzdem viel wert. Nach sieben Runden hält Waizenkirchen nun bei acht Zählern, und der Trainer sieht sein Team auf einem guten Weg: "Wir spielen einen kombinativen Fußball, wir kämpfen, wir laufen. Das können wir immer weiter steigern."