In der 1. Klasse Nord-West musste sich Union Steinbrunn Schardenberg bei SV Bäck Baggerungen Lambrechten mit 0:2 geschlagen geben. Nach dem 0:1 durch Tomas Senft in der 32. Minute liefen die Gäste einem Rückstand hinterher, ehe Colin Köchl in der Nachspielzeit den Endstand fixierte. Trainer Maximilian Ammerl sprach von einer "bitteren Niederlage" und sah vor allem zu wenig Qualität am Ball sowie fehlende Durchschlagskraft in Überzahl nach der Pause.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Die Partie lief aus Sicht der Gäste von Beginn an in eine Richtung, die Maximilian Ammerl überhaupt nicht gefiel. Der Trainer sprach offen an, dass seine Mannschaft "speziell in der ersten Halbzeit extreme Probleme mit dem Ball" hatte. Ballstafetten über mehrere Stationen seien kaum zustande gekommen, dazu habe Lambrechten "speziell im Zentrum" vieles richtig gemacht. Schardenberg brauchte laut Ammerl relativ lange, um überhaupt Lösungen gegen diese Phase zu finden. Dass die Gastgeber daraus bis zur Pause trotzdem nicht viele ganz große Möglichkeiten machten, erwähnte der Coach ausdrücklich. Umso mehr ärgerte ihn dann das 0:1 in der 32. Minute durch Tomas Senft, weil dieses Tor aus seiner Sicht "extrem unglücklich" fiel. Schardenberg ging nicht entschlossen genug zum Ball, verlor die Situation, dazu wurde der Ball bei einer Grätsche noch abgefälscht, ehe Lambrechten nur noch ins leere Tor einschieben musste. Mit diesem 0:1 ging es dann auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel war die Ausgangslage für die Gäste eigentlich klar: Mit einem Mann mehr musste mehr gehen. Genau dort setzte Ammerl später auch mit seiner Analyse an. "Knackpunkt war letztendlich schon, dass wir trotz Überzahl in der zweiten Halbzeit nicht geschafft haben, konsequent die richtigen Torchancen herauszuspielen, bis auf eine", sagte der Trainer. Diese eine große Möglichkeit habe es direkt nach der Pause gegeben, und auch diese Szene blieb bei ihm hängen. "Wenn wir die machen, dann steht es 1:1 und dann wird das noch einmal ein ganz anderes Spiel." Doch genau dieser Ausgleich fiel nicht. Stattdessen fehlten nach seiner Einschätzung Tempo in den Aktionen, die Tiefe im Angriff und jener Dauerdruck, den man sich in Überzahl erwartet. Ammerl brachte es noch einmal auf den Punkt: "Wir waren in der zweiten Halbzeit einen Mann mehr und haben uns extrem hartgetan, Tempo in die Aktionen reinzubringen." So blieb Schardenberg zwar im Spiel, aber eben ohne jene Wucht, die für eine Wende nötig gewesen wäre.
So lief Schardenberg dem Rückstand bis tief in die Schlussphase nach, ehe Colin Köchl in der 92. Minute zum 2:0 traf. Auch dieses Gegentor ordnete Ammerl schlüssig ein. Seine Mannschaft habe in den letzten Minuten "alles nach vorne geworfen" und sei dann ausgekontert worden. Das passte zu einem Nachmittag, an dem der Trainer mit der Offensivleistung insgesamt nicht zufrieden war. "Unterm Strich eine bittere Niederlage, die sehr wehtut", sagte er, und viel deutlicher konnte sein Fazit kaum ausfallen. Besonders im letzten Drittel habe seiner Mannschaft die Überzeugung gefehlt, dazu sei man mit dem Ball insgesamt nicht sauber genug gewesen. Den Gegner sah er vor allem im Zentrum vor der Pause stark, fügte aber auch an, dass seine Mannschaft mit besserer Kommunikation und klareren Kommandos mehr dagegenhalten hätte können. Ein gutes Zeugnis stellte er nur dem Unparteiischen aus: "Der Schiedsrichter hat ein super Spiel gemacht." Viel mehr blieb aus Schardenberger Sicht nicht, als die Niederlage anzunehmen und nach vorne zu schauen. "Jetzt heißt’s weiter fleißig im Training arbeiten und nächste Woche wieder besser machen", sagte Ammerl.