Spielberichte

„Über 90 Minuten war die Leistung zu wenig“ – Union Wesenufer verliert in St. Roman

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SPG St. Roman/Esternberg 1b
Union Wesenufer

In der 1. Klasse Nord-West hat die SPG St. Roman/Esternberg 1b am Sonntagnachmittag einen klaren 3:0-Heimsieg gegen die Union eFiT Wesenufer gefeiert. Aus Sicht der Gäste war die Niederlage laut Sportchef Rene Dobetsberger verdient, weil seine Mannschaft von Beginn an nicht ins Spiel fand. Vor allem fehlten Aggressivität, Präsenz und der unbedingte Wille, das Spiel über weite Strecken an sich zu reißen.

Mann hält Anzeigetafel, die eine Nachspielzeit von sieben Minuten anzeigt

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Früher Rückstand, später die Entscheidung

Die Partie nahm für Wesenufer schon früh eine Richtung, die an diesem Nachmittag nicht mehr zu korrigieren war. Bereits in der 7. Minute brachte Jonas Schlager die Gastgeber mit 1:0 in Führung. Damit lief Wesenufer praktisch vom Start weg einem Rückstand nach, ohne in der ersten Hälfte eine klare Antwort zu finden. Zur Pause stand es 1:0 für St. Roman/Esternberg, und auch nach dem Seitenwechsel wurde das Bild aus Sicht der Gäste nicht entscheidend besser. Dobetsberger sprach zwar von kurzen Phasen, in denen seine Mannschaft etwas besser ins Spiel gekommen sei, Wesenufer profitierte daraus aber nicht. Stattdessen legten die Hausherren nach: Miroslav Vrhel erhöhte in der 64. Minute auf 2:0, David Goldberger machte zehn Minuten später mit dem 3:0 alles klar. Bezeichnend war dabei auch die Einschätzung des Wesenufer-Funktionärs zur Offensive seiner Mannschaft: "Offensiv hatten wir eigentlich keine nennenswerte Chance, die zu einem Tor hätte werden können."


Deutliche Selbstkritik nach Schlusspfiff

Entsprechend klar fiel die Analyse von Dobetsberger aus. Der Sportliche Leiter nahm kein Blatt vor den Mund und bewertete den Auftritt seiner Mannschaft sehr kritisch. "Die Entwicklung war grundsätzlich sehr enttäuschend von unserer Seite, weil wir anfangs sehr fehlerhaft agierten und über weite Strecken nicht ins Spiel fanden beziehungsweise nicht die notwendige Aggressivität und das Engagement an den Tag legen konnten", sagte er. Gerade deshalb schmerzte die Niederlage besonders, weil Wesenufer nach dem 1:7 in der Vorwoche eigentlich ein anderes Bild abgeben wollte. "Der Plan war, ein anderes Gesicht zu zeigen und mit mehr Aggressivität, mit mehr Willen und etwas mehr Präsenz wieder ein besseres Ergebnis zu erzielen. Aber das haben wir leider in keinster Weise geschafft", so Dobetsberger. Dass er am Ende von einer über die gesamte Spielzeit zu schwachen Leistung sprach, passte damit zur gesamten Einordnung des Nachmittags.

Unterschied lag für Sportchef Dobetsberger nicht in der Qualität

Interessant war dabei vor allem, worin Dobetsberger den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Teams sah. Für ihn lag er nicht in erster Linie in der fußballerischen Klasse, sondern in der Bereitschaft, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen. "Rein an der Bereitschaft. Rein am Siegeswillen, an der Präsenz, gewinnen zu wollen", sagte er. Genau dort habe seine Mannschaft an diesem Tag zu wenig gebracht. St. Roman/Esternberg machte es aus seiner Sicht deutlich einfacher und klarer. "Sankt Roman hat die einfachen Dinge sehr gut gemacht", erklärte Dobetsberger, der dem Gegner außerdem zugestand, in der Offensive gut besetzt gewesen zu sein und die Möglichkeiten "mehr oder weniger eiskalt" genutzt zu haben. Dazu passte auch seine Feststellung, dass die Gastgeber insgesamt mehr Chancen hatten. Diskussionen über Nebenschauplätze gab es laut Dobetsberger nicht. "Der Schiedsrichter hat das Spiel sehr gut im Griff gehabt", hielt er fest.

Wesenufer muss nun an Haltung und Präsenz arbeiten

Für die Union Wesenufer bleibt damit nach acht Runden der 12. Tabellenplatz mit acht Punkten, während die SPG St. Roman/Esternberg mit 13 Zählern auf Rang drei liegt. Viel schwerer als die nackten Zahlen wog aus Sicht der Gäste aber die Art und Weise der Niederlage. Dobetsberger kam in seiner Schlussbewertung noch einmal auf die fehlende Entschlossenheit seiner Mannschaft zurück und formulierte damit zugleich den klarsten Arbeitsauftrag für die nächsten Wochen: "Nicht an der Qualität, weil die vorhanden gewesen wäre. Aber die Bereitschaft und die Eigenschaften, die es braucht, um ein Spiel zu gewinnen, haben wir am Sonntag nicht gezeigt." Genau dort wird Wesenufer ansetzen müssen. Nach zwei deutlichen Rückschlägen hintereinander geht es nun weniger um Schönspielerei, sondern vor allem darum, wieder jene Aggressivität, Präsenz und Verbindlichkeit auf den Platz zu bringen, die der Sportliche Leiter in St. Roman so deutlich vermisst hat.

1. Klasse Nord-West: St. Roman/Esternberg 1b : Wesenufer - 3:0 (1:0)

  • 74
    David Goldberger 3:0
  • 64
    Miroslav Vrhel 2:0
  • 7
    Jonas Schlager 1:0