Spielberichte

Das 2:0 war drin, dann stellte die Gelb-Rote alles auf den Kopf: Union Schardenberg holt nur einen Punkt

Ligaportal als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen
Prambachkirchen
Union Schardenberg

In der 1. Klasse Nord-West hat sich die Union Steinbrunn Schardenberg bei der Union Raiffeisen Prambachkirchen mit einem 2:2-Unentschieden begnügen müssen. Nach frühem Vorsprung und einer 2:1-Pausenführung sprach aus Sicht von Trainer Maximilian Ammerl viel für die Gäste, doch eine Gelb-Rote Karte kurz vor der Pause änderte die Partie. „Das hat das ganze Spiel natürlich auf den Kopf gestellt“, sagte der Coach danach.

Fußball hängt im grünen Tornetz

Image by Mariusz from Pixabay

Guter Start der Gäste, aber Führung blieb zu knapp

Schardenberg kam nach Ammerls Eindruck ordentlich in die Partie und legte früh vor. Adrian Peham brachte die Gäste bereits in der 6. Minute in Führung, und genau diese Phase war für den Trainer im Nachhinein ein wichtiger Punkt. „Wir sind relativ gut in die Partie reingekommen und sind dann auch in Führung gegangen“, sagte er. Noch wichtiger war für ihn aber, dass in dieser Phase mehr möglich gewesen wäre. Aus seiner Sicht hatte Schardenberg beim Stand von 1:0 die große Gelegenheit, gleich nachzulegen. „Wir haben eine Riesenchance zum 2:0 gehabt. Die konnten wir leider nicht machen“, meinte Ammerl. Statt eines möglichen zweiten Treffers blieb die Partie offen, und der Aufsteiger fand über ein Muster ins Spiel, das den Gästen Probleme bereitete. „Das waren schnelle, tiefe Bälle über ihre linke Offensivseite. Da haben wir uns ein bisschen hartgetan, die zu verteidigen“, erklärte der Trainer. Einer dieser Angriffe führte dann auch zum 1:1 durch Simon Pühringer in der 16. Minute. Schardenberg ließ sich davon aber zunächst nicht aus der Ruhe bringen und ging in der 31. Minute erneut in Front, diesmal durch Laurenz Bruneder. So stand trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs zur Pause eine 2:1-Führung für die Gäste.


Szene vor der Pause verändert ganzes Spiel

Der Knackpunkt aus Sicht von Ammerl lag dennoch nicht bei einem der Tore, sondern unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Kurz vor der Halbzeit handelte sich Schardenberg eine Gelb-Rote Karte ein, und für den Trainer war klar, dass diese Situation der Partie eine ganz andere Richtung gab. „Die gelb-rote Karte kurz vor der Halbzeit hat das ganze Spiel natürlich auf den Kopf gestellt“, sagte er. Weil seine Mannschaft danach in Unterzahl weiterspielen musste, veränderte sich auch die Aufgabe auf dem Platz grundlegend. Schardenberg konnte nach vorne nicht mehr so auftreten wie in der ersten Halbzeit und musste viel mehr gegen den Ball arbeiten. „Aufgrund der Unterzahl war das Spiel in der zweiten Halbzeit natürlich ganz anders. Wir haben sehr, sehr viel leiden und verteidigen müssen“, so Ammerl. Dass er die Verantwortung trotzdem zuerst bei der eigenen Mannschaft sah, machte er ebenfalls deutlich. Vor allem der Grund für die Gelb-Rote störte ihn. „Disziplin, weil die Gelb-Rote durch Ballwegschießen kommt. Das darf uns kurz vor der Halbzeit einfach nicht passieren“, sagte der Coach. Einen kurzen Hinweis auf eine ähnliche Szene beim Gegner sparte er dennoch nicht aus, betonte aber zugleich, dass Schardenberg sich damit nicht herausreden dürfe.

Nach der Pause viel Abwehrarbeit, bis Prambachkirchen zurückkommt

Mit einem Mann weniger ging es für die Gäste nach dem Seitenwechsel vor allem darum, den Vorsprung zu halten. Ammerl sah dabei durchaus Dinge, die ihm gefielen, auch wenn der Druck naturgemäß zunahm. „Wir haben es grundsätzlich auch in der zweiten Halbzeit gut wegverteidigt“, sagte er. Nach seiner Einschätzung ließ Schardenberg trotz der Unterzahl nicht laufend klare Möglichkeiten zu. Vielmehr habe Prambachkirchen vor dem Ausgleich vor allem durch zwei Fernschüsse für Gefahr gesorgt, die beide am Aluminium landeten. Ganz ohne Wackler ging es aber nicht bis zum Ende. „Einmal haben wir uns leider ausspielen lassen, und das hat der Gegner eiskalt bestraft“, sagte Ammerl. Dieser Moment führte schließlich in der 76. Minute zum 2:2 durch Jürgen Erlinger. Damit war die Schardenberger Führung weg, obwohl die Gäste über weite Strecken der zweiten Hälfte alles in die Defensivarbeit legen mussten. In der Schlussphase sah Ammerl dann noch eine Szene, die aus seiner Sicht zumindest Gesprächsstoff bot. „In der letzten Minute wird ein Spieler von uns direkt an der Sechzehnerkante klar gefoult. Das wäre natürlich noch einmal eine gute Freistoßposition für uns gewesen“, meinte er, schob aber auch nach: „Ansonsten hat das alles gepasst.“

Punkt, der sich nicht ganz rund anfühlt

Unter dem Strich blieb bei der Union Schardenberg nach dem 2:2 das Gefühl, das in Prambachkirchen mehr möglich gewesen wäre. Die frühe Führung war da, die große Chance auf das 2:0 ebenfalls, und selbst nach dem Ausgleich lag die Mannschaft durch Bruneder wieder vorne. Gerade deshalb wog für Ammerl die Szene vor der Pause so schwer. Sie nahm seiner Mannschaft die Möglichkeit, das Spiel mit derselben Herangehensweise fertigzuspielen. Gleichzeitig nannte der Trainer klar jene Punkte, an denen seine Elf ansetzen muss. „Vielleicht war es in der ersten Halbzeit wirklich die Kaltschnäuzigkeit, gleich auf 2:0 zu stellen“, sagte er. Dazu kam für ihn eben die Disziplin in einer Phase, in der man den Vorsprung eigentlich nur sauber in die Kabine bringen musste. Für Schardenberg bedeutet das Remis nach neun Spielen zwölf Punkte und Rang fünf in der Tabelle. Es ist also kein Rückschlag, aber eines jener Unentschieden, bei denen der Spielverlauf aus Sicht der Gäste lange nachwirkt.

1. Klasse Nord-West: Prambachkirchen : Schardenberg - 2:2 (1:2)

  • 76
    Jürgen Erlinger 2:2
  • 31
    Laurenz Bruneder 1:2
  • 16
    Simon Pühringer 1:1
  • 6
    Adrian Peham 0:1