In der 1. Klasse Nord-West hat Union Josko Kopfing am Samstag ein intensives Heimspiel gegen UFC Haibach ob der Donau mit 3:2 gewonnen. Trainer Firzet Hadzic sah vor allem die Reaktion nach dem 1:1 und den schnellen Treffer nach der Pause als Schlüssel: „Mit dem 2:1 haben wir den ersten Grundstein gelegt.“ Trotz klarer Überlegenheit über weite Strecken blieb es bis zum Ende eng.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Für Hadzic begann die Partie genau so, wie er es sich nach der starken Vorwoche erhofft hatte. „Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen für 35 Minuten, in denen wir einfach überragend gespielt haben“, sagte der Kopfing-Trainer. Seine Mannschaft habe das Spiel komplett unter Kontrolle gehabt, den Ball gut laufen lassen und einen Angriff nach dem anderen aufgezogen. Früh wurde das auch belohnt: Adam Kozselka brachte die Gastgeber bereits in der 8. Minute mit 1:0 in Führung. Aus Sicht des Trainers war das zu diesem Zeitpunkt sogar eher zu wenig, weil Kopfing weitere Möglichkeiten auf das zweite und dritte Tor liegen ließ. Genau das ärgerte ihn im Rückblick, weil Haibach mit dem ersten echten Dämpfer wieder in die Partie fand. Nach einfachen Ballverlusten und nicht sauber geführten Zweikämpfen glich Sebastian Kaltseis in der 38. Minute zum 1:1 aus. „Da waren wir ein bisschen geschockt“, sagte Hadzic über die Phase vor der Pause, mit der sein Team trotz starker erster Halbzeit nur mit einem Remis in die Kabine ging.
In der Halbzeit griff Hadzic ein und musste dabei auch wechseln, weil Felix Hatzmann nicht weitermachen konnte. Für ihn kam Sebastian Doblinger, und genau dieser Wechsel zahlte sich sofort aus. Nur wenige Minuten nach Wiederbeginn traf Doblinger in der 49. Minute zum 2:1, was der Trainer später als Schlüsselmoment des Nachmittags bezeichnete. „Mit dem 2:1 haben wir den ersten Grundstein gelegt für den heutigen Erfolg“, erklärte Hadzic. Er sprach von einer „gewaltigen Reaktion“ seiner Mannschaft, die nach dem Ausgleich wieder mit Körperspannung und Zug nach vorne aus der Kabine gekommen sei. Kopfing blieb am Drücker, ließ laut Trainer erneut einige Möglichkeiten liegen und legte in der 68. Minute doch noch nach, als Mathias Grüneis Wasner auf 3:1 stellte. Für Hadzic war das Spiel damit eigentlich in die gewünschte Richtung gelaufen. „Da habe ich mir gedacht, das ist schon gelaufen“, sagte er. Ganz durch war die Sache aber nicht, denn Michael Steininger verkürzte in der 73. Minute für Haibach auf 3:2. Kopfing bekam danach noch Räume, brachte einen Konter mit Bence Lizak aber nicht entscheidend ins Ziel, als dieser nur die Stange traf. Trotzdem brachte die Heimelf den knappen Vorsprung am Ende über die Zeit.
Der Sieg gefiel dem Trainer nicht nur wegen der drei Punkte, sondern vor allem wegen der Phasen, in denen seine Mannschaft genau den Fußball zeigte, den er sehen will. „Wir haben gezeigt, dass wir so gut Fußball spielen können“, sagte Hadzic und sprach von Spielfreude, Aggressivität, Passstafetten und sauber herausgespielten Chancen. Vor allem die ersten 35 Minuten und dann noch einmal rund eine halbe Stunde nach der Pause seien „wunderschön zum Anschauen“ gewesen. Gleichzeitig machte der Kopfing-Coach aber auch klar, dass der Auftritt noch längst nicht fehlerfrei war. Er sprach von unnötigen Fehlpässen gegen den Ball, von Situationen, die offensiv wie defensiv zu hektisch gelöst wurden, und vor allem von fehlender Cleverness. „Wir müssen noch mehr Cleverness zeigen. Wann muss man ein Foul machen, wann muss man Gelb riskieren? Da sind wir noch zu jung, zu grün“, sagte Hadzic. Gerade weil viele junge Spieler zum Einsatz kommen, stellt er die Weiterentwicklung über alles. Seine Botschaft war deutlich: Fehler werden verziehen, aber aus ihnen müsse gelernt werden.
Auch über den Gegner verlor Hadzic nach dem Heimsieg kein schlechtes Wort. Er nannte Haibach eine „sehr, sehr gute Mannschaft“, die gut organisiert auftrete, zweikampfstark sei und wisse, wo ihre Qualitäten liegen. Vor allem bei Standards sah er Stärken beim Tabellenzwölften, der aus Sicht des Kopfing-Trainers mit dem Abstieg „mit großer Sicherheit nichts zu tun haben wird“. Strittige Szenen wollte Hadzic insgesamt keine große Bedeutung geben. Nur bei einer Aktion mit Bence Lizak hätte er sich eine härtere Entscheidung vorstellen können, insgesamt gab es vom Trainer aber pauschales Lob für den Schiedsrichter. Unter dem Strich überwog bei Kopfing ohnehin die Freude über den nächsten Sieg. Mit nun 18 Punkten bleibt die Mannschaft auf Rang drei und hat laut Hadzic ihr Zwischenziel damit erreicht. „Wir gehen in die nächsten Spiele mit vollem Selbstvertrauen und breiter Brust“, sagte der Trainer. Drei Partien hat Kopfing in diesem Herbst noch vor sich, und nach diesem 3:2 ist klar, mit welchem Anspruch die Hadzic-Elf in diese Wochen geht.