In der 1. Klasse Nord-West trennten sich der SV Waizenauer Taufkirchen/Pram und der SV Guschlbauer Waizenkirchen torlos. Für Trainer Roland Ulrich war es trotzdem kein unspektakuläres Remis. Er sah seine Mannschaft nach kurzer Anlaufzeit über weite Strecken mit Vorteilen, gutem Defensivverhalten und mehreren ordentlichen Aktionen nach vorne. Was aus seiner Sicht zum Sieg fehlte, war vor allem die letzte Genauigkeit rund um den Strafraum.
Ulrich sprach nach dem Schlusspfiff von einem intensiven Spiel, in dem seine Mannschaft erst hineinfinden musste, dann aber immer stärker wurde. „Wir haben das Spiel richtig gut angefangen. Nach zehn, fünfzehn Minuten haben wir die Dominanz übernommen und über 90 Minuten sehr gut gespielt“, sagte der Trainer. Ganz so gradlinig war die Anfangsphase allerdings nicht, denn nach Ulrichs Darstellung kam Taufkirchen zunächst ebenfalls in die Partie und erhielt in der 17. Minute einen Elfmeter, ließ diese Möglichkeit aber ungenutzt. Für Ulrich war das eine der Szenen, die das Spiel früh hätten kippen lassen können. Danach sah er Waizenkirchen aber immer besser im Rhythmus, mit sauberem Stellungsspiel und einer Mannschaft, die viel investierte. Zur Pause stand es 0:0, obwohl auf beiden Seiten schon gute Möglichkeiten da waren. Die größte Chance für die Gäste vor dem Seitenwechsel hatte laut Ulrich David Stockinger, der zwischen der 30. und 35. Minute allein vor dem Tormann auftauchte, den Ball aber etwas zu hoch ansetzte, sodass der Schlussmann noch parieren konnte.
Dass Ulrich sein Team am Ende näher am Sieg sah, hing nicht nur mit der eigenen Spielanlage zusammen, sondern auch mit einer Szene nach der Pause. Rund um die 60. Minute reklamierte Waizenkirchen einen Treffer. Nach einer Hereingabe von rechts waren David Stockinger und Moritz Wolfsteiner im Zentrum beteiligt, der Ball wurde noch abgefälscht und war für den Trainer klar hinter der Linie. „Das war ganz sicher drüber und normalerweise muss der Schiedsrichter das Tor geben“, meinte Ulrich. Gleichzeitig machte er aber auch klar, dass Taufkirchen durch den vergebenen Elfmeter ebenso die Chance auf den Sieg hatte. Gerade deshalb ordnete er das Remis grundsätzlich als vertretbar ein, auch wenn aus seiner Sicht mehr drin gewesen wäre. Mit der Schiedsrichterleistung war der Waizenkirchen-Coach insgesamt unzufrieden, betonte dabei aber ausdrücklich, dass die Fehler nicht nur seine Mannschaft betroffen hätten. „Das war überhaupt nicht sein Tag – und zwar für beide Seiten“, sagte Ulrich, der sowohl beim Elfmeterpfiff als auch bei der nicht anerkannten Szene anderer Meinung war.
Abseits der strittigen Szenen hob Ulrich vor allem die Arbeit seiner Mannschaft hervor. „Wir haben hinten richtig gut gestanden, sehr gut gearbeitet und viele Zweikämpfe gewonnen“, sagte er. Besonders im Mittelfeld habe der SV Waizenkirchen viel weggeräumt, sei laufstark gewesen und habe dem SV Taufkirchen über längere Strecken nur wenig Raum gelassen. Auch mit dem eigenen Ballbesitz war der Trainer einverstanden. Seine Elf habe kompakt und kombinativ gespielt, sei mit mehreren Angriffen ordentlich in die gefährliche Zone gekommen, habe dort aber nicht konsequent genug zu Ende gespielt. „Uns haben der letzte Pass und die letzte Ruhe vor dem Tor gefehlt“, brachte es Ulrich auf den Punkt. Gerade deshalb mischte sich in die Zufriedenheit über die Leistung auch ein gewisser Ärger über das Ergebnis. Gleichzeitig sprach der Coach von viel Stolz. Die junge Mannschaft habe ihn auf dem großen Platz „sehr positiv überrascht“, Taufkirchen sei schließlich „eine gute, zweikampfstarke Mannschaft“. Der Punkt hält Waizenkirchen nach zehn Runden bei 15 Zählern auf Rang vier. Ulrich verwies außerdem auf die starke Form der vergangenen Wochen: In den letzten vier Spielen habe sich sein Team sehr gut präsentiert, insgesamt erst ein einziges Mal verloren und zuletzt nur ein Gegentor kassiert – ebenfalls per Elfmeter. Entsprechend klar fiel sein Schluss aus: „Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft und hoffe, dass es so weitergeht.“