In der 1. Klasse Nord-West hat sich der SV Bäck Baggerungen Lambrechten gegen die Union eFiT Wesenufer mit 1:0 durchgesetzt. Nach einem torlosen ersten Durchgang fiel die Entscheidung erst in der 72. Minute durch Dejan Resanovic. Für Obmann Michael Berrer war der Sieg verdient, auch wenn der Bezirksliga-Absteiger lange auf die Belohnung warten musste und vor dem Treffer eine heikle Szene nach einem Eigenfehler zu überstehen hatte.

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Wer nur auf das knappe Ergebnis schaut, könnte eine enge Partie vermuten. Aus Sicht der Gastgeber war das Bild aber ein anderes. Berrer sprach davon, dass seine Mannschaft die Begegnung über weite Strecken im Griff hatte und den Ton angab. „Fakt ist, dass wir das Spiel gefühlt immer unter Kontrolle gehabt haben“, sagte er, auch wenn er einräumte, dass es Phasen gab, in denen es nicht ganz so sauber lief. Entscheidend war für ihn vor allem, dass Lambrechten aus dieser Überlegenheit zunächst zu wenig machte. „Wichtig war, dass wir das 1:0 machen“, erklärte Berrer. Gerade weil seine Mannschaft genügend Möglichkeiten hatte, wurde das lange Warten auf den Treffer zu einem Thema. Umso wichtiger war aus seiner Sicht, dass eine brenzlige Situation nach einem Eigenfehler ohne Gegentor blieb. Ein Wesenufer-Spieler lief dabei alleine auf das Tor zu. „Wenn wir da das Gegentor kassiert hätten, wäre das natürlich fatal gewesen“, sagte Berrer und schob nach: „Ich möchte nicht wissen, ob wir dann das Spiel überhaupt noch gewonnen hätten.“ So blieb es zunächst beim 0:0, obwohl Lambrechten mehr vom Spiel hatte.
Dass die Partie am Ende doch noch entschieden wurde, lag an einer Standardsituation. In der 72. Minute traf Dejan Resanovic zum 1:0 und brachte Lambrechten damit auf die Siegerstraße. Berrer hob hervor, dass diesem Tor bereits zwei ähnliche Szenen vorausgegangen waren. „Wir hatten vorher zwei Freistöße hintereinander auf der Querlatte“, sagte er. Umso mehr Gewicht bekam dann jener ruhende Ball, den Resanovic selbst herausgeholt hatte und anschließend auch verwertete. „Dass dann von Resanovic, der selbst gefoult worden ist, das Tor fällt, war natürlich entscheidend. Das war ein guter Freistoß“, so Berrer. Mit diesem Treffer fiel bei den Gastgebern der Druck ein Stück weit ab, weil der lange Aufwand endlich ein Ergebnis brachte. Ganz erledigt war die Sache damit aber noch nicht, denn Berrer erinnerte auch daran, dass seine Mannschaft nach dem 1:0 weitere gute Möglichkeiten hatte, den Vorsprung auszubauen. Gerade deshalb blieb bei aller Zufriedenheit auch das Gefühl, dass der Sieg früher und vielleicht auch klarer hätte abgesichert werden können.
In seiner Analyse stellte Berrer vor allem heraus, dass Lambrechten wieder stärker zu dem Spiel gefunden habe, das die Mannschaft auszeichnet. „Das Wichtigste ist, dass wir wieder unser Spiel gespielt haben“, sagte er. Er meinte damit viel Ballbesitz, einen Gegner, der laufen musste, und gleichzeitig den klaren Blick nach vorne. „Wir haben den Gegner laufen lassen, haben viel Ballbesitzphasen gehabt und sofort immer den Weg nach vorne gesucht“, fasste er zusammen. Auch defensiv sah er seine Mannschaft grundsätzlich stabil. Ganz ausblenden wollte er die Schwachstellen aber nicht. „Das Problem ist einfach trotzdem, dass wir hin und wieder schon auch Schnitzer drinnen haben“, sagte Berrer. Genau diese unnötigen Eigenfehler seien es, die ein Spiel kippen lassen könnten. Wesenufer erlebte er als tief stehenden Gegner, der sich hinten hineinstellte, über Größe und Robustheit kam, aber nicht zu den schnellsten Teams zählt. Deshalb wollte Lambrechten vor allem über die Tiefe gefährlich werden. Insgesamt war die Partie für Berrer dennoch kein Spiel für Feinschmecker. „Es war nicht der große Fußballleckerbissen. Bei beiden Mannschaften war es nicht der beste Tag“, sagte er. Positiv erwähnte er auch den Unparteiischen: „Der Schiedsrichter hat das sehr gut gemacht, war unauffällig, ruhig und hatte es immer unter Kontrolle.“
Der Heimsieg war für den SV Lambrechten nicht nur wegen der drei Punkte wichtig, sondern auch mit Blick auf die jüngste Entwicklung. Berrer verwies darauf, dass seine Mannschaft nun seit vier Wochen ungeschlagen ist und in diesem Zeitraum drei Siege sowie ein Unentschieden geholt hat. „Da müssen wir zufrieden sein“, sagte er, zumal die Kadersituation durch Verletzungen und krankheitsbedingte Ausfälle angespannt sei. Umso mehr wertete er es, dass die Mannschaft trotzdem wieder zu ihrem Spiel findet. Den Unterschied zur Union Wesenufer sah er diesmal in der fußballerischen und individuellen Qualität. „Ich glaube schon, dass wir fußballerisch um eine Klasse stärker waren und das auch gezeigt haben“, meinte Berrer. Dazu komme ein körperlicher Vorteil, der sich im Verlauf der Partie bemerkbar mache. „Ab der 60. Minute sehen wir schon, dass wir noch einmal anschieben können“, sagte er. Für die letzten drei Spiele der Herbstrunde ist die Richtung für ihn damit klar: den aktuellen Lauf mitnehmen, hinten stabil bleiben und vor dem Tor konsequenter werden. „Wir müssen schauen, dass wir effektiver werden, was die Torchancen angeht“, betonte Berrer. Gelingt das, kann Lambrechten die gute Phase weiter verlängern.