Nach dem Duell von Union Oberaigner Nebelberg mit Union Ascendor Niederwaldkirchen in der 1. Klasse Nord überwog beim heimischen Trainer Stefan Eidenberger trotz des 3:0 ein kritischer Ton: Er sah eine intensive Anfangsphase der Gäste, schwierige Platzverhältnisse und ein Match, das seiner Einschätzung nach enger war, als es das Resultat vermuten lässt. Zwei Standards gaben schließlich den Ausschlag, doch der Coach betonte Ausgewogenheit und sprach von einer Partie ohne Aufreger.

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„Die Gäste aus Niederwaldkirchen hatten zu Beginn gute Aktionen und spielten sehr aggressiv nach vorne.“ So beschrieb Eidenberger die Anfangsphase, in der die Gäste mutig anliefen und schnell in die Zweikämpfe fanden. Gleichzeitig lag früh ein mögliches Momentum für Nebelberg in der Luft: In der 2. Minute lief Markus Lauss alleine auf das Tor zu, der Gästekeeper blieb Sieger. Danach beruhigte sich das Geschehen zusehends. „In der ersten Halbzeit gab es insgesamt wenige gute Aktionen.“ Beide Mannschaften verbuchten jeweils einen Stangenschuss. Auf dem vom Regen durchweichten Rasen war vieles ein Ringen um Standfestigkeit und Timing. Rund 300 Zuschauer sahen einen offenen Schlagabtausch, in dem beide Seiten zwar den Strafraum suchten, aber wenig klare Abschlüsse kreierten. Leider musste ein Spieler der Gäste vermutlich auf Grund einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus transportiert werden. "Ich wünsche auf diesem Weg eine gute Besserung." Anschließend passierte nichts mehr. Folgerichtig ging es mit 0:0 in die Kabinen – ein Zwischenstand, der die Ausgeglichenheit der ersten 45 Minuten treffend einordnete.
„Die Gäste hatten in Summe sicher zehn bis zwölf Ecken, daraus entstand aber kaum Gefahr, und wir konnten aus zwei Standardsituationen zwei Tore erzielen.“ Genau dort lag der Hebel, mit dem Nebelberg die Partie in der Schlussphase auf seine Seite zog: Aus Ruhe am Ball wurde Zielstrebigkeit, aus Zielstrebigkeit Effizienz. Als das Spieltempo wieder anzog, machte sich die Präzision im Abschluss bezahlt – Alexander Wurm traf in der 75. Minute zum 1:0 und in der 86. Minute zum 2:0, ehe Simon Radinger in der 91. Minute zum 3:0 den Schlusspunkt setzte. Dass die Ausbeute hoch ausfiel, relativierte der Trainer unmittelbar: Er sah das Kräfteverhältnis insgesamt enger. Auch die individuelle Würdigung ordnete er dem Kollektiv unter: „Natürlich sticht unser Kapitän Alexander Wurm mit seinen zwei Toren heraus, aber aufgrund der Tatsache, dass ich heute mit der gesamten Mannschaftsleistung im Spiel nach vorne nicht sehr zufrieden war, möchte ich keinen Spieler herausheben.“ Die Botschaft: Der Dreier war da, der Anspruch an die Performance bleibt höher.
Auch die Spielleitung passte zur ruhigen Tonlage des Abends. „Der Schiedsrichter überzeugte mit einer sehr guten Leistung und es gab keine strittigen Szenen.“ Inhaltlich blickte Eidenberger bereits weiter und legte den Schwerpunkt auf Arbeit am Detail: „In der Defensive war ich heute mehr als zufrieden. Aber das Spiel ins letzte Angriffsdrittel müssen wir in den kommenden Wochen deutlich verbessern.“ Dass der Regen den Rasen rutschig machte, diente dabei eher als Rahmenbedingung denn als Ausrede; problematische Szenen blieben aus, die Mannschaft verteidigte konsequent.
In der Tabelle untermauert Nebelberg mit 39 Punkten seine Spitzenposition, während Niederwaldkirchen mit 30 Zählern im Verfolgerfeld rangiert. Doch gemessen an diesem Abend bleibt vor allem eines hängen: ein Spiel, das lange auf Messers Schneide stand, von Standards entschieden wurde – und in der Nachbetrachtung nüchtern sowie selbstkritisch eingeordnet ist.