In der 1. Klasse Nord hat sich die Union Neustift/Oberkappel am Sonntagnachmittag mit 2:0 gegen die Sportunion Reichenthal durchgesetzt. Nach einem torlosen ersten Durchgang kippte die Partie nach der Pause in Richtung der Gastgeber. Aus Sicht des Aufsteigers war vor allem die verpasste Führung vor der Pause der Knackpunkt, weil Neustift danach über den Kampf immer besser hineinfand und seine Chancen spät noch nutzte.

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Michael Preinfalk musste nach der zweiten Niederlage in Serie nicht lange suchen, um den ersten großen Punkt dieser Partie zu benennen. "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt und drei, vier sehr gute Torchancen herausgespielt, die wir leider nicht nutzen konnten", sagte der Sektionsleiter von Reichenthal. Genau darin lag aus seiner Sicht schon früh der Haken. Die Gäste waren vor der Pause "die bessere Mannschaft", wie Preinfalk betonte, gingen aber trotzdem nur mit einem 0:0 in die Kabine. Dass seine Mannschaft trotz anhaltender personeller Probleme in der Offensive zu guten Möglichkeiten kam, hob er ausdrücklich hervor. Umso mehr ärgerte ihn, dass sich Reichenthal für diese Phase nicht belohnte. "Mit einer Führung im Rücken hätte es sich natürlich leichter gespielt", brachte er den verpassten Vorteil auf den Punkt.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild laut Preinfalk spürbar. Reichenthal wurde schwächer, während die Gastgeber immer besser in die Partie fanden. "In der zweiten Halbzeit haben wir leider nachgelassen, konnten die Intensität nicht hochhalten und so haben die Hausherren immer besser hineingefunden", sagte er. Dazu kam, dass bei den Gästen mit zunehmender Spielzeit die Kräfte nachließen. Preinfalk sprach davon, dass man "mit der Dauer des Spiels gemerkt hat, dass die Kraft ein bisschen nachlässt". Gerade gegen einen Gegner wie Neustift war das ein wichtiger Faktor. Den Hausherren bescheinigte er eine "sehr kampfstarke Mannschaft" zu sein, dazu "konditionell sehr gut, zweikampfstark und robust". Aus dieser Mischung zog Neustift nach der Pause immer mehr Kapital, während Reichenthal nicht mehr so zwingend in den Strafraum kam wie noch vor der Pause.
Der entscheidende Moment war für Preinfalk dann klar das 1:0 in der 70. Minute durch Niklas Kitzberger. "Vermutlich war das 1:0 der entscheidende Moment", sagte er. Der Treffer fiel aus Sicht der Gäste in einer Phase, in der Neustift gerade am Drücker war. Besonders ärgerlich: Das Tor entstand laut Preinfalk nach einem Einwurf für Neustift an der Mittellinie. "Wir verschlafen den Einwurf, kommen nicht in den Zweikampf und laden den Gegner ein", schilderte er die Entstehung. Neustift nutzte das konsequent und stellte auf 1:0. Reichenthal versuchte danach zwar noch, offensiver zu werden, kam aber nicht mehr so zwingend in den Strafraum. Stattdessen lief man noch in einen weiteren Gegenstoß. In der 82. Minute erhöhte Christoph Schwarzbauer auf 2:0, nachdem die Gäste im Mittelfeld den Ball verloren hatten und der Angriff der Hausherren schnell fertiggespielt wurde. "Damit war es dann erledigt", sagte er nüchtern.
Preinfalks Analyse fiel trotz der Enttäuschung sachlich aus. Den Unterschied zwischen beiden Mannschaften sah er am Ende vor allem in zwei Punkten: "Wahrscheinlich an der Kampfstärke der Hausherren und an der verabsäumten Führung in der ersten Halbzeit." Damit war die Richtung seiner Bewertung klar. Die Union Reichenthal hatte die Partie vor der Pause offen in der Hand, nutzte diese Phase aber nicht, verlor nach dem Wechsel den Zugriff und musste dann zwei Gegentore hinnehmen. Diskussionen rund um den Unparteiischen gab es für ihn keine. "Die Leistung von Schiedsrichter Zöchbauer war in Ordnung. Es gab eigentlich keine strittigen Situationen", sagte Preinfalk. Für den Aufsteiger bleibt nach zwei Runden damit weiter kein Punkt auf dem Konto, während die Union Neustift/Oberkappel mit diesem 2:0 die ersten Zähler anschreiben konnte.