In der 1. Klasse Nord hat die Union St. Veit/M. am Samstagabend beim SV Gramastetten einen hart erarbeiteten 3:2-Auswärtssieg geholt. Trainer Manuel Fröhlich sah den Unterschied nicht in einem einzigen Wendepunkt, sondern in „Kampfgeist, Wille und Effektivität vor dem Tor“. Auf tiefem Boden legte der Aufsteiger zweimal vor, musste nach den Treffern von Jonas Hütter und Manuel Ranninger aber bis zum Ende arbeiten.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Fröhlich machte nach dem Schlusspfiff vor allem die Entwicklung innerhalb der Partie zum Thema. „Wir haben circa 15 Minuten gebraucht, bis wir etwas Kontrolle im Mittelfeld bekommen haben. Da sind wir ein bisschen hinterhergelaufen“, sagte der Trainer der Gäste. Genau diese Anfangsphase sei die schwierigste gewesen. Danach aber gewann St. Veit laut Fröhlich das Zentrum, wurde in den Zweikämpfen stabiler und bekam das Spiel Schritt für Schritt besser in den Griff. Mit dieser zunehmenden Kontrolle kamen auch die Möglichkeiten. In der 25. Minute fiel dann die Führung: Nach einer Aktion über die linke Seite zog Jakub Rosulek in den Strafraum, seinen scharfen Abschluss konnte Gramastetten nicht entscheidend klären, Enis Karaman verwertete den Abpraller zum 0:1. Mit diesem Vorsprung gingen die Gäste auch in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel schien sich die Partie zunächst klar in Richtung der Gäste zu drehen. Martin Bouchal spielte laut Fröhlich einen „überragenden Pass“ auf Jakub Rosulek, der in der 55. Minute alleine auf die Reise geschickt wurde, einen Verteidiger ins Leere laufen ließ und zum 0:2 einschob. Einen einzelnen Knackpunkt wollte Fröhlich daraus trotzdem nicht machen. „So einen wirklich entscheidenden Moment hat es nicht gegeben. Natürlich hat uns die 2:0-Führung gutgetan“, sagte er. Wirklich Ruhe brachte der zweite Treffer aber nicht, weil Gramastetten durch Jonas Hütter nach 61 Minuten per Standard auf 1:2 verkürzte. St. Veit antwortete in der 82. Minute mit dem 1:3, als die Gäste nach einem Einwurf dranblieben und Karaman seinen zweiten Treffer erzielte. Doch auch das war noch nicht die Entscheidung, weil Manuel Ranninger in der 87. Minute wieder auf 2:3 stellte. „Auch da dachten wir: Das war es jetzt. Aber auch da sind wir noch einmal in die Situation gekommen, dass es etwas eng wurde“, sagte Fröhlich.
Dass die Union St. Veit den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit brachte, hatte für Fröhlich weniger mit Glanz als mit harter Arbeit zu tun. „Heute kann ich nur den Kampfgeist und die Leidenschaft als sehr positiv hervorheben“, sagte er, und verwies dabei auch auf die schwierigen Bedingungen: „Der Platz war wirklich extrem tief. So ist nie wirklich ein schönes Spiel zustande gekommen.“ Gerade deshalb sei er mit dem Auftritt zufrieden gewesen, zumal mehrere Spieler fehlten und die Mannschaft derzeit beinahe jede Woche in anderer Besetzung aufläuft. Auch defensiv gefiel ihm vieles. Der SV Gramastetten habe immer wieder versucht, mit Bällen in die Tiefe hinter die Abwehr zu kommen, „unser Tormann Karl Schmidt hat aber sehr gut mitgespielt“, sagte Fröhlich. Dazu habe die Viererkette wenig zugelassen, auch wenn Philipp Kastner einmal alleine vor dem Tor auftauchte. Große Diskussionen sah der Trainer nicht: „Es gibt nicht wirklich strittige Situationen.“ Obwohl mit dem späten Anschlusstreffer und der Roten Karte gegen Kastner in der Nachspielzeit noch einmal einiges los war, blieb St. Veit stabil. Der Blick geht nun schon weiter nach vorne. Fröhlich hofft, „dass wir in den nächsten zwei, drei Wochen alle Spieler wieder zurückbekommen“, damit seine Mannschaft personell wieder besser aufgestellt ist.