In der 1. Klasse Nord hat sich der SV Gramastetten am Sonntagnachmittag von der Union Ascendor Niederwaldkirchen mit einem 2:2-Unentschieden getrennt. Nach dem 1:1 zur Pause brachte Jonas Hütter die Gastgeber kurz nach Wiederbeginn in Führung, ehe Philipp Plakolb in der Schlussphase ausglich. Für Lukas Wiesmayr blieb damit ein zwiespältiger Nachmittag zurück: Gramastetten war nahe am Sieg, musste nach dem Schlusspfiff aber auch anerkennen, dass dieses Remis gegen einen starken Gegner alles andere als unverdient war.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Der Nachmittag begann für Gramastetten mit einem frühen Dämpfer, denn in der 15. Minute brachte Edin Sarhatlic die Gäste mit 1:0 in Führung. Viel Zeit, einem Rückstand lange nachzulaufen, blieb den Hausherren aber nicht. Nur fünf Minuten später stellte Michal Kubec auf 1:1 und sorgte damit rasch wieder für offene Verhältnisse. Bis zur Pause änderte sich am Spielstand nichts mehr, und genau dieses Bild griff Wiesmayr auch in seiner Einordnung auf. „Es war ein ausgeglichenes Spiel aber aufgrund der Chancen war der Ausgleich etwas glücklich“, sagte der sportliche Leiter von Gramastetten. Damit beschrieb er eine erste Halbzeit, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte und das 1:1 zur Pause gut zum Verlauf passte.
Nach dem Seitenwechsel schien die Partie zunächst in Richtung der Gastgeber zu kippen. Jonas Hütter traf in der 52. Minute zum 2:1, und damit war Gramastetten in einer Situation, aus einem engen Spiel den vollen Ertrag mitzunehmen. Genau das sprach Wiesmayr nach dem Abpfiff auch offen an. „Als wir 2:1 vorne waren, wollten wir die drei Punkte natürlich mitnehmen. Der Ausgleich kurz vor Schluss war dann schon bitter“, erklärte er. Dass Philipp Plakolb in der 86. Minute doch noch zum 2:2 für Niederwaldkirchen traf, nahm dem Nachmittag aus Sicht der Heimischen den möglichen Sieg. Gleichzeitig hielt Wiesmayr aber an seiner Linie fest und stellte klar, dass das späte Gegentor nichts am Gesamtbild änderte.
Bemerkenswert war vor allem, dass Wiesmayr nach dem Spiel keine Ausreden suchte. Statt nur auf die verlorenen zwei Punkte zu schauen, ordnete er den Gegner klar ein und verwies auf dessen Qualität. „Niederwaldkirchen ist eine richtig gute Mannschaft, das sieht man auch an den Punkten. Sie haben auch ein paar Chancen liegen lassen, darum ist der Punkt gerechtfertigt“, sagte er. Diese Aussage passt auch zum Tabellenbild, denn Niederwaldkirchen gehört nach acht Runden zum oberen Feld. Aus Gramastettner Sicht blieb daher zwar das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre, zugleich war die Anerkennung für den Gegner deutlich zu hören. Wiesmayr redete das Remis weder schön noch schlechter, als es war.
So blieb für den SV Gramastetten am Ende ein Ergebnis, das zwei Seiten hat. Einerseits war der Sieg nach der Führung bis in die Schlussphase hinein sehr nahe, andererseits wollte Wiesmayr den Auftritt der eigenen Mannschaft nicht kleinreden. „Auch wenn der Saisonstart nicht geglückt ist, merkt man, dass unser Spiel besser wird“, sagte er und legte damit den Blick bewusst auf die Entwicklung der letzten Wochen. Für die Gramastettner ändert dieses 2:2 die Lage in der Tabelle noch nicht grundlegend, doch der Punkt gegen einen starken Gegner kann trotzdem etwas wert sein. Vor allem deshalb, weil die Mannschaft nach Rückstand zurückgekommen ist, nach der Pause vorgelegt hat und sich nach Ansicht des Funktionärs weiter in die richtige Richtung bewegt.