In der 1. Klasse Nord hat Union Pflasterbau Stern Rainbach ein wildes Heimspiel gegen Union St. Veit im Mühlkreis noch mit 6:4 gewonnen. Aus Sicht von St.-Veit-Trainer Manuel Fröhlich war die Partie lange auf einem guten Weg, ehe sie nach gut einer Stunde komplett kippte. „Ab der 60. Minute haben wir keinen Zugriff mehr im Mittelfeld bekommen“, sagte er nach einer Begegnung, die für neutrale Zuschauer beste Unterhaltung bot, für den Verlierer aber „ein Killer“ war.

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Rainbach erwischte den besseren Start und ging in der 11. Minute durch Philipp Auer mit 1:0 in Führung. Danach fand St. Veit aber deutlich besser in die Partie und drehte das Spiel noch vor der Pause. Zuerst traf Jakub Rosulek in der 26. Minute zum 1:1, nur wenig später legte René Ölinger das 2:1 nach. Für Fröhlich war genau diese Phase jene, in der seine Mannschaft vieles richtig gemacht hat. „Von der 20. bis zur 60., 65. Minute haben wir sehr guten Fußball gespielt. Wir haben wirklich auch dominiert“, sagte der Trainer. Direkt nach Seitenwechsel erhöhte Marco Puchmaier auf 3:1, ehe Rainbach durch Rene Pilgerstorfer auf 2:3 verkürzte. Als Rosulek in der 61. Minute zum 4:2 für die Gäste traf, schien St. Veit die Partie schon in die gewünschte Richtung gebracht zu haben.
Genau an diesem Punkt setzte später auch Fröhlichs Analyse an. Der Coach sprach davon, dass seine Mannschaft nach Wechseln das System umstellen musste und dadurch die Kontrolle im Zentrum verlor. „Der Knackpunkt war, als wir in der 60. Minute aufgrund von Spielerwechseln das System umstellen mussten und dann im Mittelfeld keinen Zugriff mehr bekommen haben“, erklärte er. Für Rainbach öffneten sich dadurch jene Räume, die die Heimischen in der Schlussphase konsequent nutzten. Philipp Auer brachte die Gastgeber in der 69. Minute wieder auf 3:4 heran, nur eine Minute später stellte Martin Vlk auf 4:4. In der 83. Minute gelang Rafael Dorninger die Führung für Rainbach, in der Nachspielzeit machte Martin Vlk mit seinem zweiten Treffer den 6:4-Endstand fix. Fröhlich beschrieb die späte Phase als wiederkehrendes Muster: „Wir haben keinen Druck auf den ballführenden Spieler bekommen. Rainbach hat schnelle Spieler über die Flügel, der Ball ist in den Sechzehner gekommen und in der Mitte hat nur mehr einer Danke gesagt. Das ist uns viermal passiert, und das ist viermal zu viel.“
Dass St. Veit über weite Strecken selbst ein gutes Spiel gemacht hat, wollte der Trainer trotz der Niederlage nicht ausblenden. „In unseren starken Phasen haben wir den Gegner unter Druck gesetzt, schöne Chancen herausgespielt, schöne Kombinationen im Spiel gehabt und ein gutes Pressing gehabt“, sagte Fröhlich. Gleichzeitig machte er aber ebenso klar, woran seine Mannschaft arbeiten muss. Vor allem die Umschaltsituationen nach Ballverlusten und die fehlende Ordnung im Mittelfeld hätten Rainbach immer wieder in die Karten gespielt. Diskussionen über mögliche Elfmeter oder Abseitsentscheidungen stellte der St.-Veit-Coach dabei bewusst nicht in den Vordergrund. Viel wichtiger war ihm der Blick auf die eigene Leistung in der Schlussphase. „Was dann die letzte halbe Stunde passiert ist, das darf uns niemals passieren“, sagte Fröhlich. Trotz aller Enttäuschung gratulierte er dem Gegner ausdrücklich: Rainbach habe die Unordnung seines Teams in den letzten zwanzig Minuten „sehr gut ausgenutzt“ und deshalb „im Endeffekt auch verdient gewonnen“.