1. Klasse Ost

SV Sierning: „Defensiv kompakt – vorne wollen wir effizienter werden“

Der Aufstieg in die Bezirksliga war im Sommer zum Greifen nahe, erst in der Relegation musste sich der SV Sierning knapp dem Ennser SK geschlagen geben. Zur Winterpause der laufenden Saison zeigt sich: Die Mannschaft von Trainer Dominik Ebner hat die Enttäuschung gut verarbeitet. Mit 28 Punkten liegt Sierning auf Rang drei der 1. Klasse Ost, nur zwei Zähler hinter dem zweitplatzierten Vorchdorf. „Im Großen und Ganzen muss man mit der Leistung zufrieden sein“, zieht Ebner Bilanz. Auch wenn der Start holprig verlief.

 

Fehlstart als Weckruf

Die Erwartungshaltung war nach der starken Vorsaison hoch, der Auftakt jedoch ernüchternd. Gleich zum Start setzte es eine bittere Niederlage gegen Wartberg. „Da hat einfach nicht viel funktioniert, der Gegner hat seine Chancen eiskalt genutzt“, erinnert sich Ebner. In weiterer Folge fand die neu zusammengestellte Mannschaft jedoch rasch ihren Rhythmus. „Wir haben uns gefunden und viele wichtige Partien für uns entschieden.“ Ein paar Punkte – etwa gegen Wartberg oder Kremsmünster – hätten aus seiner Sicht dennoch mehr sein können. „Das sind Spiele, wo man sagt, die musst du gewinnen.“

Mit 21 erzielten Treffern liegt Sierning offensiv im oberen Drittel nicht ganz auf Augenhöhe mit der Konkurrenz. Gleichzeitig sprechen nur 13 Gegentore für eine der stabilsten Defensiven der Liga. Der Grund liegt auch im personellen Umbruch. Mit den Karic-Brüdern verließen zwei Offensivkräfte den Verein, mit Metehan Tümkaya kam nur ein Stürmer als Ersatz. „Da haben wir in der Breite sicher etwas nachgelassen“, sagt Ebner offen. Im Gegenzug wurde die Defensive mit den Gudeljevic-Brüdern aus Micheldorf verstärkt. „Man merkt einfach, dass wir hinten kompakter sind.“ Das Spielsystem musste angepasst werden, die Balance verschob sich etwas. „Das hat Zeit gebraucht, aber es funktioniert.“ Top-Torschütze ist aktuell Metehan Tümkaya mit sechs Treffern.

Effizienz als Hauptaufgabe

Für die Rückrunde ist die Marschrichtung klar: Die defensive Stärke soll das Fundament bleiben, gleichzeitig will man im letzten Drittel zielstrebiger agieren. „Wir wollen vorne effizienter werden, den Abschluss früher suchen. Das war ein Schwerpunkt in der Vorbereitung.“ Die Testspiele lieferten positive Ansätze: 2:0 gegen Ternberg, 6:3 gegen Pucking und 6:1 gegen Wolfern zeigten Offensivpotenzial, auch wenn Ebner relativiert: „Man darf es nicht überbewerten. Manche Gegner haben viel gewechselt oder defensiv Schwächen gezeigt.“ Die 1:2-Niederlage gegen die SPG Allhaming/Weißkirchen Juniors ordnet er als wertvollen Gradmesser ein. Insgesamt zeigt sich der Trainer „sehr zufrieden, wie wir teilweise nach vorne spielen“.

Kader bleibt nahezu ident

Im Winter blieb der Kern der Mannschaft erhalten. Mit Philipp Wallak (Union Waldneukirchen) kam ein flexibel einsetzbarer Spieler für Defensive und Mittelfeld dazu, der grundsätzlich für die Kampfmannschaft eingeplant ist. „Wir wollten die Mannschaft bewusst zusammenhalten“, erklärt Ebner. Kontinuität gilt als Schlüssel, um den nächsten Schritt zu setzen.

Trainingslager mit Fokus auf Teamgeist

Vier Tage verbrachte Sierning im Trainingslager in Schielleiten. Wetterbedingt fiel ein Teil des Programms dem Wintereinbruch zum Opfer. „Am Freitag sind uns fünf Zentimeter nasser Schnee dazwischengekommen. Das war sportlich nicht ideal“, so Ebner. Dennoch sieht er den Wert solcher Tage weniger im rein sportlichen Bereich: „Ein Trainingslager ist auch dafür da, dass sich die Mannschaft findet, dass man enger zusammenrückt. Teambuilding ist mindestens genauso wichtig.“

Ziel: Druck nach vorne aufrechterhalten

Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Platz zwei ist die Ausgangslage vielversprechend. „Natürlich wollen wir vorne dranbleiben und von Spiel zu Spiel schauen“, sagt Ebner. Alles liege nicht in eigener Hand, auch die Konkurrenz müsse ihre Aufgaben erst erfüllen.