Der FC Aschach/Steyr steckt nach einer durchwachsenen Hinrunde vor einem herausfordernden Frühjahr in der 1. Klasse Ost. Mit 12 Punkten überwinterte die Mannschaft nur auf Rang elf, der Vorsprung nach hinten ist gering. Dazu kommt eine heikle personelle Situation auf der Trainerbank: Helmut Kiss ist diese Woche zurückgetreten, der Verein ist derzeit auf der Suche nach einer Nachfolgelösung. Sportlich soll der Fokus trotzdem klar bleiben – möglichst rasch Punkte holen und den Klassenerhalt absichern.
Die Ausgangslage für das Frühjahr ist klar: Aschach/Steyr muss liefern. Sektionsleiter Gerhard Seimair formuliert das nüchtern. „Das Ziel ist, dass wir nicht absteigen“, sagt er. Intern rechne man damit, dass man rund 30 Punkte brauchen werde, um in der Liga zu bleiben – es fehlen also noch 18 Zähler. Zusätzliche Brisanz bringt die offene Trainersituation. Seimair bestätigte, dass der Verein bereits auf der Suche nach einem Nachfolger ist. Ganz überraschend kam dieser Schritt offenbar nicht: „Das hat sich schon ein bisschen abgezeichnet, weil Helmut Kiss mit den Trainingsleistungen und einigen anderen Aspekten nicht mehr zufrieden war.“ Noch ist offen, wer die Mannschaft künftig übernimmt, Gespräche mit einigen Kandidaten laufen jedoch.
Die Vorbereitung verlief aus sportlicher Sicht wechselhaft. Siegen gegen Ternberg und St. Ulrich Juniors (jeweils 2:1) standen Niederlagen gegen Schwertberg (2:3), Saxen (1:4), Haag (0:1) und Neuzeug (0:3) gegenüber. Der Sektionsleiter misst diesen Ergebnissen allerdings nur begrenzte Bedeutung bei. „Eine Halbzeit war meistens gut, eine schlecht“, fasst er die Testphase zusammen. Viel wichtiger sei gewesen, wieder in einen Rhythmus zu kommen: „Die Ergebnisse in der Vorbereitung sind nicht so wichtig. Hauptsache, wir können spielen und kommen in den Spielrhythmus.“ Ein Trainingslager absolvierte der Verein nicht, gearbeitet wurde durchgehend zuhause.
Trotz der prekären Tabellenlage sieht Seimair den Kader nicht schlechter als im Herbst – im Gegenteil. Mit Fabian Kern kehrte ein Spieler vom USV St. Ulrich zurück, den der Sektionsleiter als absolute Verstärkung bezeichnet. Auch Atilla Kalman, zuletzt bei der SPG Vorwärts/ATSV Steyr, soll der Mannschaft weiterhelfen. Dazu kommt mit Ahmed Elfar ein weiterer Neuzugang, dessen Verpflichtung allerdings noch von behördlichen Formalitäten abhängt. „Wir arbeiten daran, dass er vielleicht bis zum Meisterschaftsstart da ist“, sagt Kiss. Dem gegenüber steht mit Lukas Sonnleitner ein schmerzhafter Abgang zum USV St. Ulrich. Dennoch bleibt der Sektionsleiter überzeugt: „Der Kader ist gut genug für die erste Klasse – und da auch für das Mittelfeld.“
Ganz ohne personelle Rückschläge geht es aber nicht. Mit Johannes Haas fällt ausgerechnet der Offensivmotor und beste Torschütze (9 Treffer) voraussichtlich die gesamte Frühjahrssaison aus. „Das dauert länger“, erklärt Seimair. Er hat sich im Aufbaumatch gegen Saxen eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Gerade in einer ohnehin angespannten sportlichen Situation ist das ein Dämpfer.
Der Start ins Frühjahr hat für Aschach/Steyr sofort große Bedeutung. Zunächst geht es gegen Schlusslicht Steinerkirchen, danach wartet Neuhofen/Krems. Vor allem das erste Spiel hat für den Sektionsleiter klaren Charakter: „Normal ist das daheim ein Pflichtsieg.“ Sollte dieser Auftakt misslingen, könnte die Situation schnell noch prekärer werden.
Neuhofen schätzt er als typischen Gegner dieser Liga ein: unangenehm, schwer auszurechnen, meist mit knappen Spielen verbunden. „Die Klasse ist sowieso so ausgeglichen, da kann jeder jeden schlagen“, sagt Seimair. Die Ausgangslage ist alles andere als komfortabel. Doch intern scheint klar: Qualität ist vorhanden, nur muss sie im Frühjahr endlich konsequent auf den Platz gebracht werden.