Im Duell der 1. Klasse Ost zwischen FC Aschach an der Steyr und Sportunion Wartberg an der Krems mischten sich nach intensiven 90 Minuten bei Trainer Roland Aigner Zufriedenheit und Restfrust. Er lobte die Disziplin und den Kampfgeist seiner Mannschaft, haderte aber mit der Chancenauswertung und hob den starken gegnerischen Keeper hervor. Nach dem 2:2 rückten für den Coach vor allem die Reaktion auf Rückschläge, längere Dominanzphasen sowie ein womöglich früh nicht gegebener Elfmeter in den Fokus.
Aschach kassierte in der ersten Hälfte ein „dummes Gegentor“, antwortete jedoch umgehend und hatte das Spiel danach weitgehend im Griff – bis kurz vor dem Pausenpfiff ein eigener Leichtsinn bestraft wurde. Stefan Gavric stellte in der 15. Minute auf 0:1, doch Lorenz Losbichler glich in Minute 17 zum 1:1 aus. Unmittelbar vor der Pause nutzte Szilard Perlaki einen Fehler im Aufbau eiskalt und traf in der 44. Minute zum 1:2 – mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabine.
„Über das gesamte Spiel hatten wir zwischen 60 und 70 Prozent Ballbesitz und waren absolut überlegen“, bilanzierte Aigner. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aschach die Schlagzahl, presste über weite Strecken und erspielte sich mehrere gute Möglichkeiten. Der verdiente Ausgleich fiel in der 77. Minute, als Johannes Haas zum 2:2 traf. Dass es beim Remis blieb, schrieb Aigner auch Wartbergs überragendem Schlussmann zu: „Der hat sehr, sehr gut gehalten und Wartberg sicher den Punkt gerettet.“
Die Partie war vom Zweikampf geprägt, die Intensität nahm nach der Pause noch zu. In der Schlussphase wurde es zusätzlich hitzig: Wartberg beendete das Match nach einer roten Karte gegen Emre Tanriverdi in der 86. Minute in Unterzahl. Trotz der Härte lobte Aigner den Referee: Der Schiedsrichter habe „eine wirklich sehr tolle Leistung“ geboten – einzig ein klares Foul an einem Aschacher Stürmer in der 10. oder 11. Minute sei im Strafraum übersehen worden. Für die kommenden Aufgaben überwiegt bei Aigner der Optimismus: Sein Team sei „trotz zweimaligen Rückstands immer zurückgekommen“ und müsse sich kämpferisch „überhaupt nichts vorwerfen“. Mit diesem Kampfgeist traue er seiner Mannschaft auch gegen die nächsten, nominell stärkeren Gegner viel zu.