In der 1. Klasse Ost trennten sich der FC Aschach an der Steyr und der TUS Kremsmünster nach intensiven 90 Minuten mit 2:2. Aschach führte zur Pause verdient, Kremsmünster drehte das Spiel nach dem Seitenwechsel, ehe die Hausherren spät zurückschlugen. Trainer Roland Aigner lobte Moral und Auftritt seiner Elf, haderte aber mit der Entstehung des 1:1 und bemängelte die fehlende Effizienz im Abschluss. Unterm Strich stand ein gerechtes, aber aus Aschacher Sicht nicht restlos befriedigendes Remis in einem fair geführten Duell.

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Aschach erwischte den besseren Start, hatte mehr vom Spiel und wurde früh gefährlich. „Wir haben das Spiel sehr gut im Griff gehabt, das 1:0 war absolut verdient“, hielt Roland Aigner fest. In Minute 27 war es soweit: Lorenz Losbichler stellte auf 1:0, mit dieser Führung ging es auch in die Pause. Nach dem Seitenwechsel kippte die Partie kurz: Okan Elgit traf in der 58. zum 1:1 und legte nur vier Minuten später das 1:2 nach. Aigner haderte mit der Entstehung des Ausgleichs: „Es war ein faires Spiel, aber das 1:1 war für mich klar Abseits.“ Seine Elf wackelte in dieser Phase, wie er offen zugab: „Wir waren fünf bis zehn Minuten verwirrt, da bekommen wir auch das zweite.“ Aschach schüttelte sich, blieb dran und kam in der Schlussphase zurück: Sebastian Gmainer egalisierte in der 82. Minute – der verdiente Lohn für den neuerlichen Druck der Hausherren.
In der Bewertung legte Aigner den Fokus auf Haltung und Abschlussqualität. „Was besonders gut funktioniert hat, ist die Moral. Wir sind von einem Rückstand wieder zurückgekommen und haben immer daran geglaubt, das Spiel für uns entscheiden zu können“, sagte der Coach. Gleichzeitig blieb ein großes Aber: „Wir waren heute nicht so effizient. Chancen waren da, aber wir haben sie nicht gut genug genutzt – das war spielentscheidend.“ Zum Gegner fand Aigner respektvolle Worte: „Kremsmünster war auf Augenhöhe und hat immer wieder nach vorne gespielt. Wir haben das Spiel aber kontrolliert und nicht viele Chancen zugelassen.“ Dass die Abseitsdiskussion rund um das 1:1 an diesem Abend Thema war, verschwieg er nicht, hielt den Ton aber sachlich: Es blieb bei seiner klaren Sicht, dass der Ausgleich nicht hätte zählen dürfen, ansonsten sei es „ein sehr faires Spiel“ gewesen.
Mit dem Remis in Runde 21 behauptet Aschach in Oberösterreichs Unterhaus seinen Platz im Mittelfeld: 27 Zähler bedeuten Platz acht, Kremsmünster folgt mit 25 Punkten knapp dahinter. Der Zähler hilft beiden, ohne die großen Ziele aus den Augen zu verlieren. Für Aigner ist die Richtung klar: „Mit dem Unentschieden kann ich leben, auch wenn wir uns den Sieg verdient hätten. Wir waren dem Sieg näher.“ Für die kommenden Aufgaben will Aschach genau dort ansetzen, wo es am Ende funktionierte: Mutig bleiben, die Kontrolle aus der ersten Hälfte wieder häufiger auf den Platz bringen – und vor allem die Chancen konsequenter nutzen.